DM Vielseitigkeit 2019: Michael Jung führt nach erstem Dressurtag

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Michael Jung und Creevagh Cooley bei den Deutschen Meisterschaften 2019 in Luhmühlen. (© Thomas Ix)

Im Busch-Mekka Luhmühlen drehte sich heute ausnahmsweise mal alles um die Dressur. Bei den Deutschen Meisterschaften in der Vielseitigkeit übernahm vorläufig Michael Jung die Führung. Und das auf einem Pferd, das er erst seit wenigen Wochen reitet.

Die Deutschen Meisterschaften Vielseitigkeit werden im Rahmen der Lumühlen Horse Trials als eine CCI4*-S-Prüfung ausgetragen. Nach dem ersten Dressurtag führt mit Michael Jung ein mehr als bekannter Name die Wertung an. Nicht ganz so berühmt ist bisher allerdings das Pferd, auf der er heute mit 25,6 Minuspunkten die vorläufige Spitzenposition übernahm. Creevagh Cooley, ein Irish Sport Horse v. Camiro De Haar-Darragh Field, gehört eigentlich Jungs schwedischer Schülerin Selma Hammarström. Ihre Ausbildung hatte die elfjährige Stute von der britischen Vielseitigkeitsreiterin Kitty King erhalten, die sie 2016 an die Nachwuchsreiterin verkaufte.

In den vergangenen beiden Jahren durften Hammarström und Creevagh Cooley bereits zweimal die schwedischen Farben bei den Junioren-Europameisterschaften vertreten. Nun hat Jung den Beritt der Stute übernommen. Ende Mai debütierte das Paar in der Drei-Sterne-Kurzprüfung im polnischen Baborowko: Platz 16. Beim Wiesbadener Pfingstturnier zog der Olypmpiasieger Creevagh Cooley nach der Dressur zurück. „Ich habe die Stute erst seit wenigen Wochen bei mir im Stall und bin sehr zufrieden mit unserer heutigen Prüfung. Creevagh Cooley ließ sich super reiten – ich glaube, sie ist ein tolles Pferd für die Zukunft“, so Jung heute nach seinem Ritt.

Platz zwei in der Meisterschafts-Wertung belegt momentan Felix Etzel auf Bandit, der von den Richtern 27,6 Minuspunkte erhielt. Auf Rang drei folgt erneut Jung mit seinem zweiten Pferd Highlighter, einem erst achtjährigen Caretino-Sohn (28,3 Minuspunkte). Bundestrainer Hans Melzer zeigte sich mit dem ersten Tag bereits sehr zufrieden: „Das Niveau in der Dressur ist sehr hoch. Auf dem atmosphärischen Viereck haben die deutschen Reiter bislang sehr vielversprechende Dressuren abgeliefert.“ Morgen Vormittag wird dann die zweite Hälfte des Teilnehmerfeldes im Viereck an den Start gehen – darunter auch Ingrid Klimke, Sandra Auffarth und Vorjahressiegerin Julia Krajewski.

Japanische Führung in der Fünf-Sterne-Prüfung

Mit 25,2 Minuspunkten liegt der Japaner Kazuma Tomoto nach dem ersten Dressurtag auf der Pole Position in der CCI5*-L-Prüfung. Im Sattel des elfjährigen Brookpark Vikenti zeigte er eine harmonische Vorstellung. „Ich kann gar nicht glauben, dass wir jetzt in Führung liegen. Heute Morgen war mein Pferd noch etwas spannig, deshalb habe ich versucht, ihn während der Aufgabe ganz entspannt zu reiten und ihn nicht zu sehr zu fordern. Weil er von Natur aus über sehr gute Grundgangarten verfügt, ging dieser Plan zum Glück auf und ich bin super happy“, so der 36-Jährige im Anschluss.

Thomas Ix

Tim Price (NZL) und Ascona liegen nach dem ersten Dressurtag in Luhmühlen im CCI5*-L auf Platz zwei. (© Thomas Ix)

Zweiter ist aktuell der Neuseeländer Tim Price mit Ascona (25,8), gefolgt von dem Briten Alexander Bragg mit Zagreb (29,7). Als einziges deutsches Paar heute kamen Andreas Dibwoski und Butts Avedon mit 30,5 Minuspunkten auf Rang vier. Morgen wird außerdem noch Andreas Ostholt mit Corvette starten.

Stimmen zum Gelände

Am Samstag geht es dann für alle Reiter ins Gelände, der NDR überträgt live. Auch Bundestrainer Hans Melzer hat den Kurs schon begutachtet: „In meinen Augen ist die Prüfung um die Deutsche Meisterschaft etwas anspruchsvoller im Vergleich zum Vorjahr. Im letzten Teil der Strecke führt das Geläuf allerdings nicht mehr so viel bergab, sondern über die schönen Heideflächen – das wird den Pferden entgegenkommen.“ Overnight-Leader Michael Jung gab sich ebenfalls positiv: „Das Gelände ist sehr schön gebaut. Das Meßmer Wasser könnte etwas knifflig werden. Ich freue mich auf den Ritt durch die Heide bei dem tollen Luhmühlener Publikum und dem hervorragenden Geläuf.“

Über seine Meinung zum CCI5*-Gelände befragt, sagte der Japaner Tomoto: „Aus meiner Sicht ist der Kurs ein typisches Fünf-Sterne-Gelände. Sehr technisch und mit vielen Wendungen, welche die Rittigkeit der Pferde abfragen. Dafür ist es aber nicht zu mächtig gebaut, so dass ich mich mit meinem schnellen Pferd schon sehr auf den schönen Kurs freue.“ Andreas Ostholt sprach der Srecke sogar eine gewisse Modernität zu: „Das Gelände ist nicht typisch „old-school“ hoch und weit gebaut, sondern sehr modern mit einigen technisch sehr anspruchsvollen Aufgaben. Insbesondere die drei Wasserkomplexe stellen Pferd und Reiter vor knifflige Aufgaben, sind dabei aber trotzdem klar und fair gebaut“.

Alle Ergebnisse aus Luhmühlen finden Sie hier.