Louisdor-Preis 2021 an Total Hope vor zweimal V-Power von Fabienne Müller-Lütkemeier, die auch noch Lörke-Preisträgerin wurde

KRONBERG – Schafhof Edition 2021

Eine 10,0 gab es im Finale des Louisdor-Preises 2021 für Total Hopes Zweierwechsel unter Isabel Freese. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Klare Sieger des Louisdor-Preis Finales 2021 sind Isabel Freese und Total Hope. Ganz stark war aber auch der Auftritt unserer aktuellen Titelheldin Fabienne Müller-Lütkemeier mit ihren beiden Vitalis-Füchsen.

An Total Hope war in diesem Finale kein Vorbeikommen. Wie schon gestern setzte sich der neunjährige Oldenburger Hengst v. Totilas aus der Weihegold mit seiner Ausbilderin Isabel Freese recht deutlich vom Feld ab.

Gezogen worden war Total Hope von Weihegold-Besitzerin Christine Arns-Krogmann. Inzwischen steht er in gemeinschaftlichem Besitz der Hengsthaltung Schockemöhle und der Dänin Lone Boegh Henriksen. Nachdem er als Youngster in Schweden im Deckeinsatz war und dort zunächst auch ausgebildet wurde, wechselte er zu Isabel Freese, die mit ihm unter anderem siebenjährig Bronze bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde gewann und anschließend das Finale im Nürnberger Burg-Pokal. Nun sind sie auf Grand Prix-Ebene angekommen. 77,540 Prozent waren die Hausnummer, die die Richter heute für die Vorstellung des Siegerpaares zückten.

Die meisten Punkte sammelte der Rappe in der Galopptour. Für die Zweierwechsel gab es von Henning Lehrmann bei B sogar eine 10,0. Auch für die Einerwechsel waren es durchgehend Wertnoten zwischen 8 und 9. Die Pirouetten wurden mit Wertnoten von 7 bis 8 bedacht (wobei die nach links besser klappte, als nach rechts). In derselben Liga spielten auch Passagen, Piaffen und Übergänge.

Dr. Dietrich Plewa kommentierte: „Das war eine sehr reife Vorstellung. Neben den Galoppverstärkungen sind hier sicherlich auch die Wechsel und Piaffen einzubeziehen. Die Piaffen waren sehr gleichmäßig, elastisch und energisch abfußend auf der Stelle. Besonders beeindruckend ist bei diesem Pferd, dass nichts andressiert oder mechanisch wirkt. Das ist das Ergebnis einer systematischen Ausbildung.“

Und Isabel Freese freute sich: „Er hat ein unglaubliches Talent für alles, nichts fällt ihm schwer. Ich bin mega zufrieden. Wir haben nur einmal den Grand Prix als Test durchgeritten, aber das ist trotzdem Neuland für uns. Dass es hier auf den Punkt so funktioniert, dass er so mitmacht, da fehlen mir fast die Worte. Die Galopptour ist wirklich herausragend. Das Wochenende hat alle Erwartungen übertroffen.“

Ihr nächstes Ziel ist ein großes: Sie möchte mit Total Hope für Norwegen bei den Weltmeisterschaften in Herning an den Start gehen.

Platz zwei und drei an Fabienne Müller-Lütkemeier

Zwei Füchse, beide abstammend von Vitalis, beide auf der Auktion in Westfalen entdeckt, beide selbst ausgebildet und nun sind die beiden das zweit- und drittbeste Nachwuchs-Grand Prix-Pferd Deutschlands – die ehemalige Mannschaftswelt- und -europameisterin Fabienne Müller-Lütkemeier hat allen Grund stolz auf ihre Pferde, aber auch auf sich selbst zu sein.

