Europameisterschaft Göteborg: Liveticker Dressur – Kür

Liveticker_Dressur_Kuer

Liveticker Dressur Grand Prix Kür Europameisterschaften 2017 Göteborg (© www.st-georg.de)

Finaltag bei der Europameisterschaft der Dressurreiter in Göteborg: Auf dem Programm die Grand Prix Kür. Ab 16.10 Uhr werden wir non stop im Liveticker berichten. Um 17.10 Uhr geht die letzte Starterin ins Viereck.

17.20 Uhr

Nanu? Die Sonne ist weg. Wolken schieben sich vor die Wärmequelle, als Isabell Werth und Weihegold in das Stadion kommen. Die Rappstute piaffiert und passagiert noch einmal, dann galoppiert Werth an und gibt das Handzeichen. Los geht’s! Das Medley italienischer Popmelodien aus den 1970-er Jahren, Passagen auf der Volte eine erste perfekte Piaffe, starker Trab auf der Mittellinie auf die Richter zu. Traversalen im Wechsel zwischen versammeltem Trab und Passagen. So klar abgesetzt passagiert sonst kein Pferd in der Vorwärts-Seitwärtsbewegung wie die Don Schufro-Tochter. Jede Piaffe gelingt und auch jeder Übergang. Starker Schritt und versammelter Schritt sind kein Problem. Dann „Tanze Samba mit mir“ zum Auftakt der Galopptour: Zickzack-Taversalen, maximale Schwungentfaltung im starken Galopp, dann sofort eine Pirouette auf kleinstem Kreis gesprungen. Die Details sind es, die begeistern. Zweierwechsel und dann wieder diagonal starker Galopp, abermals doppelte Pirouette und dann die Einerwechsel, 19 an der Zahl. Perfekt! Einmal noch starker Trab von H über X nach F, dann das große Finale: Passage und Piaffen links und rechts der Mittellinie mit 30 Grad Wendungen in den Piaffen und schließlich bei X eine 360-Grad-Piaffe wie ein Metronom – daraus Passage und die einhändig geritten. Das Publikum reißt es von den Sitzen. Standing Ovations. Das Ullevi Stadion huldigt einer einmaligen Leistung, 90,982 Prozent. Gold! Aber: mehrere Richter haben den Ritt auf Platz zwei gesehen.

17.09 Uhr

Die Sonne scheint kräftig als Cosmo in der Passage zu dezenter Pianomusik die Mittellinie hinaufkommt. Gute erste Piaffe, die Musik nimmt an Bedeutung zu, wird aber nicht zu bombastisch für einen ersten herrlich durch den Körper schwingenden starken Trab. Dann Passage-Traversale nach links, an der langen Seite eine Piaffe und im versammelten Trab die Traversale bis M. Der nächste starke Trab ebenfalls in der Kategorie 90 Prozent und mehr. Die Anlehnung ist fein, Cosmo tanzt. Und zwar präzise zur Musik. Im starken Schritt ist er entspannt, auch der versammelte Schritt ist gut in der Fußfolge. Dann Galopp. Zunächst eine Traversale nach links und eine nach rechts. Die erste Pirouette etwas groß, aber gut gesprungen. Perfekt mit dem Bass der Musik stimmen die Zweierwechsel auf der Diagonalen überein. Die doppelte Rechtspirouette gelingt besser, die Einerwechsel danach auch. Zunächst! Einmal springt Cosmo am Ende nicht um. Direkt vor den Richtern bei C. Die Passage-Piaffe-Tour und er starke Trab aus der letzten Piaffe provoziert Riesenjubel auf der Tribüne. Ein herrliches Gesamtbild, ein Pferd locker vom Scheitel bis zur Sohle. Kürreiten vom Feinsten! Es ist erst das vierte Mal, dass Sönke die Kür mit dem Van Gogh-Sohn geritten ist. 90,614, Prozent vorläufig.

