Frankfurt: Cosmischer Einstieg in den Louisdor-Preis

Sönke Rothenberger und Cosmo, Sieger in der Einlaufprüfung des Louisdor-Preises 2015.

(© Sönke Rothenberger und Cosmo, Sieger in der Einlaufprüfung des Louisdor-Preises 2015.)

Mit knappem Vorsprung sicherte sich das Küken im deutschen Dressur-Championatskader, der 21-jährige Sönke Rothenberger, die Einlaufprüfung zum Louisdor-Preis Finale der besten Nachwuchs-Grand Prix-Pferde.

Es wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Auftakt zum Louisdor-Preis zwischen Sönke Rothenberger auf dem achtjährigen KWPN-Wallach Cosmo (v. Van Gogh-Landjonker) und Isabell Werth mit ihrem neunjährigen Westfalen Emilio v. Ehrenpreis-Cacir AA. Beide Pferde gehören im kommenden Jahr zu den potenziellen Olympiakandidaten. Sönke Rothenberger erhielt für seine Vorstellung 76,186 Prozent, Isabell Werth 76,163 Prozent. Das entspricht in reinen Punkten betrachtet gerade mal einem halben Punkt, den die beiden auseinander liegen.

Cosmo, ein eigentlich recht schlicht aufgemachter Hellbrauner, besticht, sobald er sich in Bewegung setzt, mit überragenden Grundgangarten und einer kraftvollen Mechanik, die er sicher seinen Springvorfahren zu verdanken hat. Gepaart ist das Ganze aber auch mit einem seltenen Talent für die versammelten Lektionen. Da gab es für die Passage schon mal eine 10. In der zweiten Passagetour scheute Cosmo und drängelte etwas in die Bahn, das kostete Punkte. Ebenso teuer war der Fehler in den Zweierwechseln. Die Piaffen würde man sich in Zukunft mehr am Platz wünschen, wobei in den Nachwuchsprüfungen eine leichte Vorwärtstendenz noch zulässig ist. Alles in allem würde man dem Wallach noch etwas mehr „Zug zur Hand wünschen“. Er verkriecht sich bisweilen etwas hinter dem Gebiss und ist dann nicht mehr einhundertprozentig vor seinem Reiter.

Das kann man bei Emilio nicht sagen. Der „Cousin“ von Isabell Werths Übertalent Bella Rose, der aus demselben Züchterhause stammt, ist wie auch Cosmo im Grunde ein Pferd ohne Schwachpunkte, das zudem schon sehr sicher in der Piaffe-Passage-Tour ist. Auch bei ihm gab es eine 10,0 in diesen Lektionen, nämlich für die Übergänge. Außerdem erhielt er mehrfach ein glattes Sehr Gut in diesem Bereich. Stets an den treibenden Hilfen seiner Reiterin und „vor ihr“, gefiel Emilios stetig leichte Anlehnung an die Reiterhand bei offenem Genick in allen Phasen. Aber auch er hatte heute kleine Unsicherheiten, die Punkte kosteten. Bei Emilio waren es die Rückführung vom starken in den versammelten Galopp sowie die fliegenden Wechsel von Sprung zu Sprung, in denen es Unstimmigkeiten gab, die Punkte kosteten. Aber alles in allem dürfte das ein spannendes Finale zwischen diesen beiden Talenten werden.

Rang drei ging an den zehnjährigen Hannoveraner Rousseau-Rotspon-Sohn Fiorano unter Susan Pape mit 72,233 Prozent. Schon von Hause aus ist der Fuchs ein geschlossenes Bergaufpferd. Das kommt auch unter dem Sattel zu Gute. Er gefiel mit einer deutlich unter den Schwerpunkt arbeitenden Hinterhand und bereits ausgeprägter Lastaufnahme in den versammelten Lektionen. Zu Beginn der Galopptour kamen leichte Spannungen auf, die sich Dank des darauf folgenden starken Galopps aber legten.

Vierter wurde der Oldenburger Hengst Dante Weltino v. Danone-Weltruhm. Er büßte heute insbesondere in den doppelt bewerteten Lektionen wie starker und versammelter Schritt oder auch in der Linkspirouette wertvolle Punkte ein. Alles in allem kam er auf 71,930 Prozent.

Dahinter rangierten in der Reihenfolge: Dorothee Schneider mit Fackeltanz (v. Florencio, 70,349), Juliane Brunkhorst auf Sieger Hit v. Sandro Hit, 69,93), Hendrik Lochthowe mit Meggle’s Boston (v. Johnson, 68,744), Marcus Hermes auf Callas FH (v. Carabas, 68,651 – wobei hier die Platzziffern 9, 9, 8, 7 und 3 auffielen. Die drei kam von Deutschlands Richter für Rio, Peter Holler, bei C), Marcus Hermes mit Cabanas FH (v. Carabas, 67,512) und Victoria Michalke mit Novia (v. Stedinger, 64,209).

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