Stellungnahme von Tobias Schult zum positiven Dopingtest seines Hengstes Escaneno

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(© Screenshot facebook.com/tobias.schult.9)

Gestern hat das Westfälische Pferdestammbuch bekannt gegeben, dass es einen positiven Dopingtest bei der Hauptkörung Ende 2021 gegeben hat. Betroffen ist der prämierte Escamillo-Sohn Escaneno der Hengststation Schult. Tobias Schult hat sich nun mit einem Statement zu Wort gemeldet.

Escaneno war fraglos einer der auffallendsten Hengste der letzten Körung in Münster-Handorf, ein Sohn des Escamillo aus dem Stamm der Reinen Freude, aus dem auch Fidertanz hervorgegangen ist. Ein Ausnahmepferd. Doch nun wurde sein Körurteil vom Westfälischen Pferdestammbuch aberkannt. Der Hengst wurde positiv auf die verbotene Substanz Fluphenazin getestet.

Dabei handelt es sich um ein Medikament aus der Humanmedizin. Es wird bei Schizophrenie eingesetzt und gilt in der Veterinärmedizin als Beruhigungsmittel. Bekannt wurde die Substanz 2009, als sie bei Isabell Werths Pferd Whisper im Rahmen einer Dopingkontrolle entdeckt wurde. Whisper war Shiverer. Das Medikament habe ihm Erleichterung verschaffen sollen, sagte Isabell Werth damals.

Im Fall von Escaneno sei das Mittel aber durch eine Verwechslung verabreicht worden, erklärt Züchter und Besitzer Tobias Schult auf seiner Facebook-Seite:

Sehr geehrte Züchterinnen und Züchter, sehr geehrte Damen und Herren,

viele von Ihnen haben sicherlich gestern, 30. Januar, die Mitteilung auf westfalenpferde.de gelesen zur positiven Medikationskontrolle unseres Hengstes Escaneno auf der Westfälischen Hauptkörung 2021. Es handelt sich dabei um den positiven Befund des dopingrelevanten Wirkstoffes Fluphenazin. Dieser Befund wurde durch die Analyse der B-Probe bestätigt.
Somit hatte das Westfälische Pferdestammbuch keine andere Wahl, als dem Escamillo-Sohn das Körurteil abzuerkennen.
Bei diesem Medikament handelt es sich um ein zentral wirksames Beruhigungsmittel, welches Escaneno nach Aussage unsere Stationstierarztes Dr. med. vet.Wolfgang Göbel offenbar irrtümlicherweise durch ihn verabreicht wurde. Die Recherche seiner Behandlungsunterlagen und Patientenkarte ergab, dass lediglich bei einer singulären Anwendung von Fluphenanzin am 02. 11. 2021 bei einem anderen Junghengst als Escaneno ein entsprechender Eintrag gefunden werden konnte. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen Escamillo-Sohn. Dieser litt unter Magengeschwüren und Stresskoliken.
In dieser Zeit befanden sich rund zehn Escamillo-Söhne zur Körungsvorbereitung in unserem Stall. Nach seiner Aussage ist die Verwechslung dieser beiden Escamillonachkommen die einzige plausible Erklärung, wie das Medikament in den Hengst Escaneno gelangt sein kann.
Dieser Fehler hatte dann diese drastischen Auswirkungen. Ein Fehler, der nicht hätte passieren dürfen. Aber wo Menschen arbeiten, da passieren eben auch manchmal Fehler.
Wir arbeiten seit rund 25 Jahren sehr gut und vertrauensvoll mir Dr. Wolfgang Göbel zusammen – und das wird auch so bleiben!
Ich möchte mich in aller Form, auch in seinem Namen, entschuldigen, dass es dazu gekommen ist. Der Qualität unseres Hengstes tut das keinen Abbruch. Er hat sich herausragend auf der Körung in Münster-Handorf präsentiert – und so macht er auch weiter, was gestern bei der Hengstschau des Klosterhofes Medingen beeindruckend zu erleben war.
Unsere Partnerstation Klosterhof Medingen, die Mitbesitzer von Escaneno ist, steht in dieser Angelegenheit zu 100% an unserer Seite. Daran ließ ja auch Christoph Wahler auf der Klosterhof Medingen-Hengstschau keinen Zweifel, was gestern live über ClipMyHorse.tv zu sehen und hören war.
Ende Februar, nach Ablauf der dreimonatigen Frist (so sieht es das Procedere in solchen Fällen vor), werden wir Escaneno wieder bei den großen Verbänden zur Körung vorstellen, und der erneuten Körung sollte nichts im Wege stehen.
Wir können nicht mehr tun, als transparent mit diesem Thema umzugehen. Ich möchte alle, die konkrete Fragen haben, bitten, sich direkt an mich zu wenden und auf wilde Spekulationen zu verzichten.

Mit freundlichen Grüßen,
Tobias Schult

  1. Martina

    Warum hat ein so junges Pferd Magengeschwüre? Haltungsfehler etwa? Und warum wird es mit einem unpassenden Medikament behandelt? Fragen über Fragen. Völlig unglaubwürdige Antworten.

  2. Claudia R.

    Mir fehlen (wieder einmal) die Worte ob des Stallmanagements und offenbar gewisser Routinen darin und auch wegen der Pressemeldungen der betreffenden Station, die man über sich ergehen lassen soll. Ich warte mit Spannung auf das nächste Editorial des St-Georg.


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