Vielseitigkeitsreiter: Optimistisch auch ohne Michael Jung

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These boots are made for winning ... (© Pauline von Hardenberg)

Das deutsche Vielseitigkeitsteam steht bereit, die beiden WM-Titel von Caen 2014 zu verteidigen. Auch der Ausfall des dreifachen Olympiasiegers Michael Jung konnte den fünf Reitern den Optimismus nicht rauben.

„Da werden jetzt ungeahnte Energien freigesetzt“, hofft Bundestrainer Hans Melzer. „Wir haben ein starkes Team mit erfahrenen Reitern, und auch ein paar tolle junge Pferde.“

Alle fünf Pferde passierten anstandslos den Vet-Check. Kurz danach gab Melzer die Mannschaftsaufstellung bekannt. Kai Rüder wird mit Colani Sunrise den Pfadfinder geben und als erster auf die Strecke gehen. „Ich bin zum ersten Mal als Teamreiter dabei, und das ist für mich eine ganz besondere Ehre“, erklärt Rüder. Als zweite startet Julia Krajewski mit dem zehnjährigen Chipmunk. „Julia hatte eine tolle Saison bisher und kann mit einem guten Dressurergebnis vorlegen.“ sagt der Bundestrainer. Andreas Dibowski auf der neunjährigen Corrida folgt als Dritter. „Ich kenne die Anlage schon von meinem Besuch vor zwei Jahren, ich weiß dass man hier gut vorbereitet hinkommen muss.“ Die amtierende Europameisterin Ingrid Klimke mit Hale Bob schließlich bildet das Schlusslicht der Mannschaft. „Ingrid weiß um ihre Aufgabe“, sagt Melzer. „Vielleicht muss sie auf ein sicheres Mannschaftsergebnis reiten, vielleicht kann sie aber auch volles Risiko gehen, weil die anderen schon vorgearbeitet haben.“

Weltmeisterin Auffarth nicht im Vielsietigkeitsteam, aber einzeln auf Kurs

Als Einzelstarterin geht die Noch-Weltmeisterin Sandra Auffarth auf den Kurs, sie rückte nach dem Ausfall von Michael Jung mit dem neunjährigen Franzosen Viamant de Matz nach. „Das Pferd hat eine unheimliche Entwicklung durchgemacht in dieser Saison“, sagt Melzer.  Das Paar imponierte in Aachen und gewann Strzegom, die letzte Sichtung. „In Strzegom habe ich gemerkt, dass alles funktioniert, wie ich es möchte.“ sagte Auffarth.

Die 5700 Meter lange Strecke beschreiben die Reiter nach erster Besichtigung als beeindruckend. Der Boden sei perfekt. Ob er dem Starkregen, den es möglicherweise in den Ausläufern von Hurricane Florence geben wird, gewachsen ist, wird sich zeigen. Die Hindernisse sind mit großer Liebe zum Detail gestaltet mit zahlreichen Kombinationen und besonders interessanten Wasserstellen. An einem Wasser gibt es die Abfolge A – G, also sieben „Efforts“, das heißt Sprünge. „So was habe ich noch nie erlebt,“ sagt Melzer, „Mark Phillips, der Kurs-Designer, hat Wasserfälle und Fontänen eingebaut.“ An vielen  Sprüngen gibt es Alternativen. „Aber so, dass der Reiter nach vorne weiter reiten kann, keine unnötigen Kringeleien.“ Der erste Teil der Strecke ist flach, dann geht es einen langgezogenen Berg hinauf. Der Reiter muss die Kräfte seines Pferdes also gut einteilen. Es wird nicht damit gerechnet, dass viele Paare in der Zeit von zehn Minuten bleiben.

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