25 Springhengste für Hannoveraner gekört

Titelbild Hannoveraner Körung 2017

Hannoveraner Körung 2017 (© www.hannoveraner.com)

Fünf Prämienhengste im Bereich Springen stellt die Hannoveraner Körkommission nach dem Freispringen heraus. 25 Hengste erhielten die Zuchtzulassung. Im 37-köpfigen Lot war für jeden Geschmack etwas dabei.

Die Hannoveraner Hengste, die sich im Springbereich um die Körung bewarben, variierten stark im Typ. Auch in Bezug auf die Abstammungen gab es eine große Bandbreite. 23 unterschiedliche Väter standen in den Pedigrees der neu gekörten Jumper. Unter den 37 Springpferden fanden sich einige elegante, blutgeprägte Pferde, wie etwa der Sohn des genetisch waschechten Vollblüters Foxattac oder ein prämierter Silvio-Sohn: Dem gegenüber standen Pferde wie ein Stolzenberg-Sohn, der gewaltiges Vermögen überm Oxer zeigte. Er war das was man ein Pferd mit viel Substanz nennt. Auch ganz schön mächtig: ein Cornet Obolensky-Lux-Sohn und ein Fuchs v. Darco, der im Styling deutlich machte, dass sein Vater vor 37 Jahren geboren wurde. Der Hengst sprang kraftvoll, aber etwas flach. Sein positives Körurteil wurde von vereinzelten Pfiffen begleitet.

Breite Genvarianz bei den Hannoveraner Springhengsten

Präsent war vor allem die Linie der französischen Springlegende Almé in den Vaterlinien der Junghengste. Die Väter der frisch gekörten Hengste in der Übersicht: Arpeggio, Araldik (beide auf Acord II und somit auf Almé zurückgehend), Armitage (v. Argentinus), Comme il faut und sein Vater Cornet Obolensky (2 gekörte Söhne), Darco, Diacontinus, Foxattac (Vollblut), Silvio, Grey Top, Kannan (auf Furioso II zurückgehend), der Debütant Lord Pizarro (v. Lord Pezi-Stakkato), Perigueux, Qualito (Almé-Linie), Starpower (v. Stakkato-Escudo), Stolzenberg (zwei gekörte Söhne, einen aus einer Escudo-Mutter aus dem Stamm des Landbeschälers Grey Top, und einen aus einer Fabriano-Mutter), und die internationalen Größen Toulon (aus einer Contender-Mutter), Weltmeister Vigo d’Arsouilles (aus einer Lux-Mutter) und der Olympiahengst Zirocco Blue (aus einer Quadam.Mutter).

Hannoveraner Prämienhengste Springen

Im Lot der Springhengste war in diesem Jahr kein Hengst, der einen Hannoveraner zum Vater hatte. Folgende fünf Hengste hatte die Körkommission ausgesucht:

Brauner v. Cascadello-For Keeps-Le Cou Cou

Züchter ist Mannschaftsolympiasieger Lars Nieberg, der nicht nur den Muttervater For Keeps und auch dessen Vater For Pleasure im internationalen Sport geritten hat, sondern auch den Landadel-Sohn Le Cou Cou, den der braune Prämienhengst in dritter Generation in der Abstammung führt. Der Holsteiner Cascadello v. Casall hatte 2015 aus seinem Premierenjahr auf Anhieb den Sieger in seinem Zuchtgebiet stellen können.

Brauner v. Contendro-Stakkato-Grannus

Zu den Tugenden eines Springpferdes zählt neben Geist und Vorsicht vor allem Vermögen. Und davon hatte dieser Braune mehr als genug. Der aus dem Mutterstamm von Rolf Moormanns Acorte, die auch schon in Nationenpreisen eingesetzt worden ist, hervorgegangene Contendro-Sohn hatte mit der Höhe nicht das geringste Problem – egal, was ihm da vor die Nase gestellt wurde.

Schimmel v. Cristallo Boy-Cassini II-Caletto I

Aus dem Rheinland, genauer vom Ferienhof Stücker von Josef und Christiane Wilbers, war dieser Schimmel angereist, der sehr gut mit seinem Körper umzugehen wusste und der mit schnellen Reflexen jede an ihn gestellte Aufgabe bilderbuchmäßig löste, stammt aus einem Holsteiner Mutterstamm, der unter anderem den international erfolgreichen Catoki hervorgebracht hat.

Brauner v. Quidam de Revel-Cassini I-Landgraf

Ein Dreiviertelbruder zu Maikel van der Vleutens internationalem Championatspferd Verdi. Die Großmutter des nun prämierten Hengstes ist die Mutter von Verdi. Der ist allerdings deutlich hübscher ausgefallen als sein Dreiviertelbruder. Aus diesem Holsteiner Stutenstamm ist auch Calato entsprungen, jener Holsteiner Schimmelhengst, der sich mit Christian Ahlmanns Europameister Cöster ein Denkmal gesetzt hat. Nicht nur in Sachen Abstammung (Holsteiner Mutter, französischer Vater), ist dieser Hannoveraner ein echter Kosmopolit: Er wurde in Frankreich geboren und von italienischen Besitzern in Verden ausgestellt.

Fuchs v. Silvio-Vulkano-Cristo

Eines der auffälligsten Pferde beim Freispringen: Ein modernes, eher blutgeprägtes Pferd, das geschmeidig durch den Körper sprang und hinten unwahrscheinlich „aufmachte“. Wie auch bei den Dressurpferden war es untersagt, an den Hinterbeinen irgendeinen Schutz anzubringen – die FEI Initiative lässt grüßen. So war die Vorsicht wohl nicht nur eifrigem Vorbereitungstraining sondern wirklich natürlichem Talent geschuldet. Pferde wie dieser Dunkelfuchs sind wie gemacht für die aktuellen Anforderungen im internationalen Parcours – spritzig, elastisch, wendig. Vater Silvio hat den unvergessenen Shutterfly von Meredith Michaels-Beerbaum gezeugt, Muttervater Vulkano ging unter Marcus Ehning – das unterstreicht die Leistungsaussage dieses Prämienhengstes.

Bei den Hengste mit Dressurabstammungen wurden wie im Vorjahr 53 Hengste für den Zuchteinsatz zugelassen.

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