BuCha 2019: Charisma siegt bei den fünfjährigen, Catch me bei den sechjährigen Springpferden

Featurebild Bundeschampionat Springen

Dem guten Start bei den diesjährigen Bundeschampionaten in Warendorf bereitete Richard Vogel ein ebenso gutes Ende. Er ritt die Stute Charisma zur Bundechampionesse bei den fünfjährigen Springpferden.

Mit „sehr gut“ benoteten die Richter die Vorstellungen der Holsteiner Stute Charisma HS unter Richard Vogel beim Bundeschampionat der fünfjährigen Springpferde, damit wurde die Tochter des Uriko – Cassilo Bundeschampionesse 2019. HS steht für Hugo Simon, er ist Besitzer der Fuchsstute, Züchter ist Christoph Schmidt.

Für die Vorstellung im ersten Umlauf der Spezialspringpferdeprüfung Kl.M** mit zwei Umläufen begründete Kommentator Peter Teeuwen die Wertnote 9,0 so: „ Charisma HS galoppiert sehr gleichmäßig, zeigt viel Übersicht und Balance am Sprung und zwischen den Sprüngen. Nicht spektakulär, aber sehr gut“. Nach dem zweiten, verkürzten Umlauf geriet er fast ins Schwärmen: „Hier war ein Sprung wie der andere, besser geht es kaum, 9,3 die Wertnote“. Die Gesamtnote 18,3 stand auf der Anzeigetafel, Charisma war die Beste der 33 Starter im Finale der fünfjährigen Springpferde. Hugo Simon war vor Ort, konnte persönlich die Gratulation entgegennehmen.

Zweiter Platz an Messuletto PS

Vize-Champion ist Messuletto PS, 18,10 die Notensumme aus beiden Umläufen. PS steht für Paul Schockemöhle, Messuletto PS , ein Sohn des Messenger – Couletto, ist gezogen im Gestüt Lewitz, das auch als Besitzer des Hengstes im Pedigree steht. Kommentator Peter Teeuwen erklärte, weshalb Messuletto nach dem ersten Umlauf „hohe Rittigkeit, stets im Gleichgewicht galoppierend, am Sprung energisch abhufend  und immer durch den Körper springend“ die Richter zu der Wertnote 8,7 bewogen hatte.

Im zweiten Umlauf steigerte sich der OS-Hengst noch einmal deutlich, perfekt unterstützt von seinem Reiter Patrick Stühlmeyer. „Das war eine tolle Runde, die den großen Applaus total verdient hat! Hier war ein Sprung wie der andere“ die Begründung für die Tageshöchstnote.

Mit der zweitbesten Note (8,9) aus dem ersten Umlauf war Chacco’s Light unter Maurice Tebbel als Titelanwärter in den zweiten Umlauf gegangen. „Der Hengst zeigt sich hier mit ganz viel Kraft, rhythmisch und kraftvoll galoppierend, am Sprung beweist er sehr gute Reflexe“, lobte Teeuwen den Sohn des Chacco’s Son – Light On. Im zweiten Umlauf überzeugte der OS-Hengst ebenso am Sprung, für die Rittigkeit gab es jedoch nach zweimaligem Kreuzgalopp Abzüge. Wertnote 8,7, Gesamtergebnis 17,6 für den von der BG Zuchthof Tebbel u. D. Brüggemann gezogenen Chacco’s Light, dritter Platz. Besitzer ist Ewald Brüggemann.

Der Niedersächsische Landbeschäler Cabo Verde war der beste Hannoveraner unter den fünfjährigen Springpferden. Der Sohn des Christian – Graf Top beendete das Championat mit der Wertnote 17,5 auf dem vierten Platz. Landstallmeister Dr. Axel Brockmann begleitete den Sieger der zweiten Qualifikation. Eva Bitter, die sich um die Ausbildung des von Joachim Schwarze gezüchteten Hengstes kümmert war gekommen, um seinen Reiter Christoph Kläsener zu unterstützen.

Qualifikation einfacher, Parcours nicht

Noch nie war es so einfach, sein fünfjähriges Pferd für das Finale zu qualifizieren wie in diesem Jahr. Nur 74 Pferde waren angetreten, 33 schafften es ins Finale, das ist fast die Hälfte. Die Wertnote 8,4 oder besser aus dem ersten Umlauf war die Eintrittskarte für den zweiten Umlauf, den erreichten neun Paare. Zahlenmäßig waren die Westfalen am stärksten vertreten, 15 Pferde trugen den westfälischen Brand, Holstein war mit elf, Hannover mit fünf Zuchtprodukten vertreten.
Der Parcours war schwer „wie jedes Jahr, Vermögen wird hier immer verlangt“, sagt Eva Bitter, die häufig selbst das Finale bestritten hat. „Die Anforderungen sind angemessen, gefordert werden hier Kondition und die richtige Einstellung vom Pferd“. Nicht alle Pferde hatten zum Ende des Parcours noch genug Kraft, die langen Turniertage forderten ihren Tribut.

