Wiesbaden: Kamal Bahamdan holt Großen Preis nach Saudi-Arabien

Kamal Bahamdan und Nobless des Tess

(© Kamal Bahamdan und Nobless des Tess)

Die dritte Riders Tour-Etappe sicherte sich der Mannschafts-Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele von London, Kamal Bahamdan. Daran, wem er das zu verdanken hat, ließ der Saudi keinen Zweifel aufkommen.

Wie lange sie denn Zeit haben, stellte Kamal Bahamdan aus Saudi-Arabien die Gegenfrage als er engsprochen wurde, was er zu seinem Erfolgspferd Nobless des Tess sagen könne. „Diese Stute ist einfach unglaublich, sie ist alles für mich und sie liebt ihren Job.“ So war es auch diese 14-jährige französische Cumano-Tochter, auf der Bahamdan bei den Olympischen Spielen in London gesessen hatte, als die Saudis mit Mannschaftsbronze für eine kleine Sensation gesorgt hatten. Der 45-jährige Bahamdan ist schon lange in Europa beheimatet, war zehn Jahre lang im Stall von Jan Tops in Valkenswaard angesiedelt und wechselte Anfang des Jahres zu Ludger Beerbaum nach Riesenbeck.

Der Große Preis beim Wiesbadener Pfingstturnier stellte die Reiter vor Herausforderungen. Nobless des Tess sprang nicht nur in beiden Umläufen fehlerfrei, sondern war auch blitzschnell. Bei 45,45 Sekunden stoppte die Uhr in Runde zwei. Schneller war nur einer, und das war – wen wundert’s – Irlands Speedkanone Bertram Allen auf dem jüngst übernommenen Oldenburger Quiet Easy. Das Tempo (45,33 Sekunden) kostete die beiden allerdings einen Abwurf, Platz acht.

Das zweitbeste Ergebnis lieferte der nach langer Verletzungspause wieder absolut fitte Weltcupsieger von 2011, Taloubet Z unter Christian Ahlmann. Die beiden kamen nach 45,93 Sekunden ins Ziel. Der Reiter könnte wohl kaum glücklicher sein. Schließlich hat er mit Taloubet ein Pferd, das seinem derzeitigen Championatskandidaten Codex One mindestens ebenbürtig ist. Der Hengst v. Galoubet A-Polydor ist nun 15 Jahre alt. Ahlmann sagt: „Wir haben ihn (nach seiner Verletzung) lange trainiert, bevor wir ihn wieder mit aufs Turnier genommen haben. Wiesbaden war sein zweites großes Turnier und ich bin sehr froh und glücklich, dass er wieder so dabei ist. Er hat nichts verlernt. Das war ein perfekter Tag!“

Über den dritten Platz konnte sich Holger Wulschner freuen, der bereits Zweiter im Hauptspringen am Sonntag geworden war, dem Preis des Hessischen Ministerpräsidenten. Da hatte er noch gehadert, ob er den zehnjährigen Cha Cha, der gestern so gut ging, heute noch einmal einsetzen solle, oder lieber auf den erfahrenen zwölfjährigen Cavity (Holsteiner v. Caretino-Lansing) setzen sollte. Letzteres war der ursprüngliche Plan gewesen und der ging auf. Im ersten Umlauf hatten die beiden zwar einen Abwurf, qualifizierten sich aber trotzdem für Runde zwei. Da ließen sie dann alle Stangen liegen und kamen nach 47,07 Sekunden mit der drittschnellsten Zeit ins Ziel.

Vierte wurde Luciana Diniz (POR) auf der hoch talentierten Hannoveraner For Pleasure-Tochter Fit For Fun vor der derzeit Führenden der Riders Tour-Wertung, Janne-Friederike Meyer auf Goya. Der neunjährige Belgier steht seit zwei Jahren bei Janne im Stall. Jürgen Fitschen vom Vorstand der Deutschen Bank hatte ihn für die Mannschaftsweltmeisterin von 2010 erworben. Nicht nur Janne hält ganz große Stücke auf den Fuchs, mit dem sie in diesem Jahr unter anderem Dritte im Großen Preis von Neumünster und Zweite im Großen Preis von Hagen geworden war. Auch Paul Schockemöhle hatte nach dem Erfolg in Hagen erklärt, Goya könne ein Championatspferd werden. Das scheint er gehört und sich zu Herzen genommen zu haben ….

Janne-Friederike Meyer konnte mit ihrer Platzierung ihre Führung in der Riders Tour-Gesamtwertung weiter ausbauen. Bahamdan ist auf den zweiten Platz des Rankings aufgerückt und Holger Wulschner hat einen Sprung nach vorne auf Platz fünf gemacht. Eine Übersicht des aktuellen Stands finden Sie hier.

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