Europameisterschaft: Finale Springen – kann Weishaupt noch Bronze schaffen?

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Philipp Weishaupt und Convall bei der EM in Göteborg – Überflieger! (© Pauline von Hardenberg)

Aus eigener Kraft kann Philipp Weishaupt nicht mehr aufs Treppchen kommen bei der Europameisterschaft der Springreiter. Aber von Bronze ist er weniger als einen Springfehler entfernt. Und Convall B sprang schlicht und einfach sensationell. Auch Marcus Ehning ist in der Entscheidungsrunde.

Auch vor dem letzten Springen bei der Europameisterschaft in Göteborg liegt der Schwede Peder Ericson mit All in weiterhin in Führung. Aber einfach hat es der Olympiazweite von Rio nicht gemacht – weder seinem Wallach, noch dem Publikum. Denn gerade im letzten Drittel des Parcours musste sich All In mächtig anstrengen. Die Distanz vom Wassergraben zum Steilsprung in Ankerform ließ die Zuschauer den Atem anhalten. Auch in der Dreifachen Kombination, im direkten Anschluss aus einer Rechtswendung anzureiten, waren die famosen Springanlagen von All In gefordert. Es blieb bei null Fehlern in der Gesamtwertung.

Philipp Weishaupt mit starker Runde

Keinen Moment des Zweifels gab es bei der Runde von Philipp Weishaupt und Convall B. Der Sieger im Großen Preis von Aachen 2016 sprang souverän. Jedes Hindernis in Idealmanier. Weishaupt kann zwar nicht mehr aus eigener Kraft aufs Podium, aber als Fünter ist der Bronzeplatz weniger als einen Springfehler entfernt.

Jetzt hoffe ich auf eine schwere, dicke Runde, hoch und breit, davor habe ich keine Angst.

Sein Pferd sei top in Form. „Wenn er in dieser Form ist, fühlt es sich an wie eine Springpferdeprüfung. Mein bester Parcours bisher in Göteborg, auch wenn er im Nationenpreis in der zweiten Runde schon sehr gut gesprungen ist, in der ersten Runde das war ein untypischer Fehler für ihn, ein Netzroller.“

Marcus Ehning hatte einen Abwurf in der Dreifachen Kombination. Pret a tout erwischte mit der Hinterhand eine Stange des mittleren Sprungs. „Ich hatte mich vielleicht zu sehr auf den Schwung zum Aussprung konzentriert, weil es da einige Fehler gegeben hatte,“ sagte Ehning. Er geht als Zehnter mit 8,59 Punkten in das Finale. Weishaupt hat 6,73. Vor ihm liegen der Ire Shane Sweetnam mit Chaqui Z (6,1) und der Niederländer Harry Smolders mit Don VHP Z (5,52). Zweiter ist der Ire Cian O Connor mit Good Luck (2,25). Bitter war die Runde für den Schweizer Martin Fuchs, der mit 2,03 Fehlerpunkten als Zweiter in das Springen hineingaloppierte. Eineinhalb Minuten später und zwei Abwürfe mehr auf dem Konto, war er dann nur noch auf Platz 13.

Super Debüt für Laura Klaphake

Marcus Ehning befand den Kurs als „reell“. „Aber es gab doch ein, zwei Nuller zu viel“, so sein Fazit. Championatsdebütantin Laura Klaphake sprach von einem „echt schweren Springen mit Linien, auf die man sich echt konzentrieren muss.“ Knifflig war unter anderem eine Halbdistanz zwischen den Hindernissen fünf zu sechs. Einen Zeitfehler addierte Klaphake ihrem Ergebnis hinzu, am Endresultat änderte das nichts, Rang 17. „Ich habe vielleicht manchmal etwa weit ausgeholt, aber ich wollte lieber null reiten, da war mir die Zeit nicht ganz so wichtig.“ Die Studentin, die mit der Erfahrung von acht Championaten aus der Zeit im Nachwuchslager nach Göteborg gereist war, kann mehr als zufrieden sein mit ihren Auftritten. Genau genommen waren es fünf Sekunden im Auftaktspringen, dem Zeitspringen, die nicht optimal verliefen: Der Fehler am Wassergraben und daraus resultierend der Abwurf des folgenden Sprungs. Drei Abwürfe in vier schweren Springen – das macht Lust auf mehr. „Wir nehmen hier aus Göteborg ganz viel Erfahrung mit und die kann ich dann das nächste Mal einbringen, wenn ich die Chance bekommen sollte.“

Um 16 Uhr gehen die besten Zwölf ins Stadion und reiten um die Entscheidung.

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