Jessica von Bredow-Werndl siegt in Kür in Doha, Damsey sagt mit 82 Prozent Tschüss

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Jessica v. Bredow-Werndl und Zaire, Doha 2021 Al Shaqab (© Al Shaqab)

Vier Ritte über 81 Prozent, die besten drei von deutschen Reiterinnen! Die Grand Prix Kür beim Fünf-Sterne-Turnier von Doha wurdeMehr …

Vier Ritte über 81 Prozent, die besten drei von deutschen Reiterinnen! Die Grand Prix Kür beim Fünf-Sterne-Turnier von Doha wurde zu einem Durchmarsch von Jessica von Bredow-Werndl, Helen Langehanenberg und Dorothee Schneider.

84,78 Prozent erzielten Jessica von Bredow-Werndl und Zaire. Das ist die viertbeste Bewertung in der gemeinsamen Karriere der 17-jährigen KWPN-Stute und ihrer Reiterin aus Aubenhausen. In der Note für den künstlerischen Eindruck vergab der Richter bei M, der Deutsche Henning Lehrmann, sogar 91,6 Prozent. Schon gestern hatte das Duo aus Aubenhausen den Grand Prix gewonnen.

Heute punkteten „Jessi“ und „Püppi“ bei den technischen Noten vor allem im Galopp, in den Traversalen und den Pirouetten und in der Passage. Hier gab es Noten jenseits von 80 Prozent. Bereits gestern waren die beiden im Grand Prix nicht zu schlagen gewesen. (Zaire hat Jessica von Bredow-Werndl in ihrem Buch ein eigenes Kapitel gewidmet, im St.GEORG-Podcast (hier) hat sie davon erzählt).

Damsey: Abschied mit 82,05 Prozent aus dem Sport

Heute Nachmittag galoppierte Helen Langehanenberg mit Damsey ins Stadion. Es ist der letzte gemeinsame Start des Paares. Zumindest hatten Helen Langehanenberg und Susanne Meyer von der Hengststation Meyer, Damseys Zuhause, so entschieden. Allerdings könnte sich Helen vorstellen, sollte Corona es zulassen, Damsey doch noch „ein, zwei“ Turniere zu reiten. Schließlich ist der 19-Jährige frisch wie eh und je. Im Grand Prix hatte „Wundertüte“ Damsey in den 15 fliegenden Galoppwechseln von Sprung zu Sprung ein paar Trabtritte eingestreut und auch die Zick-Zack-Traversalen waren nicht fehlerfrei – Platz sechs, 72,717 Prozent.

Doch heute war dann alles anders. 82,05 Prozent, Neunen für den starken Schritt und die Galopppirouetten. Dazu in der B-Note Bewertungen bis 89,6 Prozent. Für Helen Langehanenberg ein emotionaler Moment, wie sie gegenüber St.GEORG sagte: „Ich bin sprachlos, ich hab geheult wie ‘n Schlosshund als es vorbei war, weil ich so dankbar war, dass er uns noch einmal, nein eigentlich zweimal – gestern Abend auch schon nur zwei kleine Fehler drin – geschenkt hat. Einer ging definitiv auf meine Kappe und das andere war so ‘n Stolperer.“

Das Endresultat, 82,05 Prozent, ist eines der zehn besten Ergebnisse in der langen Karriere von Damsey; mit 19 Jahren (!) eine ganz besondere Art von der großen Bühne abzutreten. Wie sang schon Frank Sinatra? „I did it my way“… „Ich glaube, er konnte sich noch mal mit ’nem Paukenschlag verabschieden. Er hat gezeigt, dass er eigentlich noch nicht zum alten Eisen gehört. Trotzdem hat er seinen Ruhestand redlich verdient in seiner Villa mit Garten. Ich bin einfach nur überglücklich“, so Helen Langehanenberg. Und:

Ich vermisse ihn jetzt schon.

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Faustus: Persönliche internationale Bestleistung

Zu den beiden „Golden Oldies“ gesellte sich auf dem Podium im Stadion von Al Shaqab ein Pferd, das noch relativ grün in Sachen Kür ist: Faustus. Der Hannoveraner von Dorothee Schneider, Bronzemedaillengewinner der Deutschen Meisterschaften in Balve 2020, ging erst seine fünfte internationale Kür. Und das mit Bravour! 81,665 Prozent bedeuteten nicht nur persönliche Bestleistung der Kombination, es war auch der dritte Platz. Der Falsterbo-Sohn hatte viele Neunen im Protokoll. Natürlich, so darf man bei Faustus schon sagen, für den starken Galopp. Aber auch für die Einerwechsel und die Linkspirouette gab es ein glattes „sehr gut“, 9,0.

„Ich bin super happy mit unserem dritten Platz in der Kür von Doha/QAT. Faustus war auch heute wieder super konzentriert und hat sich in der Kür toll gezeigt, überhaupt hat er sich über den Winter noch einmal wahnsinnig entwickelt und viel mehr Sicherheit in der Lektionsabfolge bekommen“, freute sich die Mannschafts- Welt und Europameisterin auf Facebook. Und sie verspricht: „Faustus hat sich nun ganz viele Leckerlies und ein paar Tage Spaßprogramm verdient“.

Vierter im Bunde der Kategorie „81 PLUS“ war der in Deutschland lebende Finne Henri Ruoste mit dem Belgier Kontestro (81,625). Der Sohn des Holsteiner Contendro ist damit international aus der Rolle „one to watch“, also „Einer, den man auf dem Schirm haben sollte“, herausgetreten. Er ist jetzt ganz offiziell im Oberhaus der Dressur angekommen. Sein Potenzial hatte Kontestro schon im Winter angedeutet.

Platz fünf ging an Dorothee Schneiders Schülerin Morgan Barbançon. Die nun für Frankreich reitende Spanierin kam mit dem Oldenburger Sir Donnerhall II auf 78,655 Prozent.

Die Ergebnisse aus Doha finden Sie hier.

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