Le Lion d’Angers: Asha P wird unter Ingrid Klimke Weltmeisterin

Wm Asha P Klimke

Asha P gewann mit Ingrid Klimke die Weltmeisterschaft der siebenjährigen Vielseitigkeitspferde 2018. (© Mondial de Lion/ Solène Bailly Photos)

Sie kam heute aus dem Strahlen nicht mehr heraus: Ingrid Klimke holte mit Asha P den Weltmeistertitel bei den siebenjährigen Vielseitigkeitspferden. Weniger erfreulich fiel allerdings die Diagnose für Michael Jung aus, der nach seinem gestrigen Sturz im Gelände vorzeitig die Heimreise antreten musste.

Bei den Weltreiterspielen in Tryon zerplatzte der ganz große Traum von der Goldmedaille für Ingrid Klimke und Hale Bob am letzten Hindernis. Bei den Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde startete sie erneut als Führende ins abschließende Springen: Und dieses Mal blieben alle Stangen liegen! Mit Asha P holte die Reitmeisterin den Titel in der Altersklasse der Siebenjährigen bei den Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde im französischen Le Lion d’Angers. Schon 2016 hatte sie dort mit Weisse Düne die Ehrenrunde angeführt. Nun gibt es also die nächste Weltmeisterin „made by Klimke“.

Dabei führt Asha P wahrhaft weltmeisterliches Blut in ihren Adern. Die Stute aus der Zucht der Pietscher GbR ist über den gemeinsamen Vater Askari eine Halbschwester zu Alice, die vor wenigen Wochen unter Simone Blum umjubelte Weltmeisterin im Parcours werden konnte. Auch mütterlicherseits ist die beim Pferdezuchtverband Brandenburg eingetragene Asha P nicht von schlechten Eltern. Muttervater Heraldik xx ist Vater vieler Spitzenpferde. Zudem ist Asha P eine Vollschwester zu Araldik, der 2015 Vize-Bundeschampion der fünfjährigen Springpferde wurde und auf dem Gestüt Bonhomme als Vererber seine Gene weitergibt.

Ingrid Klimke 2018 7yo world champion

Le parcours décisif ! Ingrid Klimke n'a pas craqué. Elle signe un sans-faute qui lui offre la victoire dans le championnat du monde des 7 ans #Championne #MONDIALDULION

Gepostet von Mondial du Lion am Sonntag, 21. Oktober 2018

Das Feld der Siebenjährigen

Bundestrainer Hans Melzer lobte die frischgebackene Weltmeisterin anschließend in höchsten Tönen: „Ein Pferd für die Zukunft: schnell, sicher am Sprung und genügend Vollblutanteil. Wie es sich in der Vergangenheit gezeigt hat, machen Pferde, die in Lion gut sind, meist auch ihren Weg auf Drei-Sterne-Niveau.“ Platz zwei bei den Siebenjährigen ging an das Irish Sport Horse Capels Hollow Drift unter dem Sattel des Briten Tom Jackson (27,8). Bronze holte der Franzose Nicolas Astier mit dem Selle Francais Babylon de Gamma (29,4). Nach einem Abwurf fielen die Britin Nicola Wilson und der Holsteiner JL Dublin von Rang zwei auf Rang fünf zurück.

Ihr Abschneiden aus dem letzten Jahr nahezu wiederholen, konnten Stephanie Böhe und der Prince Patmos-Sohn Amazing Prince. Der Trakehner lag nach der Dressur nur auf Rang 56, blieb aber in Gelände und Springen fehlerfrei. Damit arbeitete sich das Paar schlussendlich auf Platz 15 vor. 2017 waren die beiden 14. bei den sechsjährigen Vielseitigkeitspferden geworden. Sandra Auffarth und der Oldenburger Quadro Porte v. Quadros sammelten vier Strafpunkte im Parcours und landeten mit 40,8 Minuspunkten auf Rang 23. Mit ihrem zweiten Pferd The Phantom of the Opera wurde Stephanie Böhe 35. (48,4), Sophie Grieger und Costakovich v. Canoso belegten Rang 45 (69,2). Für Felix Etzel und Stalliwa T bedeuten 55,4 Minuspunkte Platz 48.

