Shanghai: Gregory Wathelet und Coree unschlagbar

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Gregory Wathelet und Coree, Sieger im Großen Preis bei der Global Champions Tour-Etappe in Shanghai 2018. (© LGCT/Grasso)

Mit einem Paar, das schon den Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen gewonnen hat, ist immer zu rechnen. Aber als eines der ersten Paare im Stechen hat man einen strategischen Nachteil. Es sei denn man heißt Gregory Wathelet und hat ein Pferd wie Coree. Dann kann man auch von dieser Position aus ein Global Champions Tour-Springen gewinnen.

Gregory Wathelet und seine zwölfjährige westfälische Cornet Obolensky-Tochter Coree waren gleich das zweite Paar im Stechen. Zuvor hatten der Führende in der GCT-Gesamtwertung, Scott Brash und seine neunjährige Hannoveraner Nachwuchshoffnung Hello Shelby bereits eine fehlerfreie Runde gedreht. Ihre Zeit: 39,60 Sekunden. Das reichte schlussendlich für Platz fünf.

Dann kamen die beiden Aachen-Gewinner von 2017. Wathelet war klar, dass da noch einige schnell Paare kommen, also riskierte er was ging, nahm Brash schon mal fast zwei Sekunden ab und gewann alles. Oder vielmehr das meiste, nämlich 201.300 Euro für den Sieger sowie Punkte für die GCT-Gesamtwertung.

Später im Interview sagte Wathelet: „Alles ist zu schlagen. Sicher, ich wusste, ich war so schnell wie es ging und meine Stute hat sehr gut mitgearbeitet, daher war es ein gutes Stechen für mich. Ich musste einige Risiken in Kauf nehmen, weil ich wusste, dass noch sehr schnelle Reiter nach mir kommen würden.“

Das Wochenende des Ben Maher

Kaum weniger gefreut haben dürfte sich der Brite Ben Maher auf Rang zwei. Er hatte zuvor schon mit Emily Moffitt für die London Knights den Sieg in der Global Champions League dingfest gemacht, nachdem er schon am Freitag die erste Teilprüfung gewinnen konnte.

Und nicht nur die Siege und Platz zwei dürften ihn froh stimmen. Vor allem hat der Mannschaftsolympiasieger von 2012 mit dem neunjährigen Chacco Blue-Sohn Explosion W offenbar wieder ein Pferd mit Championatsqualitäten unter dem Sattel. Denn auch heute sprang der Fuchs wieder fantastisch und war mit 38,55 Sekunden auch superschnell.

Maher meinte später: „Auch mein Pferd ist erst neun Jahre alt. Wir haben ihn im Stall seit er siebenjährig ist. Dies ist das erste Turnier mit ihm für mich. Ich habe ihn ein oder zweimal geritten als er noch jünger war. Von daher bin ich heute sehr glücklich über ihn. Unser Stallreiter hat unglaubliche Arbeit geleistet mit ihm. Er war die ganze Woche konstant.“

Demnach scheint der Wallach also das Zeug zu haben, auch mehrere schwere Parcours wie bei einem Championat bewältigen zu können. Doch dafür muss Maher ihn natürlich auch weiter reiten dürfen. Das möchte er gerne: „Ich hoffe, ich kann das Pferd noch für einige Turniere mehr reiten.“ Aber am heutigen Tag Gregory Wathelet hinter sich zu lassen, das sei unmöglich gewesen: „Ich bin gestern und heute so schnell geritten, wie ich konnte. Aber es gab heute einfach keine Chance, Gregory zu schlagen.“

Daniel Deußer auf Rang drei

Ähnlich äußerte sich auch der Drittplatzierte, Daniel Deußer. Er hatte für das Stechen den bildschönen Zangersheider Hengst Tobago Z gesattelt. Die beiden waren letztes Paar im Stechen, und als sie nach 39,11 Sekunden ins Ziel kamen, war klar: Der Sieger kommt aus Belgien und heißt Gregory Wathelet. Dußer war trotzdem extrem zufrieden über Rang drei:

„Ich bin sehr sehr glücklich über den Auftritt meines Pferdes heute. Er hatte heute morgen die Qualifikation gewonnen und war Dritter im Großen Preis. Die Runde von Gregory war fast unschlagbar. Selbst wenn ich ein paarmal üben könnte, wäre ich nicht sicher, ob ich ihn schlagen könnte. Aber ich habe mein bestes getan. Daher bin ich zufrieden.

Super Tag für Deutschland

Nicht nur für Daniel Deußer war das heute ein erfolgreicher Tag in Shanghai. In der Qualifikation hatten er und Tobago Z wie gesagt den Ton angegeben und das Springen vor dem Trainingskollegen aus den Stephex Stables gewonnen, Italiens Lorenzo de Luca. Der saß im Sattel von Halifax van het Kluizeboes.

Dahinter wurde es wieder Schwarz-Rot-Gold mit Philipp Weishaupt und Call me Eva als Drittem und Christian Ahlmann auf Ailina dahinter.

Bei David Will auf Chillert Blue, Maurice Tebbel mit Don Diarado,  Ludger Beerbaum auf Chiara sowie Christian Kukuk und Limonchello fiel jeweils eine Stange. Drei Abwürfe kassierten Philip Houston und Loewenherz.

David Will hatte auch im Großen Preis einen Abwurf, da allerdings auf dem zehnjährigen Deluxe Ilton v. Cooper van de Heffinck. Christian Ahlmann kassierte mit Clintrexo Z zwei Abwürfe, ebenso wie Maurice Tebbel und Don Diarado. Ludger Beerbaum und Cool Down gaben auf.

Alle Ergebnisse aus Shanghai finden Sie hier.

 

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