London: Weltcup-Springen an Julien Epaillard nach harter Auslese

Der Nomalparcours des Weltcup-Springens von London hatte es in sich. Am Ende war es ein britisch-australisch-schwedisch-französisches Quartett, das das Stechen unter sich ausmachte. Mit Sieg für Frankreich.

Harrie Smolders, Kevin Staut, Marcus Ehning, Bertram Allen, Daniel Deußer, Simon Delestre und noch viele viele Weltklassereiter mehr, mussten vor dem Parcours kapitulieren, den Bob Ellis ihnen in den Weg gestellt hatte. Hier blieb keine Zeit zum Luft holen. Und nur Edwina Tops-Alexander auf Inca Boy van’t Vianahof, Europameister Peder Fredricson auf Christian K, Scott Brash mit Ursula und Julien Epaillard auf Toupie de la Roque hatten eine Antwort auf alle Fragen, die Ellis den Reitern heute gestellt hatte.

Den Auftakt im Stechen machte Peder Fredricson mit dem zehnjährigen KWPN-Wallach Christian K, einem Namelus R-Sohn, der eine sichere fehlerfreie Runde im Stechen drehte. Aber es war klar, dass 41,34 Sekunden eine schlagbare Zeit darstellen. Das demonstrierte gleich das nächste Paar, die Siegerin vom vergangenen Wochenende in La Coruna, Edwina Tops-Alexander, auf dem erst neunjährigen Belgier Inca Boy v. Diamant de Semilly: fehlerfrei in 41,05 Sekunden.

Dann kamen die beiden, die zusammen schon den Großen Preis von Spruce Meadows gewonnen hatten und für die London zudem ein Heimspiel ist: Scott Brash mit der 16-jährigen erfahrenen Ursula XII v. Ahorn. Sie demonstrierten, wie schnelles Reiten funktioniert – satte vier Sekunden schneller als Fredricson. Kaum jemand dachte, dass das noch zu toppen sein würde.

Aber dann kamen Julien Epaillard und seine zehnjährige französischen Kannan-Tochter Toupie de la Roque und traten den Beweis zum Gegenteil an. Bei 36,91 Sekunden stoppte die Uhr. Die 20 Weltcup-Punkte und 40.000 Euro für den Sieger waren dem Franzosen sicher. „Ich habe Scott reiten gesehen“, erklärte Epaillard seine Taktik. „Er fing schnell an, aber ich dachte er sei bei den letzten beiden Hindernissen ein wenig vorsichtiger gewesen. Also habe ich hier viel riskiert und es hat funktioniert.“

Stimmen danach

Brash hatte anders gedacht: „Ich habe befürchtet, dass er schneller sein würde. Aber ich habe gehofft, dass er einen Fehler macht.“ Den Gefallen tat Epaillard ihm nicht. Seine Stute reitet er seit März. Epaillard erklärte: „Sie kommt von der Familie Hecart. Sie sind meine Nachbarn und waren sehr gut zu mir. Ich freue mich wirklich, dass wir zusammen unser Bestes geben!“ Das Ziel ist nun das Weltcup-Finale in Paris. „Ich möchte mich wirklich dafür qualifizieren. Also werde ich die nächsten Qualifikationen reiten.“ Die finden statt in Mechelen, Belgien, am 30. Dezember und in Bordeaux, Frankreich, am 4. Februar. „Beim Finale in meinem Heimatland zu reiten, wäre fantastisch“, so Epaillard.

Die Deutschen

Bester Deutscher war auch heute Marcus Ehning mit dem zwölfjährigen Westfalen Hengst Comme il Faut v. Cornet Obolensky aus der Ratina Z. „Auch heute“, weil die beiden am Freitag schon Zweite im „Christmas Cracker“ gewesen waren, einem weiteren Springen über 1,60 Meter. Heute wurden sie mit der drittschnellsten Vier-Fehler-Runde im Umlauf Siebte.

Auch für Daniel Deußer und Cornet schlugen vier Fehler zu Buche, aber die Zeit reichte nicht mehr für eine Platzierung. Acht Strafpunkte wurden es für Christian Ahlmann und Colorit.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Weltcup Gesamtwertung

In der Gesamtwertung der Westeuropa-Liga hat nun Australiens Edwina Tops-Alexander die Führung übernommen vor Kevin Staut (FRA) und Steve Guerdat (SUI). Bester Deutscher ist Daniel Deußer auf Rang acht. Marcus Ehning liegt aktuell an 18. Stelle. Die besten 18 Reiter der WEL qualifizieren sich für das Finale in Paris. Jenseits dieser Top 18 ist Philipp Weishaupt am dichtesten dran als die Nummer 24 im Ranking.

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