17.00 Uhr

Die Bronzemedaillengewinnerin der Einzelwertung, Cathrine Dufour aus Dänemark, kommt direkt nach Hester in die Bahn. Gestern sei ihr Atterupgaards Cassidy entspannter gewesen als noch im Grand Prix und sie sei mehr zum Reiten gekommen, hatte sie gesagt mit einem angriffslustigen Blitzen in den Augen. Orchesterdonner zum Einreiten. Nach dem Halten vier Galoppsprünge nach links und gleich eine Ein-Dreiviertel-Pirouette, daraus sofort anschließend Zweierwechsel. Nach der folgenden Pirouette sofort auf dem Rückweg dann Einerwechsel – keine 60 Sekunden im Viereck und schon fast alles im Galopp gezeigt. Die sich anschließenden Zweierwechsel auf der Viertellinie sind hervorragend. Die Musik, Streicher und Bläser, begleiten den Wechsel zum Trab. Nach einer starkem Trab über die Diagonale die erste Passage und eine Piaffe. In der zweiten Piaffe bleibt der Fuchs fast stecken, aber als sie dann eine 90-Grad-Drehung einleitet, wird er lebhafter im Hinterbein. Dann zeigt der Caprimond-Sohn einen Wechsel von Traversalen im versammelten Trab und der Passage und Piaffe, stets präzise zur Musik. Im Schritt ist der 14-Jährige tiefen entspannt. In den Traversalen im Galopp droht das Genick abzusacken, aber Dufour kann das schnell korrigieren. Zum Abschluss ein Pizzicato und satter Streichersound zu einer Fächerpiaffe bei X. Großer Jubel nach dem Gruß. 84,561 Prozent vorläufig

16.50 Uhr

Der Brite Carl Hester, Fünfter in der Einzelwertung, Dritter im Weltcupfinale von Omaha im April dieses Jahres, ist der viertletzte Reiter. Er beginnt mit Piaffe und Passagen und einer tollen 360-Grad-Piaffe zum Auftakt auf der Mittellinie. Dann geht es im Galopp auch gleich los: Pirouette, Zweierwechel auf gebogenen Linien, Traversalen. An der kurzen Seite scheut Hesters Nip Tuck kurz, aber der Reiter hat ihn sofort wieder bei sich und reitet 20 Einerwechsel. Das Musikthema des Beginns ertönt wieder und Passagen und Piaffen sind abermals dran. Dann der Schritt, im versammelten Tempo leicht gespannt, im starken Tempo besser. Zum Ende der Kür Zickzack-Traversalen im Trab, wieder mit großen Augen an der kurzen Seite, einer Trabverstärkung, die kaum ihren Namen verdient und auch nicht taktrein gelingt. Umso schöner die abschließenden Passagetraversalen in Zickzack-Ausführung, aus denen heraus der 50-Jährige direkt zum Halten kommt. 80,571 Prozent vorläufig.

16.40 Uhr

Das hat es so auch noch nicht gegeben. Im Finale der Europameisterschaft reitet die Schwedin Therese Nilshagen nicht nur das zweite Mal die Kür mit dem Oldenburger Hengst Dante Weltino. Es ist überhaupt erst die zweite Grand Prix Kür der Karriere, für beide – die Schwedin, die in Deutschland trainiert, und den Deckhengst v. Danone. Musik dazu, die die 34-Jährige wenn überhaupt, dann im Sandkasten in Stockholm gehört haben mag: The Eurythmics, die Megastars der 1980-er Jahre rund um die charismatische Kurzhaar-Blondine Annie Lennox. Ralf Roder, der auch die Kürmusik von Kristina Bröring-Sprehe arrangiert hat, ist für die Zusammenstellung verantwortlich. Seit zwei Jahren trainiert Therese Nilshagen, gestern Vierte im Grand Prix Special, mit Klaus Balkenhol.