Mit Valencia As, die den Titel des aktuellen St.GEORG ziert, wurde sie Zweite (74,180 Prozent), mit Valesco Dritte (73,380). Als wir Fabienne und ihre Füchse vor einigen Wochen daheim in Paderborn besucht hatten, erzählte sie noch, die beiden seien eigentlich sehr unerschrocken und überhaupt nicht guckig. Das hatte Valesco ja nicht zuletzt in Aachen demonstriert, als er unter Flutlicht durchs Deutsche Bank Stadion piaffierte, als habe er sein Leben lang nichts anderes gemacht. Doch Weihnachten ist ja bekanntlich immer alles besonders spannend und aufregend. Das fanden wohl auch Valencia As und Valesco, die sich diesmal etwas ablenken ließen. Aber wenn man sich so lange kennt, weiß man wohl auch mit solchen Situationen umzugehen. Jedenfalls kommentierte Dr. Plewa Valencia As so:

„Am Anfang fehlte vielleicht noch etwas die Losgelassenheit, der Ausdruck wurde aber zunehmend entspannter, ohne dass das Pferd an Kadenz verloren hätte, insbesondere in den versammelten Lektionen. Die Wechsel waren sehr schön und gleichmäßig bergauf durchgesprungen und die letzte Passage ist besonders gut gelungen, absolut gleichmäßig.“ Dass die Stute nicht unbedingt in Rage sein muss, um spektakulär Passage zu gehen, haben wir bei unserem Besuch erlebt.

Die Passagen waren es auch bei Valesco, die Plewa besonders lobte. Auch wenn seine Reiterin sagte, sie habe versucht, ihm Mut zu machen, fühlte sich der Wallach in der Halle doch nicht ganz so wohl. Trotzdem hat er geliefert. Plewa: „Die Passagen verdienen besondere Erwähnung, das ist schon unheimlich ausgereift und bewegt sich im obersten Notenbereich.“

Tatsächlich gab es hier Noten bis 9,0. Die fielen vereinzelt aber auch in der Galopptour. Schritt zu gehen, war heute allerdings wohl doch etwas viel verlangt.

Otto-Lörke-Preis

www.sportfotos-lafrentz.de

Lörke-Preisträger 2021: Fabienne Müller-Lütkemeier, ihre Mutter Gina Capellmann-Lütkemeier und natürlich Valesco. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Auch wenn heute nicht sein selbstbewusstester Tag war, eigentlich hat Valesco – oder „Schumi“, wie das strebsame Energiebündel zuhause heißt – allen Grund, sich mit Stolz zu präsentieren. Schließlich hat er dieses Jahr schon vier internationale Grand Prix-Prüfungen gewonnen.

Dafür wurde seiner Reiterin Fabienne Müller-Lütkemeier und ihrer Mutter Gina Capellmann-Lütkemeier als Besitzerin und Trainerin des Paares der Otto-Lörke-Preis verliehen. Dieser Preis, der an den legendären gleichnamigen Ausbilder erinnert, geht an Reiter bzw. Ausbilder und Besitzer desjenigen höchstens zehnjährigen Grand Prix-Pferdes, das dem Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) in der zurückliegenden Saison besonders aufgefallen ist.

Für Fabienne Müller-Lütkemeier und ihre Mutter ist es bereits das zweite Mal, dass sie den renommierten Preis entgegennehmen dürfen. Das erste Mal war für den Rappen Fabregaz.

Weitere Platzierte im Louisdor-Preis

Zurück zu den Platzierten des Louisdor-Preises. Den vierten Platz belegten Anabel Balkenhol und ihr Hannoveraner Hohenstein-Sohn High Five mit 72,620 Prozent, gefolgt von Frederic Wandres auf Hot Hit (72,440), Dorothee Schneider mit Sisters Act (71,70), Emma Kanerva mit Mist of Titanium (71,160), Dr. Annabel Frenzen auf SilberStern (70,50), Lena Waldmann mit Morricone (70,460), Bianca Nowag und Florine (69,440), Thomas Wagner im Sattel des bereits verkauften Filigrano Marone (69,040) und nochmal Emma Kanerva, diesmal mit Feldrose (68,80).