Hamburg: Zweite Derbyqualifikation an Shane Breen vor Stil-Queen Sandra Auffarth

Hamburg, 90. Deutsches Spring- und Dressur Derby 2019

Shane Breen (IRL) und Can Ya Makan, Spring-Derby 2019, Zweite Qualifikation, Preis der Deutschen Kreditbank AG (© www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz)

Der Ire Shane Breen hat die zweite Qualifikation zum 90. Deutschen Spring-Derby gewonnen. Mit Can Ya Makan setzte er sich vor Sandra Auffarth. Deren Ritt sah nach A-Stilspringen aus. Dritter wurde Vorjahressieger Matthew Sampson.

Der große Wall, der Birkenoxer, die Holsteiner Wegesprünge und die Feldsteinmauer – in der zweiten Qualifikation zum 90. Deutschen Spring-Derby in Hamburg galt es einige der Derbyklassiker zu überwinden. Als besonders fehlerträchtig stellte sich der Trakehner heraus, dessen hinter dem Hindernis liegenden Graben wiederum manch ein Pferd erst beim Absprung wahrnahm. Keine Probleme hatten die Derby-Spezialisten aus Großbritannien und Irland, weder die Zwei- noch die Vierbeiner. So wie Shane Breen. Der Ire galoppierte mit Can Ya Makan v. Canturo selbstbewusst über den Kurs und sicherte sich die 6.250 Euro Siegprämie. Voller Zuversicht was den Sonntag anbelangt, schwärmte er von seinem Pferd, der eine Art springende, eierlegende Wollmilchsau ist, sprich: Can Ya Makan kann alles: Große Preise, Derbys, schnell, langsam – eben alles.

Lange Zeit hatten mit Matthew Sampson und Nigel Coupe zwei Briten vorne gelegen. Derbychef Volker Wulff hatte schon im Vorfeld von größerem Interesse aus dem Ausland gesprochen. Doch die britisch-irische Topgruppe hatte die Rechnung ohne Sandra Auffarth gemacht.

Sandra Auffarth: So easy!

Wie schon in der ersten Qualifikation ließen viele der Top-Platzierten bei ihren Runde vergessen, was für Dinge in dem 720 Meter langen Kurs zu bewältigen waren. Aber niemand gelang das so scheinbar mühelos wie Sandra Auffarth. Die Vielseitigkeitsweltmeisterin von 2014 und frisch gebackene Vizechampionesse der Deutschen Berufsreiter galoppierte mit der Lordanos-Tochter La Vista, die ihr Vater gezüchtet hat, rhythmisch und gleichmäßig über den Rasen in Klein Flottbek. Im vergangenen Jahr waren die beiden schon im Stechen beim Derby und die Konkurrenz hatte bereits nach der ersten Qualifikation am Mittwoch auf Sandra Auffarth gesetzt. „Das Video vom letzten Jahr gucke ich mir jetzt nochmal an“, sagte die vielseitige Amazone. Und: „Ich hatte Zeit, den Ritt zu genießen“.

Knapp zwei Sekunden langsamer als der Sieger war die Kombination aus dem niedersächsischen Ganderkesee, aber schneller als Vorjahressieger Matthew Sampson.

Das Leihpferd macht alles allein

Der Brite reitet in Hamburg Quality Old Joker. Der Wallach war 2018 Fünfter im Derby unter der Britin Holly Smith, die ihn am vergangenen Wochenende noch in Frankreich erfolgreich gestartet hatte. Für Hamburg hat sie den kräftigen Iren an Sampson verliehen. Zwei dritte Plätze in den Qualifikationen – das lässt aufhorchen! Zumal Sampson den Wallach erst Anfang der Woche das erste Mal geritten hat. „Das Pferd macht es mir so einfach. Ich muss ihn nur lenken und ihm folgen, den Rest macht er“, lobte er Quality Old Joker.

Nigel Coupe aus Lancashire, der schon zweimal das irische Derby hat gewinnen können, wurde Vierter. Auch er setzt (und sitzt) auf irische Horsepower in Hamburg. Golvers Hill hat den Überguss des irischen Hunters. Ein Pferd, das man sich gut inmitten hügeliger Landschaft auf der Jagd über alles springend, was ihm im Weg steht, vorstellen kann.

Sieben Nullfehlerritte gab es im Feld der 63 Starter. Hendrik Sosath, der sein „Zenhjähriges“ in diesem Jahr in Klein Flottbek feiert, wurde mit Lady Lordana mit einem der ersten „Nuller“ Fünfter. Schon nach der ersten Qualifikation hatte der 31-Jährige aus Lemwerder gesagt, dass Lady Lordana für ihn das Derbypferd der Wahl sei. Wer den harmonischen Ritt der beiden heute erlebt hat, der weiß warum. Wies Sandra Auffarths La Vista stammt auch Lady Lordana von dem Holsteiner Lordanos ab. Und der hat unter drei Familienmitgliedern der Sosaths im Sport gesiegt.

Derbysieger in Lauerstellung

Stichwort „Derby-Familien“: Auch Nisse Lüneburg, Derbysieger mit Calle Cool, blieb ohne Abwurf. Er wurde mit dem Holsteiner Corrido-Sohn Cordillo Sechster. Auch diese Kombination hat es schon einmal weit nach vorn geschafft beim Derby. Vor zwei Jahren waren die beiden Dritte. Den siebten Nullfehlerritt lieferte Karl Schneider mit Citronello. 16 Reiter wurden platziert, darunter auch Badminton-Finisher Kai Rüder, 12., und Derbysieger Thomas Kleis, der 15. wurde.

18 Kombinationen schafften es in dem Springen nicht bis über die Ziellinie. Einmal mehr beendete der Wall viele Hoffnungen, auch die von Janne Friederike Meyer-Zimmermann, deren Stute Bali bis dahin wunderbar gesprungen war. Die drei Meter hohe Wall-Kante mochte die Holsteiner Schimmeldame dann aber doch nicht hinabrutschen.

Die 32 besten Kombinationen aus der ersten und zweiten Qualifikation sind im 90. Deutschen Spring-Derby am Sonntag startberechtigt. Um 13.45 Uhr wird der erste Starter das Stadion in Klein Flottbek betreten.

Die Ergebnisse finden Sie hier.

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