Gelungener Auftakt für die deutschen Buschreiter in Aachen

Noch einmal, weil’s so schön ist! Ingrid Klimke verkörpert das, um was es im Reitsport geht: Die Liebe zum Pferd!

Die Ohren immer gespitzt und auf der Suche nach dem nächsten Sprung – So kennt man Hale Bob alias Bobby! (© www.toffi-images.de)

Für die Buschreiter ging es heute Vormittag erst ins Dressurviereck, am Nachmittag stand dann das Springen in der Aachener Soers an. Ihre Doppel-Führung nach der ersten Teilprüfung konnten die deutschen Reiter zwar nicht halten, wohl aber die vorläufige Spitzenposition im Nationenpreis übernehmen.

Mit 80,5 Punkten setzte sich die deutsche Mannschaft beim CCIO4* in der Aachener Soers nach Dressur und Springen an die Spitze des 42 Reiter starken Feldes. Insgesamt sind Reiter aus zehn Nationen am Start, davon acht Nationen mit einem Team. Deutschland führt nach den ersten beiden Teilprüfungen vor Neuseeland (83,10) und Großbritannien (87,20).

In der Einzelwertung übernahm die Britin Laura Collett auf dem Landos-Sohn London (22,90) die Führung vor dem Weltranglisten-Ersten aus Neuseeland, Tim Price auf Wesko (23,80). Beide blieben auch nach dem Springen bei ihrem Dressurergebnis. Ingrid Klimke fiel nach einem Abwurf des 15-jährigen Hale Bob am vorletzten Hindernis vom ersten auf den dritten Platz zurück (24,70). Sie liegt jetzt drei Sekunden hinter der Spitze – noch ist also alles drin bei der morgigen Geländeprüfung. Auch Michael Jung auf Chipmunk kassierte am Einsprung der Zweifachen einen Abwurf, liegt jetzt mit 24,70 Punkten auf Rang vier. Mit seinem Mannschaftspferd Star Connection ist er nach einem fehlerlosen Kurs zur Zeit mit 26,90 Punkten Siebter.

Deutsche Doppel-Führung nach der Dressur

In der Dressur lieferte Ingrid Klimke wie immer eine sehr akurate Vorstellung ab und übernahm zunächst die Führung. „Bobby kennt Aachen, er weiß, wann es drauf ankommt. Und ich weiß, dass ich die Punkte über die Lektionen sammeln muss, nicht etwa über den großen Trab. Aber schon mein Vater (Anm. d. Red.: Olympiasieger Dr. Reiner Klimke) hat ja gesagt, jedes Pferd lernt traben,“ sagte sie.

Auf Patz zwei in der Dressur rangierte Michael Jung auf Chipmunk, den er Ende letzten Jahres von Julia Krajewski übernommen hat. Damit konnte der Verkauf des Wallachs ins Ausland verhindert werden. „Chipmunk hat soviel Grundpotential“, sagte Jung, „Ich bin der Familie Fischer und dem DOKR sehr dankbar, dass sie mir ermöglicht haben, das Pferd zu reiten.“ Für Jung und Chipmunk läuft der Aachen-Auftritt noch unter Gewöhnung, aber für die Europameisterschaft in Luhmühlen Ende August ist das Paar fest eingeplant. Schon unter Julia Krajewski hatte der Contendro-Sohn, Aachen-Sieger 2018, in der Dressur brilliert, ging unter ihr vielleicht noch geschlossener und sicherer in der Anlehnung.

Enttäuscht über sein Dressurergebnis zeigte sich der dritte deutsche Mannschaftsreiter. Andreas Dibowski kam heute mit Corrida auf 28,90 Minuspunkte. Die Schritttour mit den beiden Pirouetten misslang und kostete Punkte. Durch einen sicheren fehlerfreien Parcours der zehnjährigen Contendro-Tochter konnte er sich jedoch noch vom 22. auf den 12. Platz vorarbeiten.

Training mit Ingrid Klimke

Zufrieden zeigte sich hingegen die Teamreiterin, Josefa Sommer mit dem 17-jährigen Heraldik xx-Sohn Hamilton nach der Dressur. Sie war für die deutsche Meisterin Julia Krajewski nachgerückt, die Samourai du Thot zurückziehen musste. Der Wallach hatte nach dem letzten Training leicht gelahmt, sich wahrscheinlich die Hufsohle geprellt, vermutet Bundestrainer Hans Melzer. „Ich habe mit Ingrid trainiert, das hat sich ausgezahlt“ sagte Josefa Sommer nach ihrem Dressurritt, den sie mit 28,10 Punkten beendete. Nach einem Abwurf im Parcours liegt sie jetzt auf Platz 19. und ist vorläufig das Streichergebnis.

Von den sieben Einzelreitern konnten sich Kai Rüder auf Colani Sunrise (26,10, 5.) und Dirk Schrade mit Unteam de la Sense (27,70, 6.) im Vorderfeld positionieren und sich für morgen alle Chancen offen halten. Nach vielfacher Meinung von Reitern und Trainern ist der knapp 4000 Meter lange Viersternekurs mit 35 Hindernissen alles andere als einfach. Parcourschef Rüdiger Schwarz hat mit einigen fantasievollen Kombinationen und trickiger Linienführung den Reitern neue Aufgaben gestellt. Wie immer endet der Kurs im großen Stadion. Und da das Gelände den Abschluss der Prüfung bildet, steht auch mit dem letzten Reiter, der in die Soers eingaloppiert, der Sieger fest.

Alle Ergebnisse aus Aachen finden Sie hier.

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