Leipzig: Erste Parcours-Highlights nach Belgien und Kolumbien, Voltis in Form

Leipzig – Partner Pferd 2018

Francois Mathy Jr (BEL) und Falco van de Clehoeve bei der Partner Pferd 2018, Sieger im IDEE Kaffee Preis. (© www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz)

Am Freitag des Weltcup-Turniers in Leipzig holten die deutschen Springreiter zwar Schleifen, aber noch keine goldenen. Dafür aber die Voltigierer. Zumindest die Herren und die Paare.

Die internationalen Springen des Leipziger Weltcupturniers gingen am Freitag an die ausländischen Gäste. Die Qualifikation für das Weltcupspringen am Sonntag gewann der Kolumbianer Carlos Enrique Lopez Lizarazo auf dem 13-jährige KWPN-Wallach Admara v. Padino (v. Heartbreaker)-Murano. Er blieb im 47-köpfigen Starterfeld der Schnellste (0/60,64). Der 52-Jährige, der bereits als junger Mann in Europa ritt, zwischendurch wieder in seiner kolumbianischen Heimat unterwegs war, ist heute in der Nähe von Lyon stationiert. Die Großmutter von Admara ist zugleich die Mutter des Olympiasiegerpferdes Hickstead. Admara selbst war das Erfolgspferd des Italieners Emanuele Gaudiano, ehe er vor zwei Jahren zu Carlos Lopez kam.

Hinter dem niederländischen Vize-Europameister Harrie Smolders auf Zinius (61,95), die Sieger aus Mechelen, setzte sich der Franzose Simon Delestre auf Chadino auf Rang drei, einem Chacco Blue-Sohn, der unter Ferenc Szentirmai in ukrainischen Farben bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 am Start war. Als bester Deutscher platzierte sich Christian Ahlmann mit Ailina v. Chico’s Boy auf Rang vier. Mario Stevens auf Landano v. Lord Pezi wurde Sechster.

14 Reiter blieben ohne Abwurf. Im Weltcup-Springen am Sonntag, in dem die Punkte fürs Finale in Paris im April vergeben werden, sind 40 Reiter zugelassen, 31 waren vorqualifiziert. Zu den neun Reitern, die die Chance nutzten, ihren sonntäglichen Start zu zu sichern, gehören die Deutschen Mario Stevens, Christian Kukuk und Maximilian Lill.

Regeln wie böhmische Dörfer …

Das System der Vorqualifizierung ist alles andere als transparent und für das breite Publikum wohl böhmische Dörfer. So sind die zehn Punktbesten der Westeuropaliga startberechtigt, das versteht man ja noch, außerdem zehn Reiter aus Ländern, die eine Weltcup-Qualifikation ausrichten. Vier Reiter aus Ländern, die keine Weltcup-Qualifikation ausrichten, sind auch dabei, vorausgesetzt, das Land hat mehr als 3,5 Millionen Einwohner. Die drei Nationen, die die meisten Reiter unter den besten 60 der Weltrangliste haben, dürfen einen Extra-Reiter schicken, auf diese Weise kam Marcus Ehning ins Feld. Außerdem sind fünf vom Bundestrainer zu benennende Reiter des Gastgeberlandes vorqualifiziert.

Auch das 1,45 Meter Springen am Nachmittag ging außer Landes. Francois Mathy Jun, auf Falco van de Clehoeve siegte vor dem Schweizer Martin Fuchs auf Dubai und dem besten Deutschen, Felix Haßmann auf Brazonado.

Voltigieren

www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Torben Jacobs und Theresa Sophie Bresch siegten im ersten Durchgang der Weltcup-Etappe der Doppel-Voltigerer in Leipzig 2018. (© www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz)

Mit einem starken Aufgebot von vier von sechs Teilnehmerinnen dominierte die Schweiz die Weltcup-Qualifikation der Damen in Leipzig. In der ersten von zwei Prüfungen setzte sich Nadja Büttiker mit Keep Cool III und Monika Winkler-Bischofberger an der Longe mit 7,9 Punkten an die Spitze vor ihrer Landsfrau Ilona Hannig mit Latino v. Forst mit Michael Heuer an der Longe (7,79).

Die einzige Deutsche, die Weltranglisten-Zweite und Vize-Weltmeisterin Kristina Boe, wurde mit 7,45 Punkten Vierte hinter der Schwedin Sandra Anderberg. Boes Pferd Highländer (Longenführerin Winnie Schlüter) zeigte sich sichtlich beeindruckt von der Atmosphäre, wurde immer schneller, die Athletin hatte Mühe, ihr Programm mit der gewünschten Sicherheit und Eleganz durchzuziehen. Anders als etwa im Dressurreiten haben beim Voltigieren die Richter verschiedene Aufgabe: Richter A bewertet nur das Pferd, hier erhielt Highländer die schwache Note 6,1. Richter B und D bewerten die Technik (8,25 und 8,16), Richter C ist für die Artistik zuständig (7,2). Insgesamt blieben für Kristina Boe 7,45 Punkte.

Bei den Herren behielten die Gastgeber das Heft in der Hand, belegten die Plätze eins bis drei, an der Spitze der Favorit Jannik Heiland (8,73) Wieder war Highländer im Ring, diesmal benahm sich der Schwarzbraune mustergültig. Auf den Plätzen folgten die Brüder Thomas Brüsewitz mit Danny Boy, Patric Looser an der Longe (8,27), und ganz dicht dahinter sein Bruder Viktor mit Clau und Gesa Bühring an der Longe (8,20).

Im Pas de Deux erreichten die Vize-Europameister Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs (GER) mit Holiday on Ice, an der Longe Alexandra Knauf die vorläufige Höchstwertung (8,24) vor den Schweizern Syra Schmid und Maruccio Zoe (7,93) sowie Marina Mohar und Celine Hofstetter (7,1), ebenfalls Schweiz.

Wer wieviele Weltcup-Punkte mitnimmt, entscheidet sich am Samstagabend im zweiten Umlauf.

Alle Ergebnisse aus Leipzig finden Sie hier. 

 

 

 

 

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