Bad Harzburg: Teilnehmer für Nachwuchs-EM nominiert, Bundeswettkampf Vielseitigkeit an das Team Rheinland

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Elf Mannschaften traten am Wochenende beim Bundeswettkampf Vielseitigkeit in Bad Harzburg gegeneinander an. Das Team aus dem Rheinland konnte den Sieg für sich verbuchen. Darüber hinaus gab die Arbeitsgruppe Nachwuchs des Ausschusses Vielseitigkeit im Anschluss an das Turnier, das gleichzeitig EM-Sichtung war, die nominierten Junioren und Jungen Reiter für die bevorstehenden Europameisterschaften bekannt.

Vom 25. bis 29. August finden im schwedischen Segersjö die Europameisterschaften Vielseitigkeit für Junge Reiter und Junioren statt. Die besten ihrer Altersklassen aus Deutschland trafen sich am Wochenende am Rande des Harzgebirges, um ihre Form nochmals zu überprüfen und in der letzten Sichtung vor dem Championat mit einem guten Auftritt ihre Visitenkarte abzugeben.

Junioren

Die U18-Reiter gingen mit ihren Pferden eine CCI2*-S-Vielseitigkeit als letzte Sichtungsprüfung vor der EM. Besonders erfolgreich lief das Wochenende für Kaya Thomsen. Mit dem elfjährigen Diarado-Sohn Da Bin Ich C legte sie mit dem besten Dressurergebnis von 27,3 Punkten vor. Und dabei blieb es dann auch bis zum Schluss durch die fehlerfreie Bewältigung von Gelände und Springen. Und sie hatte gleich noch ein zweites heißes Eisen im Feuer, nämlich Barny. Der 19-jährige Wallach, ehemaliges Olympiapferd von Kayas Vater Peter (der ja nun nach Olympia die Funktion des Bundestrainers der Vielseitigkeitsreiter übernimmt), war auch Kaya Thomsens Partner für die Deutsche Meisterschaft in diesem Jahr gewesen. Dort waren die beiden im Gelände jedoch ausgeschieden. Dieses Wochenende lief hingegen alles nach Plan. Nach dem Dressurergebnis von 28,9 sammelte das Paar lediglich 0,4 Strafpunkte für Zeitüberschreitung im Gelände und wurden mit insgesamt 29,3 Punkten schließlich Vierte.

Nur einen Wimpernschlag hinter Kaya Thomsen und Da Bin Ich C platzierte sich Sophia Rössel mit Exclusive. Auch diese Zwei konnten ihr Dressurergebnis von 28,0 bis zum Schluss halten. Platz drei wurde es für Matti Garlichs. Er saß im Sattel von Ludwig, einem neunjährigen Wallach von Light On. Gemeinsam sammelte das Paar in 2020 erste Erfahrungen in internationalen Vielseitigkeits-Prüfungen. Dieses Jahr konnten sie sich erfolgreich auf 2*-Niveau etablieren. In all ihren internationalen Prüfungen kamen Garlichs und Ludwig stets mit dem Dressurergebnis nach Hause, oder sammelten lediglich Fehler für Zeitüberschreitung im Gelände. In Bad Harzburg ritt Garlichs den Westfalenwallach in der Dressur zu einem Ergebnis von 29,3. Und auch hier sollte es dabei bleiben, sie kamen mit weißer Weste ins Ziel der Teildisziplinen Gelände und Springen.

Hinter Kaya Thomsen und Barny landete Viktoria Weyers mit Lariostea H auf dem fünften Rang (29,9). Weyers hatte bis zum Springen sogar in Führung gelegen mit 25,9, nahm dann aber eine Stange im Parcours mit. Auf sie folgte Catharina Dannenmann im Sattel von Nobleman (30,0) auf Platz sechs und Nane Nikolaus Dehn/Zilia (30,0). Davon nur einen Hauch entfernt lagen Franziska Keinki und Beauvais auf Rang acht (30,1) und Jule Krueger mit D’Artagnan auf dem neunten Rang.

Die nominierten Junioren für die EM in Schweden sind nun (in alphabetischer Reihenfolge):

• Nane Nikolaus Dehn mit Zilia,
• Matti Garlichs mit Ludwig,
• Hanna Jensen mit Eh Clara,
• Sophia Rössel mit Exclusive,
• Kaya Thomsen mit Barny oder Da bin ich C,
• Victoria Weyers mit Lariostea H.

Als erste Reserve wurde Nicoletta Massmann mit Painter’s Igor berufen, zweite Reserve ist Mathies Rüder mit The Magician, dritte Reserve Jule Krüger mit D’Artagnan.

