Adelheidsdorf: Überflieger Belico Royal

Hengstleistungsprüfung: 14-Tage-Test

(© Beelitz/St.GEORG)

Beim 14-tägigen Veranlagungstest in Adelheidsdorf war der Westfale Belico Royal das Maß der Dinge. Und auch in Sachen Dressurtalent ging die Höchstnote nach Westfalen.

Belico Royal ist ein Sohn des Bellini Royal aus einer Captain Fire-Polytraum-Mutter. Jan Lohmann aus Sendenhorst hat den vierjährigen Westfalen gezogen. Die Gripshöver GbR in Werne stellte ihn aus. Belico Royal erzielte sowohl das beste Endergebnis (8,85) als auch die höchste Springbewertung. Letzteres war eine bemerkenswerte 9,58. Die Höchstnote 10,0 vergab die Bewertungskommission für das Freispringen des Hengstes.

Erst dreijährig und mit Vorschusslorbeeren angereist ist der zweitbeste Hengst des 30-köpfigen Prüfungslots, der ebenfalls westfälisch gezogene For the Future v. For Pleasure-Nabab de Reve-Cassini II aus der Zucht von Otmar Eckermann. Der Hengst wurde bei der Westfälischen Hauptkörung als Springsieger herausgestellt, anschließend für 330.000 Euro verkauft und wirkt nun auf der Station Tebbel. Sein Talent demonstrierte For the Future auch in Adelheidsdorf. 9,5 vergab die Jury für das Freispringen. Die springbetonte Gesamtnote lautete 9,23.

Drittbester Hengst hinsichtlich des Gesamtpakets war mit 8,58 ein weiterer Westfale: Hickstead Blue v. Hickstead White-Chacco Blue-Contender. Heinrich Ramsbrock hat den Dreijährigen gezogen, Kai Ligges stellte ihn aus.

Die Höchstnote 10,0 fürs Freispringen wurde übrigens insgesamt dreimal vergeben. Neben dem Springsieger auch an den Hannoveraner Cornet’s Edition v. Cornet Obolensky-Clapton-Rouletto (Z.: Friedrich Niemeyer, Petershagen, A.: Holger Baum, Hofheim-Wallau) sowie an das Deutsche Sportpferd Ivory vom Schlösslihof v. I’m Special de Muze-Contender-Report II (Z.: Ludwig Fischer, Bärnau, A.: Haupt- und Landgestüt Marbach).

Fonq bester Dressurhengst

Auch im Dressurlager hatte ein Westfale die Nase vorn – und auch dies einer, der schon an anderer Stelle positiv in Erscheinung getreten ist: Fonq v. Fürst Fohlenhof-Lissaro-Dancing Dynamite, gezogen von Reiner Bockholt in Steinfurt, ausgestellt durch Wilhelm Rüscher-Konermann in Greven. Der vierjährige Fuchs war im vergangenen Jahr Westfalen-Champion und Dritter beim Bundeschampionat. In Adelheidsdorf überzeugte er mit der höchsten Dressurnote von 9,04 und einer 8,45 insgesamt.

Das zweitbeste Dressurergebnis ging dann mal nicht nach Westfalen, sondern nach Oldenburg – obwohl der Hengst in Westfalen gekört wurde. Offiziell ist der Vitalis-Krack C-Contango-Sohn aus der Zucht der Reesink Pferde GmbH noch namenlos, bekannt ist er allerdings schon unter dem Namen Vaderland. Der bei Mathieu Beckmann stationierte Dreijährige sorgte schon für einige Schlagzeilen. Auf der Körung in Westfalen erhielt er den Titel Reservesieger. Doch dann wurde er bei der Dopingkontrolle positiv auf ein Beruhigungsmittel getestet. Die Körung wurde zunächst aberkannt. Vor einigen Wochen wurde Vaderland erneut der Körkommission vorgestellt und erhielt nach nun negativem Medikationstest das Prädikat gekört. Seine Leistungsprüfung schloss er nun mit einer Dressurnote von 8,74 ab. Insgesamt kam er auf eine 7,83.

Der Fall Vaderland war der Auslöser für ein Umdenken beim Westfälischen Pferdestammbuch. Hier werden von nun an alle gekörten Hengste beprobt. Und wenn ein Hengst positiv auffiel, kann er nur dann wiederholt zur Körung vorgestellt werden, wenn er seine Leistungsprüfung bereits in der Tasche hat.

Durchgefallen

Gerade mal zwei der 30 Hengste konnten die Mindestleistung von 7,5 insgesamt und/oder 8,0 und besser in einer Disziplin nicht erreichen: der Hannoveraner Dario v. Dancier-Wolkenstein II – Prämienhengst der Körung in Verden 2018 – und der KWPN-Hengst Kaiman v. Dark Pleasure-Gribaldi-Krack C.

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