DM Balve-Dressur: Isabell Werth ist deutsche Meisterin, Kristina Bröring-Sprehe nur Dritte UPDATE, mit Facebookvideo von Clipmyhorse!

Deutsche Meister 2016 Isabell Werth und Weihegold

Dressur kann doch überraschend sein: Mit dem Sieg von Weihegold im Grand Prix Special hat Isabell Werth ihre neunte deutsche Meisterschaft gewonnen. Titelverteidigerin Kristina Bröring-Sprehe wurde Dritte und die Shooting Stars der letzten Wochen, Dorothee Schneider und Showtime wurden Zweite.

Neue Gesichter auf dem Podium bei den Deutschen Meisterschaften in Balve. Also zumindest, was die Vierbeiner anbelangt. Im Grand Prix Special ritt Isabell Werth mit 84,294 Prozent die Tageshöchstnote. Die Oldenburger Stute Weihegold zeigte Passagen und Piaffen, inklusive der extra bewerteten Übergänge, nicht vom Feinsten, sondern vom Allerfeinsten. „Wie ein Metronom“, sagt die Reiterin, die sich über die Leistungssteigerung der Don Schufro-Tochter freut. „In Wiesbaden war das noch Finetuning, hier war das echter Sport.“ Mehr als 84 Prozent im Grand Prix Special ist eine Wertung, die Werth noch nie hatte, selbst nicht mit Satchmo zu seinen besten Tagen. „Damals gab es das ja nicht“. Sie habe die Stute viel gymnastiziert, „Weihe“ habe dadurch viel Kraft gewonnen und gerade das käme ihr jetzt vor allem in der Trabtour zugute. „Das ist schon viel an Ausdruck dazu gekommen.“

Ein „supergeiles Gefühl“

Ein Fehler unterlief den beiden, der letzte der neun fliegenden Galoppwechseln zu zwei Sprüngen kam unpräzise. „Da war ich zu spät, da hat das linke Beinchen gefehlt“, sagt Isabell Werth. Aber insgesamt habe ihr dieser Ritt ein „supergeiles Gefühl“ gegeben, auch wenn sie das in ihrem Alter wohl so nicht mehr sagen solle, wie sich strahlend ergänzt. Weihegold mag nicht das Pferd sein, das im starken Trab die Vorderfüße an die Ohren schmeißt und auch in der Galoppmechanik geht kein Raunen durchs Publikum. Aber: Sie ist stabil in der Anlehnung, sie ist gleichmäßig und sie ist vor allem das Musterbeispiel eines Pferdes, das von „hinten nach vorne“ gearbeitet ist. Sobald sie aus der Passage kommend zur Piaffe ansetzt, wird sie noch kürzer, wird vorne größer, das Genick oben, die Nase vor der Senkrechten, die Anlehnung leicht. Kritikern der Rappstute hält Isabell Werth nicht nur entgegen, dass die Stute sich insgesamt stark verbessert habe, sondern vor allem, dass „Weihe“ in Sachen Sicherheit und Stabilität ihresgleichen sucht. „Die Pirouetten sind ja auch jetzt auf’m Teller“. Tatsächlich hatte kaum eines der anderen Pferde im Feld eine derart konstante und stabile Anlehnung, kein Wackeln im Genick, kein Abtauchen, stabil eben.

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Morgen wird die Stute nicht in der Kür gehen, da ist Emilio dran. Die Ausschreibung sieht vor, dass pro Reiter nur ein Pferd in der Kür vorgesehen sind. Eigentlich hatte es seiten des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei (DOKR) im Vorfeld geheißen, alle Olympiapferde müssten über die gesamte Zeit, also in den drei Prüfungen Grand Prix, Grand Prix Special und Kür, in Balve gehen. Einen erneuten Fall Totilas will man wohl vermeiden. Dass Emilio und nicht Weihegold, die ja schon in der Weltcupsaison ihr Können in Küren unter Beweis gestellt hat, geht, war im Vorfeld mit dem Dressurausschuss besprochen worden. Emilio zeigte heute eine viel bessere Runde als gestern mit Höhepunkten in der Piaffe-Passage-Tour. Lange Zeit hatte er in Führung gelegen und am Ende landete er mit 81,098 Prozentpunkten auf Rang vier.

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