FEI Awards 2021 für Greta Busacker, Peder Fredricson, Beatrice de Lavalette und die Equuleus Charity

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Vorjahres-Preisträgerin Semmieke Rothenberger, FEI Rising Star 2021 Greta Busacker und Mathieu Baumgartner, Marketing Vize-Präsident des Sponsors Longines. (© FEI/Dirk Caremans)

Vier deutsche Amazonen waren für die 13. FEI Awards nominiert. Vor 300 geladenen Gästen in Antwerpen hat Vielseitigkeitsreiterin Greta Busacker am Mittwochabend den FEI Rising Star Award nach Deutschland geholt und somit den insgesamt vierten FEI Award in den Stall Klimke.

Eine Familie, die dem Reitsport verschrieben ist: Das sind die Klimkes. Der Großvater Dr. Reiner Klimke machte es vor, dann Greta Busackers Mutter Ingrid Klimke, die selbst 2019 und 2020 den FEI Award der besten Athleten gewann und mit ihren Erfolgen in der Vielseitigkeit zur absoluten Weltspitze zählt. In den Schatten stellen lässt sich aber auch die erst 19-jährige Greta Busacker nicht, sie siegte bei den diesjährigen Europameisterschaften in Segersjö (Schweden) in der Einzelwertung, holte ebenso die Goldmedaille mit dem Team und erritt die Bronzemedaille auf den Deutschen Meisterschaften der Jungen Reiter. Wenn es um die Wahl der Disziplinen geht, tut sie es ihrer Mutter gleich, denn neben Erfolgen in der Vielseitigkeit kann auch sie zahlreiche Platzierungen und Siege in Dressurprüfungen bis hin zum Prix St. Georges-Niveau.

In der Danksagung lobte sie ihr gesamtes Team und Familie. Der Schlüssel zum Erfolg ist aber auch Scrabble, ihr zehnjähriger Oldenburger Wallach v. Straviaty aus einer Colander-Mutter, der sie seit 2019 in Vielseitigkeitsprüfungen zu bemerkenswerten Erfolgen trägt. So nutzte sie die Rede, um sich bei ihrem Weggefährten zu bedanken: „Durch Scrabble habe ich gelernt geduldig zu sein. Wenn ich in der Startbox stehe und der Countdown runterzählt, weiß ich, dass ich mich zu 100 Prozent auf ihn verlassen kann. Er hat unglaublich viel Mut und gibt nie auf. Danke Scrabble!“

Zweifache Gewinnernation Schweden

Gleich zwei deutsche Reiterinnen waren für den Award des besten Athleten nominiert: die Einzel-Olympiasiegerin der Vielseitigkeit, Julia Krajewski, und die Doppel-Olympiasiegerin aus Tokio, Jessica von Bredow-Werndl. Doch nach drei Jahren deutscher Gewinner in Folge, mussten Vertreterinnen aus Deutschland in diesem Jahr das Zepter abgeben. Der Einzel-Silber- und Team-Gold Gewinner bei Olympia in Tokio und amtierende Global Champions Tour-Gesamtsieger Peder Fredricson (Schweden) gewann den Award des besten Athleten in diesem Jahr. Erst im Oktober setzte sich der 49-jährige Schwede zum ersten Mal in seiner reiterlichen Laufbahn auf Platz eins der Weltrangliste der Springreiter. Fredricson war nicht anwesend, um den Award entgegenzunehmen, hinterließ dafür aber eine Videobotschaft:

Einen weiteren schwedischen Erfolg gab es in der Kategorie der besten Pfleger. Ausgezeichnet wurde Marie Johansson, die sich seit Jahren um die Pferde des internationalen Dressurreiters Patrik Kittel kümmert.

Against All Odds: Reitsport mit Bedeutung

Para-Dressurreiterin Beatrice de Lavalette (USA) hatte in Tokio ihren ersten Auftritt bei Paralympischen Spielen. Während des terroristischen Anschlags auf den Zaventem Flughafen in Brüssel 2016, verlor die damals 17-Jährige beide Beine. Der Reitsport bedeutet für sie mehr, als nur Turniere, Sport und Erfolge, denn Beatrice de Lavalette betont: “Als Ergebnis des Attentats verlor ich einen Teil von mir und meine Freiheit. Jedes mal wenn ich auf ein Pferd steige, gewinne ich sie zurück.“ Dafür erhielt sie den Against All Odds Award.

Ausgezeichnete Wohltätigkeitsarbeit

In jedem Jahr wird eine Organisation geehrt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Reitsport zu verbreiten und zugänglicher zu machen. Die Equuleus Charity aus China tut genau dies, denn durch sie können junge und weniger privilegierte Schüler einen akademischen Abschluss machen und währenddessen etwas über den richtigen Umgang mit Pferden und den Reitsport lernen.

Janne Baumann

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