Riesenpech für Jessi von Bredow-Werndl, Triumph für Cathrine Dufour in Göteborg

Cathrine Dufour/Atterupgaards Cassidy Göteborg 2018

Cathrine Dufour/Atterupgaards Cassidy Göteborg 2018 (© FEI-TV)

Die Dänin Cathrine Dufour hat mir Atterupgaards Cassidy die Weltcupkür in Göteborg gewonnen. Sie ritt dabei das erste Mal ihre neue Kür.

Zu Klängen von Jasmine Thompson – der Chaka Khan-Klassiker „Ain’t nobody“ im Felix Jaehn-Remix zur Passage und „Hold on“ für den Galopp – erzielte die Bronzemedaillengewinnerin der Europameisterschaft 2017 ebenfalls in Göteborg 88,2 Prozent. Lediglich in einer Tour mit fliegenden Galoppwechseln gab es einen kleinen Fehler. Highlights gab es viele, beispielsweise der Übergang Schritt aus der Piaffe mit einem sehr guten starken Schritt. 21 fliegende Wechsel von Sprung zu Sprung und Zweier- und Einerwechsel auf gebogener Linienführung. Am Ende des Programms zeigt sie einen Übergang von den Zweier- direkt in die Einerwechsel.

Als das klappte habe ich gedacht, wow, heute packe ich es!

Cathrine Dufour über ihre Kür-Premiere in Göteborg

Es war das erste Mal, dass die dänische Nationaltrainerin Prinzessin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein am Viereck stand. Vor einigen Wochen hatte sich Dufour von ihrem langjährigen Trainer Rune Willum einvernehmlich getrennt.

Emilio Zweiter in Göteborg

Mit der Kür, die dem Paar den Titel bei der Deutschen Meisterschaft 2017 eingebracht hatte, wurden Isabell Werth und Emilio v. Ehrenpreis Zweite. Die Richter zogen 85,38 Prozent für die Kür, die mit Höchstschwierigkeiten beginnt: Einreiten, Halten, Grüßen, Anpassagieren und nach zehn Sekunden eine 360-Grad-Piaffe. Musikalisch gibt es einiges von Beethoven bis Puccini, teilweise mit leichten Sambarhythmen unterlegt. Im Balve hatte das Paar 89,125 Prozent von deutschen Richtern bekommen.

Dritter wurde der Schwede Patrik Kittel. Auch er knackte die 80-Prozent-Marke. Sein Oldenburger Delaunay v. Dr. Doolittle ging häufig zu eng und mit hoher Kruppe. Dem Paar unterlief in den fliegenden Wechseln von Sprung zu Sprung ein Fehler. Kittel wählte ein Medley mit Melodien von Guns ’n Roses für seinen Ritt, der mit 83,635 Prozent bewertet wurde. Der Schwede, der führt nun die West-Europaliga im Weltcup an (74) vor Dorothee Schneider (72) und Jessica von Bredow-Werndl (59).

Während Patrik Kittel ritt, stand Isabell Werth dort, wo die Trainer der Reiter sich zu positionieren pflegen. In der mit den Logos der Sponsoren tapezierten Ecke am Einritt folgte sie dem Kürprogramm des Schweden.

Was war das, Unee?

Jessica von Bredow-Werndl, die Göteborg nicht zuletzt deswegen liebt, weil hier ihre internationale Karriere vor ein paar Jahren so richtig an Fahrt aufgenommen hatte, erlebte einen Ritt, den sie nie vergessen wird. Man ist geneigt,von einer Stunde (bzw. einigen Minuten) zu sprechen, die so schwarz war, wie ihr Unee. Denn der erfahrene und erprobte Gribaldi-Sohn war vollkommen durcheinander. Der Beginn der „I have a dream“-Kür, mit der das Paar 2015 in Las Vegas Platz drei im Weltcupfinale gewonnen hatte, verlief noch gut. Aber dann … In der Galopptour stutzte Unee. Erst einmal, dann noch einmal. Es baute sich immer mehr Spannung auf, so dass die Reiterin aufgab. Unee wirkte auch noch beim Herausreiten verunsichert. Jessica von Bredow-Werndl schaute in Richtung Maul. Zuckte ratlos mit den Achseln. Ein Fall von „abhaken und nach vorn schauen“.

Vierte wurde die Österreicherin Belinda Weinbauer, die eine technisch anspruchsvolle Kür mit dem Hannoveraner Söhnlein Brillant MJ zeigte. Sie erzielte 77,275 Prozent. Es waren nur 13 Starter in Göteborg angetreten. Das Pferd Scharmeur der Schwedin Malin Rinné wurde abgeklingelt.

Während es gestern im Grand Prix noch unterschiedliche Bewertungen der Richter gegeben hatte, herrschte heute einmütige Überreinstimmung in der Rangierung der Ritte von Platz eins bis vier. Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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