Michael Jung bricht sich Oberarm

Anna Siemer mit Capoliveri und Kai-Steffen Meier mit Mighty Mr. Magic konnten die Prüfung nicht beenden. Auch für Michael Jung und Choclat, die die beste Dressur gezeigt hatten, war die Weltmeisterschaft nach einem Sturz an einem Graben vorzeitig beendet. Auf Facebook ließ der 36-Jährige heute verlauten: „Leider hat die Untersuchung im Krankenhaus nichts Gutes ergeben. Ich habe mir beim gestrigen Sturz den Oberarm und ein Stück der Schultergelenkpfanne gebrochen. Die Brüche sind so gerade, dass eine OP nicht nötig ist und hoffentlich alles von selber verheilt.Jetzt heist es Geduld haben und abwarten … was leider nicht zu meinen Stärken zählt.“

Keine deutsche Medaille bei den Sechsjährigen

Das etwas kleinere Starterfeld der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde dominierten Kitty King und Cristal Fontaine v. Chef Rouge-Griot de Mara. Die Britin hatte mit dem Selle Francais Wallach nach Dressur und Gelände noch auf der Bronzeposition gelegen. Eine Nullrunde im Parcours bescherte dem Paar mit 25,4 Minuspunkten am Ende den Titel. Zwei Irish Sport Horse fanden sich ebenfalls auf dem Podium wieder: Silber ging an Emerald Jonny unter der Britin Piggy French (25,8). Die Overnight-Leader Cooley Moonshine und Elisabeth Halliday-Sharp belegten nach einem Abwurf heute Rang drei (26,4).

Ebenfalls eine Stange fiel bei Sandra Auffarth und dem Doppel-Bundeschampion Gentleman v. Grey Top-Fabriano. Damit belegte der Hannoveraner Hengst vom Gestüt Lichtenmoor im Endergebnis den neunten Platz mit 31,6 Minuspunkten. Vanessa Bölting und der Rock Forever-Sohn Ready to Go wurden mit 54,3 Minuspunkten 27. Für Wild Wave war die Weltmeisterschaft aufgrund der Verletzung von Michael Jung vorzeitig beendet. Bestes deutsches Pferd in dieser Altersklasse war die bayerisch gezogene Quaterback-Tochter Tabries unter dem Belgier Jarno Verwimp. Die Stute belegte mit 28,1 Minuspunkten den sechsten Platz.

Alle Ergebnisse aus Le Lion d’Angers finden Sie hier.

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  1. Horst Müller

    Der Umbruch, was den Vollblutanteil von Vielseitigkeitspferden angeht, scheint geschafft zu sein, lobt Bundestrainer Hans Melzer die frischgebackene Weltmeisterin in den höchsten Tönen: „Ein Pferd für die Zukunft: schnell, sicher am Sprung und genügend Vollblutanteil.“

    Das war bisher nicht so, reichte dem Bundestrainer bisher hinten im Pedigree ein bisschen Vollblut.

    Vielleicht kann dann bei zukünftigen Championaten darauf verzichtet werden, blutleere Pferde mit weniger als 25% Vollblutanteil, zu nominieren?
    Damit täten sich nicht nur die Verantwortlichen in Hinsicht auf zu erreichende Erfolge einen Gefallen, sondern man würde auch den Pferden gegenüber gerechter werden.

    Schauen wir einmal ins Pedigree von Asha P, finden wir zu über ¾ Holsteiner- und Vollblutgene.

    • Rainer Leymann

      Ich habe die Zeit der langen Prüfungen noch miterlebt, aber auch kapiert, dass sich nicht nur der Sport, sondern auch die Auswahl der Pferde weltweit erheblich geändert hat. Der Anteil an Vollblütern und hoch im Blut stehenden Pferden in der Vielseitigkeit hat deutlich abgenommen, ob einem das nun gefällt oder nicht. Davon haben unter anderem deutsche Züchter und Pferdehändler erheblich profitiert.
      Ein Blick in die Ergebnisliste der WM 2018 belegt, dass man mit den hier zitierten blutleeren oder blutarmen Pferden Medaillen gewinnt oder Top Ten Platzierungen erreicht:
      1. Allstar B – KWPN 37,5%
      5. Stellor Rebound – ISH – 21,88%
      6. Qing du Briot – SF – 25%
      7. Vinci de la Vigne – SF – 37,5%
      8. Cekatinka – KWPN – 31,25%
      9. Billy the Red – Dt. Sportpferd – 28,13% (Quelle: Sporthorse Data – 5 erste Generationen)

      Scheint also zu sein, dass Chris Bartle, Thierry Touzaint, Sally Corscadden und Graeme Thom die Vollblutanteile weniger interessieren als die Qualitäten der Pferde

      • Horst Müller

        Schön geschrieben Herr Leymann.
        Vielleicht nicht ganz verstanden.
        Trotz des „Kurzprüfungssystems“ werden aus den bekannten Gründen hoch im Blut stehende Pferde benötigt, was uns die Championate schließlich auch zeigen.
        Blutleere Pferde haben es erheblich schwerer die Konditionsarbeit am Berg zu leisten, sh. WM Tryon, sind nicht so reaktionsschnell und nicht so regenerationsfähig, von der Haltbarkeit einmal ganz abgesehen.
        Mir gefällt es einfach nur, wenn pferdegerechter Sport ausgeübt wird.


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