Im Ganzen gesehen waren die auf der Burandtwiese gezeigten Springpferde des Jahrgangs 2012 ohnehin nicht so stark wie in vergangenen Jahren. Da wird dann gern der Vergleich mit dem Wein herangezogen, bei dem es ja bekanntlich auch gute und nicht so gute Jahre gibt. Bei den Springpferden drängt sich allerdings der Verdacht auf, dass auch etliche gute Pferde gar nicht erst zum Bundeschampionat gekommen sind, aus welchen Gründen auch immer. Häufig wird das Argument gebracht, man wolle es dem jungen Pferd nicht zumuten. Das ist an sich löblich, und macht sich bei den wahren und auch den selbsternannten Tierschützern ja gut, alternativ sollte jeder Reiter / Besitzer darüber nachdenken, ob er ja sagt zum Bundeschampionat der fünfjährigen Springpferde oder nicht.

Die historisch geringe Starterzahl in diesem Jahr zwingt jedenfalls zumindest zum Nachdenken. Historisch auch die geringe Zahl von Zuschauern, die das Finale sehen wollten, muss aufrütteln. Lücken auf den Tribünen, auf denen man zu früheren Zeiten eine halbe Stunde vor Beginn der Prüfung seinen Platz sichern musste. Dieses Jahr war noch reichlich Platz.

Finale sechsjährige Springpferde

In einem spannenden Stechen fiel die Entscheidung bei den sechsjährigen Springpferden, am Ende hatte Catch me unter Felix Hassmann die Nase vorn. Der Schimmelwallach von Cellestial – Balou du Rouet gewann mit einer strafpunktfreien Runde in 40,03 Sekunden das Bundeschampionat vor Chao Lee unter Katrin Eckermann.

Catch me, der Schimmelwallach von Cellestial – Balou du Rouet, ging als vorletzter Starter in den Parcours. Hassmann ritt volles Risiko in engen Wendungen bei hohem Grundtempo, wohl wissend, dass die nach ihm startende Katrin Eckermann genauso schnelle Runden reiten kann wie er. Spannung bis zum letzten Ritt! Eckermann hatte sich für ein noch höheres Tempo entschieden, ritt allerdings etwas weitere Wege, bei 40,75 Sekunden blieb die Uhr stehen, zweiter Platz. Das war knapp!

Nicht nur das schnelle Reiten haben die beiden Konkurrenten gemeinsam, beide stellten Pferde aus der Zucht und im Besitz ihrer Väter vor. Reinhard Hassmann ist für Catch me, das Pferd vom Zuchtverband für Deutsche Pferde verantwortlich, Otmar Eckermann paarte seine Stute Cobain Z mit Comme il faut an,  Rheinländerin Chao Lee die erfolgreiche Tochter, die 2018 Bundeschampionesse der fünfjährigen Springpferde war.

Zaccorado Blue von Zirocco Blue – Acorado unter Jana Wargers blieb der dritte Platz (0/42,79 Sek.). Der Hengst zeigte sich in Topform, konnte aber in Sachen Schnelligkeit mit den beiden vor ihm platzierten Pferden nicht mithalten. Züchter des Holsteiners ist Tanja Schramm, Besitzer Klaus Isaak.

Wie bei den Fünfjährigen stellte Christoph Kläsener einen Niedersächsischen Landbeschäler vor, ritt Viscerado von Viscount – Raphael auf den vierten Platz (0/43,74 Sek.). Die mehrfache Deutsche Meisterin Eva Bitter kümmert sich um die Springausbildung der Hengste aus Celle, sie war auch in Warendorf zur Unterstützung dabei. Züchter des Viscerado ist Heinrich Hacke.

40 Pferde waren im Finale, einer Springprüfung Kl.M** auf der Starterliste, fast die Hälfte der in der ersten Qualifikation angetretenen 84 Paare. Elf Starter blieben im Umlauf strafpunktfrei, im Stechen gelang das fünf Bewerbern. Parcoursbauer Peter Schumacher hatte es meisterhaft verstanden, die Anforderungen einem Championat angemessen zu gestalten, die vielen wirklich herausragend guten Pferde ihrer Klasse entsprechend glänzen zu lassen ohne die Schwächeren zu überfordern. Wie er generell für seine Arbeit über das gesamte Championat großes Lob bekam.

Die guten Leistungen, die die sechsjährigen Pferde lieferten, dieses überaus spannende Stechen hätten viel mehr Zuschauer erleben sollen, Reiter und Pferde hätten volle Tribünen verdient. Der Sport am Sonntagnachmittag war Werbung für das Springchampionat. Bleibt zu hoffen dass er auch Werbung gemacht hat für das nächste Jahr.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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