DM Luhmühlen: Deutsches Trio nach Viersterne-Dressur vorne

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Vorjahressiegerin Julia Krajewski und Samourai du Thot bei den Deutschen Meisterschaften 2019 in Luhmühlen. (© Thomas Ix)

Hauchdünn ist der Vorsprung von Julia Krajewski und ihrem Samourai du Thot nach der Dressur bei den Deutschen Meisterschaften in Luhmühlen. Ingrid Klimke und Nachwuchshoffnung Asha P befinden sich quasi in Lauerstellung. Auf dem Bronzerang liegt momentan Michael Jung.

Mit einer gewohnt sicheren Dressur schickt sich Julia Krajewski auf Samourai de Thot an, ihren Deutschen Meisterstitel von 2018 beim CCI4*-S in Luhmühlen zu verteidigen.  Mit 24,70  Minuspunkten setzte sie sich an die Spitze der 53 Starter in der internationalen Kurzprüfung. Obwohl sie rundum zufrieden war mit dem 13-jährigen Selle Francais, riskierte Krajewski nicht das Letzte. „Sam war die letzten Tage sehr entspannt, heute war er allerdings ein bisschen griffig. Vielleicht hätte ich in gestern noch ein zweites Mal reiten sollen, um heute noch etwas mehr zu riskieren und die Höhepunkte heraus reiten zu können,“ sagte sie nach ihrem Ritt.

Der Abstand zur ihrer Verfolgerin Ingrid Klimke ist winzig, nur 0,1 Punkte, nicht mal ein Zeitfehler im Gelände (0,4).  Die qualitätsvolle Vorstellung von Klimke wurde mit 24,8 Minuspunkten honoriert. Die erst achtjährige Asha P v. Askari-Heraldik xx zeigte sich nervenstark und hochmotiviert. Durchlässig an den Hilfen präsentierte sich die Stute immer in schönem Bergauf-Rahmen. Die Brandenburger Stute ist nach ihrem Mannschaftssieg in CCI*4-S im britischen  Houghton Hall eine der Zukunftshoffnungen der EM-Dritten von 2018. „Sie ist mutig und hat eine tolle Galoppade, man kann sie also auch schnell reiten“, sagte Klimke über Asha, die Bundestrainer Hans Melzer für sie als Fünfjährige beim Bundeschampionat in Warendorf entdeckte. Jetzt, zweieinhalb Jahre und viele Trainingsstunden weiter, scheint die Stute die in sie gesetzten Hoffnungen zu erfüllen. „Es macht viel aus, wenn man ein Pferd von Anfang an hatte“, sagt Ingrid Klimke. Das Saisonziel  ist das CCI4*-L in Boekelo, dann hätte das Paar auch die Grundqualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio, für die Klimke mit Hale Bob bereits durch ihren WM-Bronzerang 2018 qualifiziert ist.

Thomas Ix

Ingrid Klimke bei den Deutschen Meisterschaften 2019: Mit Asha P hat sie ein potenzielles Championatspferd unter dem Sattel. (© Thomas Ix)

Michael Jung mit neuem Pferd

Dritter nach der Dressur ist Michael Jung auf der elfjährigen Creevagh Cooley, die erste seit wenigen Wochen in seinem Beritt ist (25,6). Mit Highlighter und Corazon konnte sich der dreimalige Oympiasieger auch noch auf den Plätzen sieben und acht mit 28,3 bzw. 29,7 Minuspunkte etablieren. Durch das neue Dressur-Wertungssystem ohne Koeffizient liegen die Reiter noch dichter beisammen als sonst. Auch in Luhmühlen taten sich die Richter schwer, die sehr guten, die mittelmäßigen und die nicht so guten Ritte so zu differenzieren, dass das Dressurergebnis am Ende noch irgendeine Rolle spielt.

Bundestrainer Hand Melzer bezeichnete die Dressur der offenen deutschen Meisterschaft als „sehr aufschlussreich.“ Es sei doch sehr erhellend, seine Reiter alle mal gegeneinander reiten zu sehen, sagte Melzer. Bei den Europameisterschaften in Luhmühlen im August darf er zwölf Paare an den Start bringen.

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