Mehr Dressur vom Wochenende: Max-Theurer und Lord Leopold, Langehanenberg und Damsey, Auftritt WM-Champions und mehr

Helen Langehanenberg und Damsey beim Late Entry Riesenbeck 2016

Helen Langehanenberg und Damsey. (© Kiki Beelitz)

Nicht nur in Balve gab es dieses Wochenende spannenden Dressursport. Auch auf Schloss Achleiten in Österreich und im niederländischen Roosendaal gab es ebenfalls Wegweisendes in Sachen Dressurzukunft.

Erfolgreiche Turnierpremiere

Der CDI4* auf Schloss Achleiten ist das Haus- und Hofturnier von Victoria Max-Theurer. Das heißt aber nicht, dass sie automatisch ein Abonnement auf alle Siege hat. Im Grand Prix musste sie mit ihrer designierten Olympiakandidatin Blind Date v. Breitling beispielsweise der irischen Weltcup-Finalistin Judy Reynolds auf Vancouver den Vortritt lassen (75,240 zu 74,70 Prozent). Im Special drehte sie dann den Spieß allerdings wieder um und siegte mit 74,549 Prozent vor Reynolds (71,824), die zwei teure Patzer hatte.

Außerdem konnte „Vicky“ sich über zwei Siege in der Kür-Tour mit der 13-jährigen Oldenburger Diamond Hit-Tochter Della Cavalleria freuen. 70,620 Prozent lautete das Grand Prix-Ergebnis, 77,350 das der Kür.

Interessant war aber vor allem auch Max-Theurers Auftritt in der Kleinen Tour. Im Prix St. Georges hatte sie nämlich ihre Neuerwerbung gesattelt, den neunjährigen Lord Sinclair-Sohn Lord Leopold. Mit 74,737 Prozent belegte das Paar auf Anhieb Rang zwei. Siegerin der Prüfung war die ebenfalls neun Jahre alte Don Frederico-Tochter Donna Caribica unter Wiebke Bruns mit 75,395 Prozent. Bruns ist zwar Deutsche, arbeitet aber als Bereiterin auf Schloss Achleiten, und ihre Stute gehört Achleiten-Chefin Sissy Max-Theurer – also ein Heimsieg auf ganzer Linie. Dritter dieser Prüfung wurde der Silbermedaillengewinner der Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde 2014, Auheims Del Magico v. Dimaggio unter Stephanie Dearing (70,570).

In der Intermédiaire I konnte sich dann Stephanie Dearing durchsetzen. Sie kam mit ihrem Schimmel auf 72,544 Prozent, bei Wiebke Bruns wurden es 72,281 Prozent. Es war also knapp. Vicky Max-Theurer und Lord Leopold waren in dieser Prüfung nicht mehr am Start. Wohl aber ein anderer Hengst, der wie Lord Leopold auch seine Karriere auf dem Baden-Württemberger Gestüt Birkhof begonnen hatte: Alassio’s Boy, der einst erfolgreich beim Bundeschampionat in Warendorf ging. Mit Franziska Fries für Österreich im Sattel wurde der Alassio-Sohn Dritter (70,351).

 

Erster Auslandsstart für Helen Langehanenberg und Damsey, Wiedersehen mit einem zweifachen Weltmeister und mehr

Schon am Donnerstag gab es ein Paar, dessen Auftritt mit Spannung erwartet worden war: den britischen EM-Mannschafts-Silbermedaillengewinner von 2015, Michael George Eilberg, auf dem Sir Donnerhall-Sohn Sa Coeur. Sie gewannen die Prüfung mit 75,658 Prozent. Sa Coeur gewann fünf– und sechsjährig die Weltmeisterschaften der Jungen Dressurpferde, damals noch unter Eva Möller. Dazwischen wurde er Spitzenpferd (2,31 Millionen Euro) der P.S.I. Auktion, wechselte in russischen Besitz und ist schließlich vor einem Jahr bei Eilberg gelandet, der auch noch ein anderes einstiges P.S.I.-Spitzenpferd reitet: Der Designer.

Roosendaal gehört für die US-Amerikaner zu den Vorbereitungsturnieren für die Olympischen Spiele. Die beiden bis dato erfolgreichsten Reiter des Kaders verteidigten in Roosendaal ihre Stellung. Steffen Peters und der Westfale Legolas v. Laomedon siegten im Grand Prix mit 76,820 Prozent. Die ärgste Konkurrentin aus dem eigenen Lager, Laura Graves mit Verdades, wurde Zweite (75,80). Dicht dahinter reihte sich die britische Teamkollegin Michael George Eilbergs auf ihrem Spitzenpferd ein: Fiona Bigwood auf der Gribaldi-Tochter Atterupgaards Orthilia (75,780).

Platz fünf in dieser Prüfung ging an das neue deutsche Grand Prix-Paar, Helen Langehanenberg auf dem Hannoveraner Hengst Damsey v. Dressage Royal. Es war der erste Auslandsstart für die beiden, den sie 71,60 Prozent beendeten.

Im Grand Prix Special starteten Fiona Bigwood und Orthilia dann durch: Sieg mit 77,059 Prozent. Steffen Peters und Legolas wurden Zweite mit 75,863 Prozent. Auf Rang drei reihten sich die schwedischen Shooting Stars Juliette Ramel und Buriel ein (74,373). Buriel ist ein holländischer Osmium-Sohn, den Ramel reitet seitdem er sieben Jahre alt ist. Die beiden arbeiten mit Nicole Werner, die ebenfalls die ständige Trainerin von Edward Gal und Hans Peter Minderhoud ist.

Helen Langehanenberg und Damsey belegten hinter Laura Graves mit Verdades (74,255) erneut Platz fünf (72,882 Prozent). Therese Nilshagen, die zwar für Schweden reitet, aber im Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen als Bereiterin arbeitet, wurde Sechste auf dem Lodbergener Star Dante Weltino v. Danone (72,588).

In der Kür-Tour wechselten sich die beiden holländischen Olympia-Kandidatinnen Danielle Heijkoop auf Siro und Madeleine Witte-Vrees mit Cennin auf den vorderen Plätzen ab. Im Grand Prix siegte Siro mit 73,980 Prozent vor Cennin (73,020).

Die Kür endete mit einem Sieg für Cennin (77,650) vor Siro (77,550). Platz drei ging in beiden Prüfungen an Steffen Peters auf seinem zweiten Grand Prix-Pferd, der rheinischen Rock Forever-Tochter Rosamunde (72,220 bzw. 77,250 Prozent)

Alle Ergebnisse aus Roosendaal finden Sie hier (in der linken Spalte kann man navigieren)