„Heaven must be missing an angel“, gegeigt, zum Einreiten in der Passage, nach dem Anreiten zuckt der Rappe ein paar Mal ungleich im Hinterbein. Dann volle Pulle starker trab über die Diagonale zu „Sweet Dreams“. Zweite Piaffe vor den Richtern sehr schön, dann Trabtraversalen nach links und dann Passage und Piaffe, diesmal vor den Richtern an der kurzen Seite bei A. „It’s allright, Baby’s coming back“ ist die Galoppmusik, dazu Zweierwechsel und eine doppelte Pirouette. Nach einem starken Galopp ist der Schritt dran, leicht gespannt, „The miracle of love“, und weiter geht es mit Galopptraversalen in beide Richtungen, leichte Spannung in der doppelten Linkspirouette. Schade – in den 23 (!) Einerwechseln verhaspelt sich der Rappe, nach dem Fehler hat die Reiterin ihn nicht mehr vor ihren Hilfen, das Genick taucht ab. Am Ende Passage-Travesalen und eine sehr gute Piaffe. Das war nicht in der Qualität wie beim CHIO Aachen. Aber auch diesem jungen Hengst, zehn Jahre alt ist der Rappe erst, wird man in der kommenden Saison Aufmerksamkeit schenken sollen. Trotzdem geben die Richter sogar 80,411Prozent vorläufig.

16.30 Uhr

Wieder tobt das Stadion vor der Prüfung, die zweite Schwedin ist hineingekommen. Tinne Vilhelmson Silfvén und Paridon Magi v. Don Primero. Mittlerweile weht es kühl, der Himmel ist grau. Das Paar passagiert an, Schlagzeug und E-Gitarre, 1970-er Jahre, dazu Passgen-Volten und Piaffen rund um die Mittellinie, dann der Wechsel in den starken Galopp und Zweierwechseln auf gebogenen Linien. 19 Einerwechsel, darauf direkt starker Schritt, Queen: „Who wants to live forever“ baut sich dramatisch auf. Weiter geht es nach dem versammelten Schritt wieder im Galopp mit Zickzack-Traversalen. „Don’t stop me now“ begleitet eine Trabverstärkung, Traversalen im versammelten Trab nach links und dann nach rechts in der Passage, dazu quiteschen E-Gitarren. Einmal verliert der braune Wallach den Takt dabei. Häufig taucht er nach unten ab, sobald das Genick wieder höchste Punkt ist, zeigt er aber gute Piaffen und Passagen. Letztere am Ende einhändig geritten. Und selbstverständlich funktioniert auch hier die Kombination aus Passage, Queen und schwedischer Reiterin: Das Publikum begleitet die letzten Sekunden der Prüfung im Takt mit Applaus. 76,904 Prozent vorläufig

16.20 Uhr

Piano zur Passage bis zum Gruß sind der Auftakt der Niederländerin Madeleine Witte-Vrees und Cennin v. Vivaldi. Aus dem Halten geht sie gleich über in eine Halbdiagonale im starken Trab, dazu Akkordeon und Bläsersätze, dann wieder akzentuiertes Piano zu Passagen und Piaffen. So eindrucksvoll der Fuchs trabt, vor allem im Vorderbein, so störend fürs Gesamtbild ist der unruhige Sitz der Reiterin, die eine Operation hinter sich hat. Toller starker Galopp, aber in den folgenden Pirouetten müsste sich der Hengst deutlich mehr in den Hanken beugen. Punkte dürften die schön nach vorne gesprungenen Einerwechsel gebracht haben, die von der Tribüne aus betrachtet auch weniger schwankend als die Zweierwechsel aussahen und deutlich mehr Energie ausstrahlten. Man argwöhnt es schon und tatsächlich ist sie zum Abschluss des Programms deutlich vor der Musik, muss mehrere Sekunden haltend warten, bis auch die letzten Klänge aus den Lautsprechern verhallt sind. 77,511 Prozent vorläufig.

