Wiesbaden: Julia Krajewski gewinnt CIC3*

Julia Krajewski und Samourai du Thot – ein Paar, das man sich merken sollte.

Starker Auftritt von Julia Krajewski und Samourai du Thot beim CICO3* in Waregem. (© Toffi)

Olympiasieger, Weltmeister, alle mussten sich hinten anstellen in Wiesbaden. Die 26-jährige Julia Krajewski, Mitglied der Perspektivgruppe Vielseitigkeit am Deutschen Olympiade Komitee für Reiterei (DOKR), sicherte sich die Vielseitigkeit beim Pfingstturnier.

Krajewski hatte in Wiesbaden den neunjährigen Franzosen Samourai du Thot gesattelt, der auf den Flipper d’Elle-Vater Double Espoir ingezogen ist. Springen kann er also sowieso. Und auch in der Dressur wusste „der kleine Sam“ zu überzeugen – mit 34,2 Minuspunkten hatten die beiden bereits nach der ersten Teilprüfung auf Rang zwei hinter Perspektivgruppenkollegin Pia Münker auf Louis M gelegen. Die hatte jedoch einen rabenschwarzen Tag beim Springen erwischt und ließ es im Gelände ruhig angehen, so dass der Weg frei war für Krajewski. Sie kam zwar mit Zeitstrafpunkten ins Ziel, aber 37,4 Minuspunkte reichten immer noch für den Sieg. Etwas, was sie selbst erstaunt: „Ich bin schon ein wenig baff über den Sieg. Die Konkurrenz kann schließlich auch reiten.“

Das kann man wohl so sagen, zumal „die Konkurrenz“ in diesem Fall Olympiasieger, Welt- und Europameister Michael Jung sowie dessen ebenfalls mehrfach goldgeschmückten Teamkollegen Andreas Dibowski, Ingrid Klimke und Peter Thomsen waren. Jung, der in Wiesbaden schon viermal siegreich gewesen war, wurde diesmal Zweiter. Er saß im Sattel seines Doppel-Europameisters Halunke, dem Württemberger Heraldik xx-Sohn, der nach langer Verletzungspause jetzt wieder fit ist, um seinen Titel in Blair Castle zu verteidigen. Sofern Jung aus seinem reichen Fundus ihn auswählt als seinen EM-Partner. Er beendete die Prüfung mit 42,10 Minuspunkten und kommentierte: „Ich hatte ein tolles Gefühl mit Halunke. Es ist ein Turnier mit viel Kulisse und in dem Stadion zu reiten ist nicht einfach.“

Dritter wurde der verhinderte Kentucky-Starter Andreas Dibowski auf Butts Avedon. Weil er „Ave“ die strengen Quarantänebedingungen in den Vereinigten Staaten nicht zumuten wollte, hatte Dibowski dann doch auf einen Start in Lexington verzichtet. Stattdessen wird er den CCI**** in Luhmühlen in Angriff nehmen. Wiesbaden war die Generalprobe. Unter dem Strich kamen 42,80 Minuspunkte heraus. „Dibo“ war sehr zufrieden mit seinem Schwarzen. Avedon sei in sehr guter Form. In Wiesbaden habe er eigentlich gar nicht starten wollen, weil Avedon sich „in der Vergangenheit schon gerne einmal von der Umgebung ablenken ließ“. Das war diesmal ganz offensichtlich nicht der Fall gewesen.

Ingrid Klimke hatte ihre Mannschaftsweltmeisterin Escada mit nach Wiesbaden gebracht. Die Stute spielte im Gelände ihre Qualitäten voll aus und lieferte einen von nur zwei zweitfehlerfreien Geländekurs. Mit 46,70 Minuspunkten endete das Paar als Vierte.

Das zweite Pferd, das ganz sauber ins Ziel des Geländeritts kam, ist bereits 18 Jahre alt: Oje Oje, der selbst gezogene und ausgebildete Wallach von Freya Füllgräbe. Die 23-Jährige war mit ihrem Wallach schon Europameisterin der Jungen Reiter geworden. Diesmal wurde sie 14. in der Endabrechnung und war damit Beste in der Wertung des U25-Förderpreises Vielseitigkeit. Zweite dieser Wertung wurde Pia Münker als 16. Mit dem dritten Platz wurden Leonie Kuhlmann und Cascora, im vergangenen Jahr noch Mannschaftsvizeeuropameister der Jungen Reiter, bei ihrem ersten Drei-Sterne-Start belohnt (74,8/Platz 21).

„Wir freuen uns, dass wir hier in Wiesbaden sein dürfen“, sagte Bundestrainer Hans Melzer. „Das Turnier vor allem auch unseren jungen Reitern, aber jungen Pferden die Chance, sich unter Championatsbedingungen mit den Topreitern zu messen.“