Twente: Brasilien gewinnt Nationenpreis, Platz vier für Deutschland

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Pedro Veniss und Quabri de L'Isle waren fehlerfrei in Runde eins des Nationenpreises von Twente und brauchten dann nicht mehr anzutreten. (© FEI/Digishots)

Es hatte wieder nicht sollen sein mit dem Nationenpreis-Treppchen für die deutschen Springreiter beim CSIO Twente. Aber sie waren nicht die einzigen, die Federn lassen mussten.

Nach dem ersten Umlauf lag das deutsche Team sogar nur auf dem sechsten Platz. Dabei, so Bundestrainer Otto Becker, hatten sie sich mit der Mannschaftszusammenstellung „wirklich etwas ausgerechnet“.

Den Anfang machten die beiden Weltmeisterinnen Simone Blum und Alice, die ihre gute Form ja schon am Freitag mit Platz zwei im Großen Preis demonstriert hatten. Aber selbst das beste Paar der Welt kassierte im ersten Umlauf neun Strafpunkte.

Besser lief es bei den Teamkollegen. Aber auch nicht so richtig gut. Die beste Runde im ersten Umlauf gelang mit fünf Strafpunkten Janne Friederike Meyer-Zimmermann und Minimax. Sowohl bei Nationenpreis-Shootingstar Sven Schlüsselburg auf Bud Spencer als auch bei dem WM-Dritten mit der Mannschaft, Maurice Tebbel auf Don Diarado, fielen zwei Stangen. Das sei „wirklich enttäuschend“ gewesen, so Becker gegenüber der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

In der Pause zwischen den beiden Umläufen scheint es dann aber geruckt zu haben im deutschen Team. Simone Blum und Alice flogen fehlerfrei durch den Parcours. Bei ihren drei Mannschaftskollegen fiel jeweils nur eine Stange. So wurde es am Ende Rang vier für Deutschland.

Das Fazit von Bundestrainer Otto Becker: „Alle haben im ersten Umlauf viel Lehrgeld gezahlt und gemerkt, dass es nicht von alleine gut läuft. Ich hoffe, dass diese Botschaft bei allen angekommen ist, auch in Richtung Aachen und Rotterdam.“

Der CHIO Aachen ist eine wichtige Sichtung für Rotterdam, wo vom 19. bis 25. August die Europameisterschaften der Springreiter stattfinden.

Sieg nach Brasilien

Absolut überzeugend war der Auftritt der Brasilianer in Twente. Mit nur acht Fehlern aus beiden Umläufen war ihnen der Sieg nicht zu nehmen. Sie waren angetreten in der Besetzung Marlon Modolo Zanotelli auf Sirene de la Motte (4/0), Felipe Amaral mit Germanico T (0/0), Pedro Junqueira Muylaert auf C’est Dorijke (8/4) und Pedro Veniss mit seinem großartigen Kannan-Sohn Quabri de L’Isle (0/WD).

Platz zwei sicherten sich mit 16 Fehlern die Gastgeber, die Niederlande mit den Paaren Maikel van der Vleuten auf Dana Blue, den Siegern im Großen Preis (4/0), Willem Greve und Zypria S (8/4), Marc Houtzager auf Sterrehof’s Calimero (0/4) und Jur Vrieling im Sattel von Glasgow vh Merelsnest (4/RT).

Genau einen Strafpunkt weniger als die Deutschen hatten mit 20 Fehlern die Spanier: Alvaro Diaz mit Kastar Hof Ten Zoetendaele (12/24), Santiago Nunez auf Valentino de Hus Z (8/0), Laura Roquet mit Sandi Puifroq (12/4) und Alberto Marquez Galobardes im Sattel von Ucello Massuere (0/4).

Dressur-Nationenpreis für die Niederlande

Auf dem Viereck konnten die Niederländer den Heimvorteil im Nationenpreis und auch sonst nutzen. Mit Anne Meulendijks auf Avanti, Emmelie Scholtens und Desperado, Hans Peter Minderhoud auf Dream Boy und Edward Gal auf Zonik gewannen sie die Mannschaftswertung vor Schweden und Großbritannien. Deutschland war nicht am Start.

Nach dem Grand Prix waren heute Special und Kür dran. Nicht alle Reiter mussten alles reiten, sondern die Teams konnten sich abstimmen, wer in der Kür und wer im Special startet.

Für die Niederlande traten Edward Gal und Anne Meulendijks in der Kür an. Mit 82,250 Prozent verwiesen Gal und Zonik das beste schwedische Paar Therese Nilshagen mit Dante Weltino auf Platz zwei (81,495). An dritter Stelle reihte sich bereits Anne Meulendijks auf Avanti ein (79,875).

SWE-NED-SWE-NED lautete der „Zieleinlauf“ im Special. Hier siegte Juliette Ramel mit Buriel und dem Ergebnis von 79,915 Prozent, gefolgt von Emmelie Scholtens und Desperado (76,170) sowie ihrer Schwester Antonia auf Brother de Jeu (74,660). Hans Peter Minderhoud und WM-Pferd Dream Boy mussten mit Rang vier Vorlieb nehmen (73,170).

Drei-Sterne-Tour

Für die Nicht-Nationenpreisstarter gab es eine I-Tour. Hier setzte sich in der Kür Hans Peter Minderhoud auf Zanardi mit 78,725 Prozent gegen Adelinde Cornelissen und Zephyr durch (78,150), die beiden Sieger des Grand Prix. An dritter Stelle rangierte die Nachwuchsreiterin Denise Nekeman auf Boston (76,365).

Im Special ging der Sieg an ein weiteres WM-Paar, Emmelie Scholtens mit Apache für die Gastgeber (74,085). Zweiter wurde Diederik van Silfhout auf seiner neuen Championatshoffnung Expression (73,44/) vor Juliette Ramel (SWE) mit ihrem Zweitpferd Wall Street (73,170).

Alle Ergebnisse aus Twente finden Sie hier.

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