Lisa-Maria Klössinger und Daktari sind Piaff Förderpreis-Sieger 2017

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Es hatte sich ja gestern schon abgezeichnet, dass wer den Piaff Förderpreis gewinnen will, an Lisa-Maria Klössinger und Daktari vorbeikommen muss. Das gelang keiner der acht weiteren Finalistinnen heute in Stuttgart.

Was für eine Saison haben die 24-jährige Lisa-Maria Klössinger und der zwölfjährige Württemberger Sohn Daktari hinter sich! U25-Doppel-Europameister in Lamprechtshausen (wobei sie auch Favoriten für die Kür waren, aber die fiel buchstäblich ins Wasser) und nun Sieger im Finale des Piaff Förderpreis.

Heute war einer dieser „Alles drin“-Tage bei Daktari. Der langbeinige elegante Braune hat nämlich manchmal mit seinem Nervenkostüm zu kämpfen, wie seine Reiterin sagt. Oder um den U25-Bundestrainer Sebastian Heinze zu zitieren: „Wenn Daktari einen guten Tag hat, ist alles drin, hat er einen schlechten, reicht es nicht einmal für einen Blumentopf.“

Heute jedenfalls war Daktari gut drauf. 72,140 Prozent gaben die Richter.Und da ist noch jede Menge Luft nach oben, wenn es der Reiterin gelingt, den Wallach besser vor sich zu halten.

Silber und Bronze

Platz zwei und drei blieben ebenfalls wie gehabt: Florine Kienbaum mit Doktor Schiwago vor Maire Carolin Beuth auf Hofglanz. Florine Kienbaums Hannoveraner Don Frederico-Sohn verhaspelte sich einmal im starken Trab, sprang nach dem starken Galopp einmal um und am Ende schien ihm die Kraft ein wenig auszugehen. Alles in allem gaben die Richter der 23-Jährigen, die in diesem Jahr mit ihren Pferden von Telgte nach Greven gezogen ist und täglich zehn Pferde unter dem Sattel hat, 69,060 Prozent. Das war ein Riesenerfolg, denn Kienbaum war erst im letzten Moment ins Finale gerutscht, nachdem Juliette Piotrowski absagen musste, weil ihr Sir Diamond sich einen fiebrigen Infekt eingefangen hatte. Doktor Schiwago hatte seinerseits ebenfalls im Sommer pausieren müssen, weil er an Magenproblemen laborierte.

Auf 68,80 Zähler kam die 25-jährige Maire Carolin Beuth auf ihrem 14-jährigen, selbst ausgebildeten Trakehner Hofglanz v. Hoftänzer. Schon gestern gefiel der Dunkelfuchs mit seiner motivierten Ausstrahlung. Heute wirkte er sogar noch ein bisschen frischer – ein wirklich harmonisches Paar. Sicherlich könnte „Hip“ in den Piaffen mehr Last aufnehmen und insgesamt etwas mehr unter den Schwerpunkt arbeiten. Aber die Übergänge zwischen Piaffe und Passage gelangen mehrheitlich sehr gut. Punkte kostete ein Fehler in den fliegenden Wechseln zu zwei Sprüngen und auch in den Einern war ein Wechsel kurz gesprungen. Dafür zeigten die beiden z.B. ein sehr durchlässiges und williges Rückwärtsrichten.

Die weiteren Platzierten

Hinter den drei Paaren auf den vorderen Plätzen reihte sich heute Bianca Nowag mit der 13-jährigen Westfalen Stute Fair Play als Vierte ein. Die Teamkollegin von Lisa-Maria Klössinger bei der siegreichen U25-EM bekommt die Stute von Besitzer Reiner Bockholt zur Verfügung gestellt und war mit ihr schon einmal Einzeleuropameisterin der jungen Reiter. Heute gab es 66,70 Prozent für die Fidermark-Tochter.

Fünfte wurde Franziska Sieber auf der Trakehner Stute Rosafina v. Elfengeist (66,120) vor Sarah Runge auf dem einst von Nadine Capellmann vorgestellten Dark Dynamic (65,70), Anna-Louisa Fuchs und Rodrigos E.H. (64,820) und Jessica Krieg mit Special Edition.

Richtig Pech hatte Laura Strobel (25) mit Wind of Change. Der Wallach hatte offenbar die Zunge übers Gebiss gezogen und die 25-jährige Schülerin von Dorothee Schneider musste aufgeben. Dabei hatten die beiden gestern gestern noch Platz vier belegt und eine Runde gezeigt, die für heute einiges versprach. Sehr schade für die gut sitzende und gefühlvoll einwirkende Reiterin.

Bundestrainer Heinze: „Allen eine Chance geben“

Dies war der erste Piaff Förderpreis-Jahrgang, den Sebastian Heinze als Trainer begleitet hat. Gegenüber Dressursport Deutschland sagte er: „Ich möchte auch dafür einstehen, dass neue Reiter eine Chance bekommen!“ Dafür spreche er auch mal Reiterinnen und Reiter an, die vielleicht keinen großen Namen haben, die ihm aber durch gutes Reiten ins Auge fallen. „Ich möchte, dass jeder merkt, dass man durch gutes Reiten eine Chance bekommt, auch wenn man bisher noch nicht auf der Liste steht.“

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