Kein Weltcupfinale für Ludger Beerbaums Casello

pvh-160813-RIO-7861

Ludger Beerbaum und Casello in Rio 2016 (© Pauline von Hardenberg)

So allmählich läuft der Countdown für das diesjährige Weltcupfinale der Spring- und Dressurreiter an. Das Ziel heißt – yeeehaaa – Omaha, im mittleren Westen der USA. Nur einer fliegt nicht, Ludger Beerbaums Casello.

Am kommenden Samstag fliegen bereits die Pferde in Richtung USA zum Weltcupfinale der Dressur- und Springreiter, im Laufe der nächsten 48 Stunden folgen dann auch deren „Jockeys“. Das Gipfeltreffen der Hallensaison findet erstmals in Omaha, der größten Stadt des US-Bundesstaates Nebraska statt, so ziemlich mittendrin in den USA. Schauplatz der Finalprüfungen vom 29. bis zum 2. April ist das Century Link Center. Am Start sind die 38 besten Springreiter- und reiterinnen mit ihren Pferden. Aus Deustchland sind es fünf Starter, vier aus der Westeuropaliga, allen voran Marcus Ehning und Ludger Beerbaum. Letzterer wird lediglich mit seiner Holsteiner Stute Chiara v. Contender in den Mittleren Westen reisen. Ursprünglich wollte Beerbaum sein Olympiapferd von 2016, Casello v. Casall, mit über den Atlantik nehmen, aber wie Beertbaum gestern bei der Equitana bekannt gab, ist der Fuchs nicht fit, so dass die mehrfach auf Championaten eingesetzte Chiara nun in die USA fliegen wird. Es ist Beerbaums 21. Weltcupfinale, gewonnen hat er bislang einmal, im Jahr 1993.

Marcus Ehning wird Pret a tout reiten. Er war bereits 2003, 2006 und 2010 siegreich vom Finale nach Hause zurückgekommen. Das Paar Ehning/Pret a tout gewann in der Saison 2016 mehrere hochdotierte Große Preise. Außerdem sind auch zwei international noch nicht ganz so prominente Gesichter aus good old Germany dabei: Guido Klatte junior mit dem ehemaligen Bundeschampion Qinghai und Markus Brinkmann mit Dylon. Außerdem wird der schon lange in den USA lebende, aber nach wie vor für Deutschland startende Christian Heinrich mit Caruso in Omaha sein Glück versuchen. Er hatte auf Turnieren der Nordamerika-Liga die notwendigen Qualifiaktionspunkte gesammelt.

Zu schlagen gilt es den zweifachen Titelverteidiger und Olympiasieger von 2012: Steve Guerdat. Der Schweizer will sich  den dritten Weltcuptitel in Folge sichern und damit in die Fußstapfen des Brasilianers Rodrigo Pessoa treten. Der hatte 1998, 1999 und 2000 das Weltcupfinale der Springreiter gewinnen können. Er reitet Bianca, über Vater Balou du Rouet eine Enkelin des großen Baloubet du Rouet, dem wiederum Pessoa viele großartige Erfolge, darunter auch den Rekord von drei Weltcupfinalsiegen in Folge, verdankt.

Weltcupfinale der Dressurspitze wird spitze

Parallel zum Weltcupfinale der Springreiter sind auch die Dressurreiter gefragt. Titelverteidiger Hans Peter Minderhoud (NED) tritt erneut mit Glock’s Flirt, seinem Siegerpferd vom Vorjahr an.Vor kurzem hatte er Isabell Werth in ‘-Hertogenbosch geschlagen, die saß da allerdings auf dem kürmäßig noch recht unerfahrenen Emilio. Der Westfale v. Ehrenpreis ist das dritte Pferd, das Werth in dieser Saison für das Finale hat qualifizieren können. Ihre erste Wahl ist allerdings die Oldenburger Stute Weihegold, Silbermedaillengewinnerin von Rio und derzeit die Nummer eins der Welt. Auch der für sein überschäumendes Temeperament bekannte Don Johnson dürfte nach Omaha fliegen, „aber Jonny lediglich einmal zu reiten, nachdem er mehrere Tage in der Quarantäne nur geführt werden durfte, das wäre dann doch nicht so einfach. Weihe ist da einfacher“, verriet Werth St.GEORG online kurz vorm Abflug der Pferde bei sich zuhause in Rheinberg.

Ambitionen auf einen Podiumsplatz hat auch Jessica von Bredow-Werndl. Sie reist nicht nur mit dem routinierten Unee BB im Gepäck, zweimal Dritter in den beiden vergangenen Jahren im Weltcupfinale, sondern auch noch mit einem Baby unterm Herzen in die Vereinigten Staaten.

Schreibe einen neuen Kommentar