15.50 Uhr

In ihrer Paradelektion beginnt die Dänin Anna Kasprzak mit Donnperignon ihre Phil Collins-Kür, in der Passage. Aus dem Halten gleich in den Galopp („Dancing in the light“) Pirouetten und Serienwechsel, starker Galopp auf der Mittellinie. Da passiert etwas zu Beginn. Es folgen starker Trab („Invisible Touch“) und Passage, dann fließende Trabtraversalen und zum Musikwechsel eine erste Passage-Traversale, die bislang beste Raumaufteilung aller Darbietungen. Piaffieren mag „Pepe“ heute auch. „I can hear it coming in the air tonight“ ist die Schrittmusik, da ist Kasprzak vielleicht zwei Sekunden zu früh durchpariert. Ansonsten perfekt abgestimmt. Bei der Abfolge Einer- und Zweierwechsel auf teilweise gebogenen Linien leider ein paar kleinere Fehler. Das war sonst immer ein Highlight in der Kür des mittlerweile 18 Jahre alten finnischen Fuchses, der der letzte Sohn des legendären Stempelhengstes Donnerhall im internationalen Sport ist. Donnerhall stand vor 20 Jahren in Verden bei der Europameisterschaft im Finale. Vom Programm her das anspruchsvollste, was bislang zu sehen war, aber eben nicht fehlerfrei. 77,696 Prozent vorläufig. 

15.40 Uhr

Der Brite Spencer Wilton, der solch ein Riesenpech im Grand Prix hatte, als sein riesengroßer Supa Nova II nahezu die komplette Galopptour versemmelt hatte, galoppiert bis X, trabt dann versammelt bis C und zeigt anschließend einen ausdruckstarken starken Trab von M über X nach K. Nicht zu kreative diese Linienführung zu Beginn, ein bisschen M-Dressur im EM-Finale. Dann folgen aber sofort Galopptraversalen nach links und rechts und eine erste Pirouette. Die Zweierwechsel beginnen auf der Diagonale, münden dann aber auf die Mittellinie in Richtung A. Musik dazu Streicher und etwas dezente Bongo-Perkussion. Es folgt dieselbe Reise noch einmal, diesmal aber von der rechten Hand kommend und mit guten Einer- an Stelle der Zweierwechsel. Ein einsames Cello intoniert zum Schritt „Hello“ von Adele unterstützt von einem vorwitzigen Pizzicato. „Hello from the other side …“ dazu ein Handwechsel, das macht Sinn. Zur Piaffe „Can’t stop the feeling“, es wird also moderner, dank Justin Timberlake. Witzig: das Falsett von Timberlake plus Kirchenglocke zur Piaffe. Alles allerdings konzertant, kein Disco-Gedröhne, Der Wallach geht herrliche Piaffen und Passagen! Seine mit Abstand beste Darstellung in dieser Woche. Ein toller De Niro-Sohn, den man sicherlich auch für 2018 bei der WM in Tryon auf der Liste haben muss. 75,443 Prozent vorläufig.

15.30 Uhr

Rhythmisches Applaudieren zur Ermunterung des ersten schwedischen Reiters, Patrik Kittel und Delaunay. Der kommt mit strammer Kandare in die Arena. Der Wallach lässt sich von dem Trubel nicht ablenken. Geigen und andere Streicher begleiten das Paar in der Passage ins Viereck. Aber auch E-Gitarre. Auf straken Trab folgt Passage und vor den Richtern eine 90-Grad Piaffe aus die Mittellinie zu Billy Idols „Hot in the city“, das vorherrschende Musikstück des ersten, trab- und passagelastigen Teils der Darbietung. Schritt an der kurzen Seite bei A, versammelter Schritt dann an der langen Seite bis E. Dort dann wieder Passage und noch ein Piaffe. Zu „Eyes without a face“, auch vom 80er Jahre Edelpunk Billy Idol, dann Galopptraversalen, eine Diagonale starker Galopp, dann zur Orgel (ja, wirklich!) eine eineinhalbfache Pirouette anschließend weiter zu „Flesh for fantasy“. Das ganze spiegelbildlich dann noch einmal. Zu „Dancing with myself“ dann ein letzter starker Trab und Passagen, leicht schwankende Piaffen und ausdrucksstarke Passagen. Am Ende einmal „Hot in the city“. Da klatscht das Publikum im Takt. Und zum Abschluss feiern sie ihren Landsmann gebührend. 77,371 Prozent vorläufig.

