Noch mehr Sportrentner: Patrik Kittels Olympia-Stute Deja und Darragh Kennys Babalou

Patrik Kittels Deja galt einst als eines der talentiertesten Pferde im internationalen Dressursport. Aber sie bekommt heute weniger Punkte als bei ihren ersten Grand Prix-Prüfungen. Heute waren die schwankenden Piaffen das gravierendste Problem. Mit 74,568 Prozent wurden sie 22.

Patrik Kittels Deja bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016. (© Pauline von Hardenberg)

Im Dressurviereck bzw. im Parcours gibt es in einigen Jahren hoffentlich Nachkommen zweier großartiger Stuten zu sehen: Deja von Patrik Kittel und Babalou von Darragh Kenny.

Als Patrik Kittel die heute 16-jährige Schwedische Warmblutstute Deja v. Silvano-Don Schufro erstmals 2013 in Hagen in der kleinen Tour präsentierte, waren die Tribünen gesteckt voll. Von der eleganten braunen Stute, die zuvor schon bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde in Verden Zehnte bei den Sechsjährigen geworden war, hatte man schon einiges gehört. Deja wurde ihrem Ruf gerecht.

Bis heute gehört sie ihrer Züchterin Marie Haward. Ursprünglich hatte sie sie zu Patrik Kittel gestellt, um sie verkaufen zu lassen. Doch Kittel erkannte das Talent der Rubinstein-Enkelin und schaffte es, sie sich als potenzielles Olympiapferd für Rio zu sichern. Er bildete sie bis Grand Prix aus, stellte sie bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen vor und löste im Jahr darauf tatsächlich das Ticket für Rio. Sie wurden dort Fünfte mit der Mannschaft und 16. in der Kür.

2018 qualifizierten Patrik Kittel und Deja sich für das Weltcup-Finale in Paris, wo sie Platz vier belegte. Deja galt als Kittels Kandidatin für die Weltreiterspiele in Tryon, wo dann aber doch Stallkollegin Well Done de la Roche zum Einsatz kam.

Im Sommer letzten Jahres wurde bekannt, dass die Stute einen Weideunfall hatte und vorerst in den Deckeinsatz gehen sollte, um sich von der Verletzung zu erholen. Doch der Deckversuch scheiterte und auch mit der Rückkehr in den Sport wollte es nicht so recht klappen

Patrik Kittel meldete nun, dass Deja künftig nur noch Zuchtstute sein wird: „Es würde zu lange brauchen, um ihre Persönlichkeit und ihre Arbeitsbereitschaft zu beschreiben. Traurigerweise wurde sie nach ihrem Weideunfall nie wieder die Alte und nachdem sie so viel für mich und Marie Haward getan hat, haben wir entschieden, dass sie nun Vollzeitmama wird. Ich vermisse ihre Freundlichkeit und ihre Begeisterung, wenn das Publikum applaudierte. Aber es öffnet sich nun ein neues Kapitel für sie und das wichtigste für sie ist, dass sie nun ein glückliches Leben hat.“

Die Stute hatte bereits 2008 ein Fohlen v. Richfield: die Stute Diva, die inzwischen ebenfalls bei Patrik Kittel im Stall steht und von seiner Frau Lyndal Oatley geritten wird.

Deja soll nun von Hans Peter Minderhouds Johnson besamt werden, berichtete Marie Haward gegenüber Eurodressage.

Babalou geht ebenfalls in die Zucht

Pauline von Hardenberg

Der Ire Darragh Kenny mit Babalou wurde im Stechen Fünfter. (© Pauline von Hardenberg)

Der nun 15-jährigen Balou du Rouet-Tochter Babalou verdankt der irische Springreiter Darragh Kenny viel. Er übernahm sie von dem US-Reiter Todd Minikus, mit dem die Oldenburger Stute ihre ersten internationalen Erfahrungen gesammelt hat, bis Darragh Kenny sie zum Jahreswechsel 2017/2018 unter den Sattel bekam.

Er gewann mit Babalou zweimal den Großen Preis von Kentucky (CSI3*). Richtig wohl zu fühlen schien die Fuchsstute aus einer Silvio-Mutter sich in der Aachener Soers. Hier wurde sie 2018 Vierte und 2019 Fünfte im Großen Preis.

Nun ist Schluss mit Sport für Babalou. Darragh Kenny schreibt auf Instagram: „Ich wünsche dieser Stute eine wunderschöne Zeit als Rentnerin. Du warst ein unglaubliches Pferd für meine Karriere und hast Dir das größte Turnier des Jahres ausgesucht, um im Großen Preis zu glänzen. Danke für alles, es war ein fantastischer Ritt! Ich werde künftig einige Deiner Babies zum Springen bekommen.“

www.worldofshowjumping.com

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