NRW-Landgestüt: Landstallmeisterin Ankerhold bittet um Versetzung

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Landstallmeisterin Kristina Ankerhold, Landgestüt Warendorf (© Kemper, Frerichs)

Das Kapitel Landstallmeisterin Ankerhold ist abgeschlossen. Heute am späten Nachmittag hat das NRW-Landwirtschaftsministerium bekannt gegeben, dass Kristina Ankerhold um Versetzung gebeten hat. Die Ministerin will der Bitte nachkommen und dankt für die Arbeit mit Kaltblütern.

Landstallmeisterin Ankerhold hat „aus eigener persönlicher Entscheidung um Versetzung gebeten“. So vermeldet es das nordrhein-westfälische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV). Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser plane, der Bitte von Kristina Ankerhold nachzukommen.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass es Videoaufnahmen gibt, die dokumentieren, dass Landstallmeisterin Ankerhold einer Angestellten beim Reiten zweier junger Hengste Anweisungen gegeben hat, die Thies Kaspareit, Leiter der Abteilung Ausbildung bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) als „nicht pferdegerechtes Reiten“ bezeichnet hat. Mittlerweile wurde Ankerhold auch wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz angezeigt. Das zuständige Kreisveterinäramt Warendorf prüft derzeit die Vorwürfe.

Landstallmeisterin Ankerhold ist Geschichte

Auch wenn Ankerhold aus freien Stücken um Versetzung gebeten hat, klingt der Text, den ihr ihre Dienstherrin per Pressemitteilung mit auf den Weg gibt, sehr nach „wegloben“. Ministerin Heinen-Esser dankt der scheidenden Landstallmeisterin Ankerhold für ihren engagierten Einsatz für die Warendorfer Institution: „Frau Ankerhold hat die Leitung des Landgestüts im März 2018 in einer sehr schwierigen Phase übernommen. Sie hat in dieser Zeit die Qualität des Hengstbestandes deutlich gesteigert. Auch hat sie die Verwaltung des Landgestüts erfolgreich modernisiert. Ein von ihr initiiertes Zuchtprojekt zur Verbesserung der Gesundheit bei Rheinischen Kaltblütern fand bundesweit Beachtung. Das Landgestüt hat als Aushängeschild für mich persönlich als auch für die Landesregierung eine über die Landesgrenzen und die Pferde- und Reitszene hinaus hohe Bedeutung.“

Damit ist das Landgestüt Warendorf eine weitere Etappe im Lebenslauf von Kristina Ankerhold. 2018 hatte sie die Institution übernommen, die zuvor kommissarisch geleitet wurde. Zu dem Zeitpunkt gab es einen Rechtsstreit mit der ehemaligen Leiterin Susanne Schmitt-Rimkus. Mittlerweile ist dieses Verfahren, in dem unter anderem im Luxusreisen nach Katar ging, eingestellt.

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Der Mann nach Ankerhold

Kommissarisch soll nun Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann die Geschicke des Gestüts, das in wenigen Jahren sein 200. Gründungsjubiläum begehen wird, leiten. Bottermann kommt aus einer Reiterfamilie.

Land NRW, Ralph Sondermann

30.06.2017: Ministerpäsident Armin Laschet ernennt Staatssekretär
Dr. Heinrich Bottermann (© Land NRW, Ralph Sondermann)

Der 65-Jährige ist in Neunkirchen-Vluyn geboren. Seit 2007 ist er Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Er ist Tierarzt, hat in Gießen studiert und wurde mit einer Dissertation über eine Untersuchung von Stuten in der Frühträchtigkeit an der Tierärztlichen Hochschule Hannover promoviert.

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  1. Berndride

    Viel Glück an Herrn Dr. Bottermann. Eine Institution nach 2 gescheiterten Besetzungen zu übernehmen und eine dauerhaft sinnvolle Nachfolge zu organisieren ist alles andere als einfach. Immerhin, er ist wahrscheinlich erfahren genug um die Spielregeln im Öffentlichen Dienst zu kennen und klug genug um zu wissen, dass er als Leiter nicht persönlich in der Halle stehen muss um Reitunterricht zu geben.


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