Max Kühner gewinnt Rolex Grand Prix in ’s-Hertogenbosch

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Max Kühner und Elektric Blue P im Rolex Grand Prix bei den Dutch Masters 2021. (© Presse)

Die erste Etappe des Rolex Grand Slam ist entschieden. In ’s-Hertogenbosch setzte sich der Österreicher Max Kühner im Stechen der besten Acht durch. Christian Kukuk wurde Dritter, Philipp Weishaupt Vierter.

17 hundertstel Sekunden entschieden den Rolex Grand Prix in ’s-Hertogenbosch. 17 hundertstel Sekunden, die 92.000 Euro Unterschied im Preisgeld machten. Über den Titel bei den Dutch Masters und 231.000 Euro Gewinngeld konnte sich der der Österreicher Max Kühner freuen. Als er als vorletzter Starter des achtköpfigen Stechens über den letzten Oxer flog, ballte er die Faust. Er wusste: Das war ein Sensationsritt! Der DSP-Wallach Elektric Blue P v. Eldorado van de Zeshoek jagte in Weltpferd-Manier über die acht Sprünge in der leeren Brabanthalle. Die Uhr blieb bei 32,52 Sekunden stehen. Grandios! Aber Pech für Christian Kukuk, der bis dahin noch die Führung inne hatte. Große Galoppade, geschmeidiges Springen, Durchlässigkeit und der Ehrgeiz eines Champions – das waren die Zutaten für die Sieger-Kombination.

Einzig der Brasilianer Marlon Modolo Zanotelli hätte Kühner den Sieg noch streitig machen können. Doch so behände, so geschmeidig wie Kühners Elektric Blue P konnte Edgar v. Arezzo nicht über den Kurs kommen. Auch wenn der Brasilianer in der zweiten Hälfte wirklich alles versuchte und bis auf besagte 17 hundertstel Sekunden herankam.

42 Starter, acht im Stechen in ’s-Hertogenbosch

Gerade einmal acht Paaren war es in der leeren Brabanthalle in ’s-Hertogenbosch gelungen, ins Stechen des Rolex Grand Prix zu gelangen. Als Marcus Ehning als letzter Starter im Normalparcours sein Glück mit Calanda versuchte, hätte er ein deutsches Trio in der Entscheidungsrunde klar machen können. Doch die hannoversche Calido-Tochter kam zu dicht an den Einsprung der mächtigen dreifachen Kombination, die Stange an 4a fiel. Ehning ritt dann flott weiter und landete als schnellster Vierfehlerritt noch auf Platz zehn. Der war in diesem Springen immerhin noch mit 14.000 Euro dotiert. Neunte wurde Laura Kraut (USA) mit dem Holsteiner Cofu v. Contact Me. Sie hatten einen Zeitfehler als sie über die Ziellinie galoppierten.

Starke Deutsche aus den Beerbaum Stables

Philipp Weishaupt und der elfjährige Coby mussten im Stechen als erstes ran. Davon ließ sich das Duo nicht ins Bockshorn jagen. Ideale Linien, richtig Tempo zum letzten Sprung, einem grün-gelben Rolex-Oxer: fehlerfrei in 33,721 Sekunden – das war ein Einstieg nach Maß. Der am Ende Platz vier bedeutete. Auch der noch mit 70.000 Euro Preisgeld ausstaffiert.

DigiShots

Christian Kukuk und Checker, Rolex Grand Prix Dutch Masters 2021 (© DigiShots)

Sein Stallkollege Christian Kukuk ließ Weishaupt nicht lange von einem erneuten Sieg in einem Rolex Grand Prix träumen. In Aachen war Weishaupt einst mit Convall siegreich gewesen. Doch Kukuk und der Schimmel Checker v. Comme il faut, im März noch mehrfach hochplatziert in Doha, war schon schon zur Hälfte des Parcours etwas schneller. 0/33,57 waren die Koordinaten, an denen sich die Konkurrenz nun die Zähne ausbiss, einer nach dem nächsten. Mit diesem Platz drei in ’s-Hertogenbosch dürfte sich Kukuk auch noch einmal in Richtung Olympia-Kandidat vorgearbeitet haben. Der Bundestrainer ist auch als Besitzer von Checker eingetragen.105.000 Euro hat der Comme il faut-Sohn nun mehr auf seinem Gewinnkonto.

Einen stilistisch hervorragenden ritt lieferte Lokalmatador Wiilem Greve mit Carambole v. Cassini, mit 17 Jahren das älteste Pferd im Stechen, ab. Er war der einzige Niederländer in der Entscheidung. Am Ende reichte der Nullfehlerritt nicht für ganz vorne. (0/34,14, Fünter).

Mit dem schnellsten Vierfehlerritt kamen der Schimmelwallach Vertigo du Desert, klar geprägt von seinem Vater Mylord Carthago, mit der für Portugal startenden Luciana Diniz auf Rang sechs. Die Uhr blieb bei 33,96 Sekunden stehen. Zum letzten Oxer ritt die zierliche Amazone als sei der Allmächtige persönlich ihr auf den Fersen. Auch wenn Vertigo du Desert sich Mühe gab, aus dem Tempo konnte er den Oxer nicht mehr fehlerfrei überwinden.

Volles Risiko ritt auch der Belgier Jérôme Guery mit Quel Homme de Hus v. Quidam de Revel. Dem Mannschaftseuropameister wurde der Aussprung der Zweifachen Kombination zum Verhängnis. Bis dahin war er richtig schnell unterwegs mit dem mächtig galoppierenden Holsteiner Hengst (4/34,4).

Achte wurde seine Landgenossin Gudrun Pattet mit Sea Coast Pebbles. Auch diese Kombination ereilte das Schicksal am letzten Sprung (4/35,24).

Weiter geht es in Spruce Meadows

Nächste Station des Rolex Grand Slam, den es seit 2013 gibt, geht über vier Etappen. Als nächstes steht Spruce Meadows in Kanada auf dem Terminkalender. Dann folgt das CHIO Aachen im September und schließlich Genf in der Adventszeit.

Die Ergebnisse finden Sie hier.