15.20 Uhr

Severo Jurado Lopez und Deep Impact beginnen mit Passage und Piaffe zu „Lady Marmelade“, dem Song mit dem berühmten Refrain „Voulez vous couchez avec moi“ (der aber nicht erklingt). Zu diesem Song ist Lopez’ Chef Andreas Helgstrand 2006 in Aachen die Schimmelstute Matinée im WM-Finale in der Soers geritten. In der Passage von Deep Impact mit dem ungleich unter den Körper schwingenden Hinterbein lassen sich durchaus Parallelen erkennen zu der dänischen Stute. Zum Schritt dann „Your Song“ von Elton John („It’s a little bit funny, this feeling inside“). Der Spanier ist nicht immer ganz präzise in Übereinstimmung mit der Musik. Am Ende Passage zu Queen, Teile aus dem Mitsing-Klassiker „We will rock you“, dazu Piaffen. 75,675 Prozent vorläufig.

15.10 Uhr

Anna Zibrandtsen aus Dänemark mit Arlando haben mit der Mannschaftsmedaille übrigens der neuen Bundestrainerin Prinzessin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein ein besonderes Geschenk gemacht. Hätte die Reiterinnen keine Medaille gewonnen, hätte es keine Sportförderung mehr für die dänische Reiterei gegeben.

Musik: Zum Einreiten schon gleich aktuelle Hits: The Chainsmokers und Cold Play, aber als Pianoversion, „Something just like this“, danach zur Passage „Cheerleader“ von Omi und Felix Jaehn zum Wechsel von Piaffen, Passagen und Trabverstärkungen. Auch im Galopp moderne, aktuelle Klänge: Ed Sheeran „I’m in love with the shape of you“. Zweier- und Einerwechsel auf der einfachen Schlangenlinie. Keine Höchstschwierigkeiten, aber toll wie diese junge Reiterin, 23 Jahre alt, am Ende Piaffen mit 30 Grad-Wendungen mit Passagen abwechseln lässt. Der donnernde Bass fordert zum Mitklatschen auf, das macht das Publikum und der rührende Arlando reißt seine Vorderbein hoch. 77,686 Prozent.

15.00 Uhr

Dorothee Schneider und Sammy Davis jr. kamen schwungvoll ins Stadion, Dorothee ritt Schulterherein nach links und rechts vor dem Einreiten, dann setzten die Salsa-Klänge aus dem Film „Darf ich bitten?“, in dem Richard Gere die Hauptrolle gespielt hat, ein – es ging los! Die erste Piaffe schon sehr gut, flüssig, zehn Tritte, Sammy wirkte motiviert. Und konzentriert. Die Wechsel zwischen flotteren Klängen zu Traversalen im versammelten Trab und langsameren zur Passagetraversale passten auf den Tritt. Die Passagetraversalen waren ein erstes Highlight des Programms. Der Schritt auf gebogener Linie voll entspannt. Übergänge versammelter Schritt, Piaffe, versammelter Schritt und dann angaloppieren exakt zu den Klängen eines südamerikanischen Kinderchors passen. Doppelte Galopppirouette gefolgt von sicheren Zweierwechseln, auch die Einerwechsel nach doppelter Pirouette gelungen. Am Ende ist die Luft ein wenig raus. Der schwierige Übergang aus der Galopppirouette in die Passage ist etwas holperig und in der Fächerpiaffe schwindet die Energie ein bisschen. Aber der Schlussgruß ist exakt zum Ende der Musik. 76,289 Prozent vorläufig. Einmal 81 Prozent für den künstlerischen Eindruck.

Auftaktreiterin Belinda Weinbaur und Söhnlein Brillant für Österreich: 74,232 Prozent. Zweiter Starter waren Diederik van Silfhout und Four Seasons v. Fürst Piccolo aus den Niederlanden. Eine mit viel Piaffen und Passagen beginnende Kür. Kein zu hoher Schwierigkeitsgrad, 72,657 Prozent

14.30 Uhr

Guten Tag aus Göteborg, das Wetter sieht wieder gut aus. Wollen wir hoffen, dass sich die Sonne weiterhin durchsetzt. Heute morgen war der Himmel über Göteborg voller dunkelgrauer Regenwolken. Trotzdem sind, ersten Schätzungen nach, mehr als 100.000 Zuschauer heute Vormittag im Park Slottsskogen gewesen, um dort den Marathon, die „Geländestrecke“ der Viererzugfahrer live zu verfolgen.

