Vielseitigkeit Marbach: Dressur gestartet, Klimke in Front

Foto: Thomas Hartig

Ingrid Klimke und Hale Bob (© Thomas Hartig)

Dieses Jahr ist alles etwas anders beim Vier Sterne-Event in Marbach, Corona schränkt ein, Zuschauer sind nicht erlaubt. Auch der Zeitplan ist ein anderer. Heute ist das Turnier gestartet mit Teil eins der Dressur. Ingrid Klimke hat schon mal die Richtung angegeben.

In Marbach werden das CCI4*-S, zugleich das Berufsreiterchampionat, und eine CCI2*-Prüfung ausgetragen. Zuschauer dürfen nicht kommen, alle Anwesenden müssen getestet sein, Siegerehrungen fallen aus. Auch der Zeitplan sieht nicht aus wie sonst, die Dressur- und Springprüfungen sind auf Donnerstag und Freitag gelegt, die Geländeprüfungen finden am Samstag als abschließende Teilprüfung statt.

Dieses Jahr ist Marbach Sichtung sowohl für die Olympischen Spielen in Tokio im August als auch für die Europameisterschaft in Avenches im September. Allen Einschränkungen zum Trotz sind die Reiter und Reiterinnen hochmotiviert und freuen sich, dass das Event stattfinden kann, letztes Jahr mussten die Veranstalter aufgrund der Pandemie die Segel streichen. Louise Romeike, die zwei Pferde an den Start brachte, strahlte während beider Ritte über das ganze Gesicht. Dabei meinte es das Wetter heute nicht besonders gut mit den Teilnehmern, es regnete unaufhörlich, es war windig und kalt.

Bobby liefert ab

Davon ließen sich Ingrid Klimke und Hale Bob nicht beirren. Aufmerksam mit gespitzen Ohren, wie man „Bobby“ kennt, marschierte der Helikon xx-Sohn durch die Prüfung, aufmerksam aber gelassen und dynamisch. Er zeigte ausdrucksstarke Verstärkungen und flüssig gesprungene fliegende Galoppwechsel. In der Schrittphase zackelte er kurz an. Die Grußaufstellungen demonstrierte er aber vorbildlich. Insgesamt 75,417 Prozent war den Richtern die Vorstellung wert, macht 24,7 Minuspunkte und die vorläufige Führung. Mit Siena just do it rangiert Ingrid Klimke auf Rang sieben (27,9 Minuspunkte). Die neunjährige westfälische Stute strotzte nur so vor Energie.

Ganz knapp hinter der Schwedin Katrin Norling mit Fernando-Ukato auf Platz zwei (26,6) liegt momentan Sandra Auffarth mit ihrem Spitzenpferd Viamant du Matz (26,7) an dritter Position (26,6). Der Diamant de Semilly-Sohn lieferte eine saubere Runde ab, beim zweiten fliegenden Wechsel trat er kurz nach dem äußeren Schenkel, überzeugte aber vor allem mit seinem raumgreifenden Schritt, energischen Verstärkungen und durchlässigen Übergängen. Mit Let’s Dance kam Sandra Auffarth auf 27,5 Punkte, Platz sechs in der Zwischenwertung. Michael Jung platzierte den Holsteiner Halbblüter Wild Wave v. Water Dance xx auf Platz vier (27,0). Dirk Schrade folgt mit Catelan auf Rang acht (28,1) vor Louise Romeike (SWE) mit Cato (28,4).

Kenki Sato startet mit zwei Pferden für Japan. Heute war der Selle Français-Wallach Vick du Gisors Jra an der Reihe, Rang 19 mit 30,5 Minuspunkten. Sato wird begleitet von einem fünfköpfigen Kamerateam aus seiner Heimat, die einen Imagefilm drehen sollen, womit die Vielseitigkeit in Japan beworben werden soll – denn zu den Olympischen Spielen in Tokio dürfen nur Zuschauer aus dem Inland anreisen.

Morgen Vormittag geht es weiter mit Teil zwei der Dressur, unter anderem startet dann Michael Jung mit Chipmunk. Am Nachmittag geht es dann für alle in den Parcours.
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