Junge Reiter

Für die U21-Reiter gab es eine CCI3*-S im Vorfeld der Europameisterschaften zu bestreiten. Greta Busacker und Scrabble, Bronzemedaillengewinner der Deutschen Jugendmeisterschaften 2021 bei den Jungen Reitern, siegten hier mit insgesamt 23,2 Strafpunkten. Ihre Dressuraufgabe war sogar mit nur 20,8 Punkten bewertet worden. Im Busch mussten sie dann noch 2,4 Strafpunkte für Überschreiten der Bestzeit in Kauf nehmen. Trotzdem war ihnen der Sieg nicht mehr zu nehmen.

Alina Dibowski und ihr vierbeiniger bewährter EM-Partner Barbados, die auch schon einige Platzierungen in CCI4*-S-Prüfungen vorweisen können, wurden Zweite. Sie ritten für 24,4 Punkte Dressur und blieben fehlerfrei in Gelände und Springen. Auf Platz drei landeten Libussa Lübbeke und Darcy. Sie hatten nach der Dressur mit 23,7 Punkten in Führung gelegen, bekamen dann jedoch einen Fehler im abschließenden Springen. Insgesamt waren es somit 27,7 Strafpunkte auf dem Konto des Paares.

Die amtierende Deutsche Meisterin in der Altersklasse der Jungen Reiter, Anna Lena Schaaf, erwischte ein weniger gutes Wochenende. Sowohl mit ihrer diesjährigen DM-Siegerin Debby, als auch mit ihrer bewährten Stute Fairytale, sammelte die Amazone im Gelände und Springen jeweils einige Strafpunkte, die ihre im Grunde nicht verkehrten Dressurergebnisse dann überschatteten.

Das Vertrauen der Arbeitsgruppe Nachwuchs des Ausschusses Vielseitigkeit genießt Schaaf dennoch, wie die Nominierungen für die EM zeigen (in alphabetischer Reihenfolge):

• Greta Busacker mit Scrabble,
• Alina Dibowski mit Barbados
• Ben-Philipp Knaak mit Let’s Go,
• Libussa Lübbeke mit Darcy
• Paula Reinstorf mit Ilara W,
• Anna-Lena Schaaf mit Fairytale.

Als erste Reserve wurde Ann-Cathrin Bierlein mit Sir Scotty nominiert, zweite Reserve ist Anna-Lena Schaaf mit Debby, dritte Reserve Jana Lehmkuhl mit Huckleberry Finn.

Bundeswettkampf Vielseitigkeit

Neben den EM-Sichtungen wurde in einer CCI2*-L auch noch der Bundeswettkampf Vielseitigkeit ausgetragen. Jede Mannschaft bestand aus vier Paaren und einem Streichergebnis. Das Team Rheinland konnte hier den Sieg einfahren mit einem Gesamtergebnis von 97,6 Punkten, ein super Ergebnis! Für die Mannschaft gingen Lena Scheepers/La Mum, Rebecca Herter/de Cœur, Elisa Abeck/Cambion und Betti Hallwig/Fly In Time Frieda an den Start.

Platz zwei belegte die Mannschaft aus Schleswig-Holstein mit 102,7 Punkten. Hier ritten Leo von Schmeling/Lucky Toutch, Nele Spiering/Travenort’s Lucio, Nike Denker/Marbella D und Gunda Hamann/Dubi Du. Der dritte Rang wurde es für die Reiterinnen aus Hannover. Laura Bardowicks/Loulany, Juliane Barth/Baroness III, Greta Leatizia Tidow/Eluna und Julia Weiser/Claire de la Lune sammelten zusammen 104,0 Punkte.

In der Einzelwertung hatte ebenfalls die für Rheinland startende Lena Scheepers und ihre La Mum die Nase vorn. Sie erzielten ein Ergebnis von 26,9 Punkten. Christoph Fingerhut für das Team Hessen war zweitbester Reiter der Einzelwertung. Im Sattel von City Girl kam er auf 30,1 Punkte. Dritte wurden Ellen Hoyer (Thüringen) und Chicago mit 30,3 Punkten.

Preise für Züchter

Auch Ehrenpreise für die Züchter der besten Pferde des Bundeswettkampfes Vielseitigkeit wurden in diesem Jahr wieder vergeben. Der Sonderpreis für das beste in Deutschland gezogene Pferd ging an Heinrich Bergendahl als Züchter der siegreichen La Mum, einer neunjährigen Westfalenstute von La Calido. Den Sonderehrenpreis für beste in Familie gezogene und selbst ausgebildete Pferd durfte Pia Schmülling aus Großheide in Empfang nehmen, die mit der Hannoveraner Stute For Ever Pleasure N v. Firth of Lorne den zwölften Platz belegte. Nicht zuletzt durfte sich das rheinische Siegerteam auch noch über den Ehrenpreis für die beste, ausschließlich mit deutschen Pferden startende Mannschaft freuen.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.