Erste Trainingsstipendien der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport vergeben

Niklas Krieg ist einer der drei Glüc

(© Niklas Krieg ist einer der drei Glücklichen, die künftig einem Springprofi über die Schulter schauen dürfen.)

Die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport setzt sich nicht nur für die Berittmachung der bereits etablierten Reiter ein, sie unterstützt auch den Nachwuchs. In den olympischen Diziplinen wurden nun erstmals Stipendien an jeweils drei Talente vergeben.

Diese sind verbunden mit einem Aufenthalt bei einem Profi der jeweiligen Disziplin. Die Dressurreiter werden von Bundestrainerin Monica Theodorescu persönlich betreut. Die Vielseitigkeitsreiter haben nicht nur das Glück, bei Co-Bundestrainer Chris Bartle trainieren zu dürfen, für sie ist das Training mit einem Englandaufenthalt verbunden, wo sie bei den Turnieren auf die besten Reiter der Welt treffen und so Erfahrung und Selbstbewusstsein sammeln und tanken können. Der Springreiternachwuchs wird auf verschiedene Profiställe aufgeteilt.

Und dies sind die Stipendiaten:

Bei Monica Theodorescu reiten nun regelmäßig die Zwillinge Ellen und Leonie Richter sowie Bianca Nowag. Alle drei sind bereits erfolgreich in der Klasse S. Theodorescu: „Mir macht das Training mit den Dreien unheimlich viel Spaß.“ Allerdings könne sie die Zwillinge nur auf dem Pferd unterscheiden. Das reicht ja auch. Grundsätzlich ist sie sehr überzeugt von dem Konzept: „Ich finde es einfach richtig, dass die Jüngeren von den erfahrenen Reitern und Trainern so viel wie möglich lernen.“ Und auch auf den Turnieren, auf denen die Cheftrainerin den drei Nachwuchs-Reiterinnen begegnet, hält sie „ein Auge mit drauf“.

Die glücklichen Buschstipendiaten sind Claas-Hermann Romeike, Niklas Bschorer und Christoph Wahler. Das Trio ist bereits Drei-Sterne-erfolgreich und auf dem Sprung in die Königsklasse. Bschorer war bereits während seiner Schulzeit eine Weile lang bei Chris Bartle stationiert und freut sich nun über eine weitere Chance, bei dem Erfolgscoach zu trainieren. Er ist ohnehin auf der Insel im Stall von Mark Todd stationiert und fährt regelmäßig zu Bartle zum Training. Christoph Wahler ist bereits im Yorkshire Riding Centre untergebracht.

Unter den vielen talentierten Springreitern Deutschlands wurden folgende drei Kandidaten ausgewählt: Angelina Herröder, Maximilian Lill und Niklsa Krieg. Sie gehören zum C-Kader der Jungen Reiter und haben diverse Erfolge auf internationalem Parkett vorzuweisen. Maximilian Lill hat bereits eine Stipendiumsplatz gefunden. Er geht zu dem in Deutschland ansässigen Iren Cameron Hanley. Bei ihm soll Lill nun wochenweise Einzug halten dürfen, so dass er nicht nur das Training selbst, sondern auch den Alltag in einem Profistall miterleben kann. Der Junioren- und Junge Reiter-Bundestrainer Markus Merschformann ist begeistert von dem Projekt, sieht aber auch eine Schwierigkeit: die Terminfindung. „Die internationalen Reiter sind an 40 bis 45 Wochenenden im Jahr unterwegs und die Nachwuchsreiter nicht viel weniger. Da ist es schwer, auf einen Nenner zu kommen. Aber alle Reiter, die wir bisher angesprochen haben, haben sofort gesagt, dass sie die Stipendien unterstützen. Das zeigt, dass wir es mit echten Pferdeleuten zu tun haben, die dem Nachwuchs auf dem Weg in den großen Sport helfen wollen.“

Denn dafür braucht es am Ende Wissen und Erfahrung, die weit über das bloße Reittalent hinaus gehen. Dr. Dennis Peiler, der Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) erklärt: „Hauptintention dieser Stipendien ist, dass die Nachwuchssportler von den Erfahrenen, von den Besten lernen sollen und zwar in puncto Training, Stallmanagement und allem, was dazu gehört.“ Denn ohne fitte und motivierte Pferde kann sich auch der noch so talentierte Reiter nicht an der Spitze halten. Aber wie setzt man die Pferde gezielt so ein, dass sie ge-, aber nicht überfordert werden und die Lust verlieren? Was füttern die Profis welchem Pferdetyp? Solche und ähnliche Fragen können innterhalb des Stipendiatenaufenthalts beantwortet werden. Peiler weiter: „Mit diesen Stipendien setzt die Stiftung genau am richtigen Punkt an und nutzt die wunderbaren Synergieeffekte von Nachwuchs- und Spitzensport.“ Es gehe hierbei nicht ‚nur’ um kurzzeitige Erfolge im Training, sondern um nachhaltiges Lernen und Kennenlernen, ergänzt Peiler. „Optimal wäre natürlich, wenn sich über die Stipendien hinaus, Kooperationen oder Patenschaften bilden würden.“