Spruce Meadows: Rolex Grand Slam-Etappe an Beezie Madden, Nationenpreis-Sieg für Belgien, Enttäuschung für Deutschland

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Beezie Madden (USA) und Darry Lou (© Spruce Meadows Media/Mike Sturk)

Im kanadischen Calgary stand am vergangenen Sonntag erstmals eine Frau bei einer Rolex Grand Slam-Etappe ganz oben auf dem Treppchen. Und dann auch noch gleich die Etappe, bei der es am meisten zu gewinnen gibt. Im Nationenpreis verlief es aus deutscher Sicht wenig erfreulich.

Mit satten drei Millionen Kanadischen Dollars ist der Große Preis von Spruce Meadows dotiert, neben ’s-Hertogenbosch, Aachen und Genf eine weitere Etappe des Rolex Grand Slam. Ein Drittel davon, also umgerechnet circa 688.650 Euro gingen an den Sieger.

Beziehungsweise in diesem Fall an die Siegerin, nämlich die 55-jährige Beezie Madden aus den USA. Auf dem niederländischen Hengst Darry Lou verwies sie die Männer im Stechen auf die übrigen Ränge. Madden ist die erste Frau, die eine Etappe des Rolex Grand Slam gewinnen konnte. Mit dem Sohn von Tangelo van de Zuuthoeve, von dem ja auch Daniel Deußers Top-Pferd Tobago Z abstammt, konnte sich die Amazone im zweiten Umlauf sogar einen Zeitfehler erlauben, als sie als vorletzte Starterin in die Bahn ging.

Insgesamt waren 48 Reiter-Pferd-Paare im ‚International Ring‘ von Spruce Meadows am Start. Leopoldo Palacios (VEN) war der zuständige Parcoursbauer. Der erste Umlauf führte über 615 Meter mit 14 Sprüngen. Die erlaubte Zeit: 93 Sekunden. Im Stechen war Beezie Madden vorletzte Reiterin, alle Paare zuvor hatten sich bereits einen Abwurf erlaubt. Daher ließ es die Amazone ruhig angehen, kassierte keinen Springfehler, aber einen für die Zeit. Sie kam mit 66,94 Sekunden ins Ziel. Nur einer konnte ihr den Sieg jetzt noch streitig machen: Lokalmatador Eric Lamaze mit Fine Lady. Doch der Olympiasieger von 2008 leistete sich zwei Abwürfe – Platz fünf für ihn, Sieg für Beezie Madden.

Platz drei an Österreicher Max Kühner

Die schnellste Vier-Fehler-Runde im zweiten Umlauf zeigte der Australier Rowan Willis mit Blue Movie v. Chacco-Blue. Das Paar wurde Zwölfte bei den Weltmeisterschaften in Tryon und kam in Calgary mit 65,93 Sekunden und einem Abwurf im zweiten Umlauf ins Ziel.

Nachdem Max Kühner (AUT) bei der Europameisterschaft in Rotterdam unter seinen Erwartungen blieb, konnte er mit Chardonnay in Calgary beweisen, dass das Paar in Top-Form ist. Fehlerfrei im ersten, gab es im zweiten Umlauf einen Abwurf für den Clarimo-Sohn sowie einen Zeitstrafpunkt. Das Paar kam in 66,78 Sekunden ins Ziel.

Aus der Grand Slam-Traum

Druck lag auf den Schultern von Kent Farrington, der ja die letzte Rolex Grand Slam-Etappe in Aachen im Juli für sich entscheiden konnte. Ein beachtlicher Bonus hätte gewunken, wenn er den Sieg in Calgary ebenfalls nach Hause geholt hätte. Auf Gazelle kassierte er im ersten Umlauf jedoch einen Abwurf und war mit einer durchschnittlichen Zeit nicht mehr startberechtigt für den zweiten Umlauf.

Bester Deutscher wurde André Thieme mit dem elfjährigen Wallach Aretino v. Artani. Vier Strafpunkte im ersten Umlauf bedeutete am Ende Rang 16 für den Mann aus Mecklenburg-Vorpommern.

Der Grand Prix der Spruce Meadows Masters gilt als einer der schwersten Parcours der Welt. Es ist aktuell außerdem der höchst dotierte Grand Prix weltweit. Beezie Madden sagte nach ihrem Sieg: „Spruce Meadows ist so ein toller Ort und es ist mir eine Ehre, hier zu sein. Jeder Sieg ist fantastisch, aber ich muss sagen, dass dieser hier schon sehr besonders ist.“

Die nächste der insgesamt vier Etappen des Rolex Grand Slams wird am Sonntag, den 15. Dezember in Genf ausgetragen.

Nationenpreis: Deutschland auf dem letzten Platz

Tags zuvor nahmen zehn Mannschaften am Nationenpreis teil, darunter auch Deutschland. Der Sieg ging jedoch einmal mehr an die Belgier, die ja – in anderer Besetzung – schon bei den Europameisterschaften in Rotterdam Gold geholt hatten. Für Spruce Meadows hatte Equipechef Peter Weinbarg folgendes Quartett aufgestellt, das die Erwartungen mit in Summe nur vier Fehlern voll erfüllte: Pieter Clemens auf Quintini (0/0), Olivier Philippaerts mit Extra (0/0), François Mathy Jr. mit Uno de la Roque (4/0) sowie Yves Vanderhasselt, der auf Jeunesse fünf Strafpunkte in Runde eins hatte und nach den drei Null-Fehler-Ritten der Kollegen im zweiten Umlauf nicht mehr anzutreten brauchte.

Platz zwei ging nach Kanada (14), gefolgt von Irland (19), Schweden (20) und Mexiko unter den Top fünf (25). Die Mannschaft um Equipechef Heinrich-Hermann Engemann landete am Ende auf dem zehnten, also dem letzten Platz. In Rot ritten André Thieme mit Aretino, Philipp Weishaupt mit Che Fantastica, Holger Wulschner mit Casirus sowie Michael Kölz mit Anpowikapi an den Start. Kein Paar blieb ohne Fehler.

Bei Startreiter André Thieme sah alles noch sehr viel versprechend aus. Mit seinem Aretino leistete sich der Mecklenburger lediglich einen Zeitstrafpunkt im ersten Umlauf des Springens. Weishaupt kam mit fünf Strafpunkten auf seiner zehnjährigen Check In-Stute Che Fantastica ins Ziel. Für Wulschner mit dem zehnjährigen Casiro-Nachkommen Casirus standen 14 Strafpunkte auf der Anzeigentafel. Das zählt, nachdem Michael Kölz mit Anpowikapi ausschied. Damit konnte die Equipe sich nicht mehr für den zweiten Umlauf qualifizieren.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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