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Skottsskogen Park Göteborg Marathon EM 2017 (© www.st-georg.de)

Hier füllt sich das Ullevi-Stadion allmählich. Angeblich sollen für die Kür der 15 besten Dressurreiter bei der Europameisterschaft die Stadionplätz sehr gut verkauft worden sein.

Ab 16.10 Uhr werden wir non stop aktualisieren! Vorher gibt es einen Text zum Ritt von Dorothee Schneider.

Für die, die sich mit dem Richten von Dressurküren auskennen, ist das was jetzt hier folgt, nichts Neues. Allen anderen sei noch einmal kurz aufgezeigt, welche Kriterien die sieben Richter in ihre Beurteilung der Ritte einfließen lassen.


Beurteilung der Grand Prix Kür bei der Europameisterschaft

Es gibt zwei Bewertungsblöcke, die A-Note für den technischen Wert und die B-Note für den künstlerischen Eindruck

A-Note (Technik)

Gezeigt werden müssen folgende Lektionen

  1. Versammelter Schritt (mindestens 20 Meter)
  2. Starker Schritt (mindestens 20 Meter)
  3. Traversale nach rechts im versammelten Trab
  4. Traversale nach links im versammelten Trab
  5. Starker Trab
  6. Traversale nach rechts im versammelten Galopp
  7. Traversale nach links im versammelten Trab
  8. Starker Galopp
  9. Fliegende Galoppwechsel zu zwei Sprüngen (mindestens 5 aufeinanderfolgend)
  10. Fliegende Galoppwechsel von Sprung zu Sprung (mindestens 9 aufeinanderfolgend)
  11. Galopppirouette rechts (geht mit Faktor 2 in die Wertung ein)
  12. Galopppirouette links (geht mit Faktor 2 in die Wertung ein)
  13. Passage (mindestens 20 Meter auf jeder Han, geht mit Faktor 2 in die Wertung ein)
  14. Piaffe (mindestens 10 Tritte auf gerader Linie, geht mit Faktor 2 in die Wertung ein)
  15. Übergänge von Passage in die Piaffe und aus der Piaffe in die Passage
  16. Auftakt- und Schlussgruß (eine gemeinsame Note)

Dies sind Mindestanforderungen, die um weitere Variationen der Lektionen („Fächerpiaffe“ = Piaffe mit mehrfachem Richtungswechsel, Piaffepirouette, Traversalen in der Passage, Serienwechsel in beliebiger Anzahl und auf gebogener Linie, einhändiges Reiten, komplexe Abfolgen (aus dem Halten in die Passagetraversale, Übergang aus der Galopp- in eine Piaffepirouette etc.) …) ergänzt werden können, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.

B-Note – der künstlerische Eindruck

5 Kriterien sind entscheidend für die künstlerische Note. Jedes Kriterium geht in vierfacher Wertung in die Beurteilung ein. Im einzelnen sind dies:

  1. Rhythmus (Takt), Energie (Fleiß) und Elastizität (Schwung)
  2. Harmonie zwischen Reiter und Pferd
  3. Choreographie, Raumaufteilung der Lektionen innerhalb des Dressurvierecks und Erfindungsreichtum
  4. Schwierigkeitsgrad, einkalkulierte Risiken
  5. Musik und Interpretation der Musik.

In beiden Blöcken lassen sich maximal 200 Punkte erreichen, diese werden zusammengezählt und jeweils durch zwei geteilt, so kommt das Endergebnis in Prozent zu Stande. Wie bei jedem Championat sitzen auch bei der Europameisterschaft in Göteborg sieben Richter um das Viereck herum.


 

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