Stais, Schneider und die Hannoveraner Championate in Verden

Verden International endete heute mit einem südafrikanischen Sieg im Großen Preis, dem Grand Prix Special für Dorothee Schneider und Favoritensiegen auf dem Reitpferdeviereck.

Alexa Stais, das 22-jährige Supertalent aus Südafrika, fügte heute in Verden ihren zahlreichen Erfolgen in dieser Saison einen weiteren hinzu. Mit ihrem bewährten 14-jährigen Routinier Quintato sicherte sie sich den Großen Preis vor so routinierten Reitern wie dem Deutschen Meister 2018, Mario Stevens.

Stais und Quintato waren bereits zweites Paar im Stechen und erteilten der Konkurrenz eine Lehrstunde, wie’s gemacht werden muss. Fehlerfrei in 32,53 Sekunden fegten sie durch den Parcours. Das sah nach einem perfekten Stechen aus, aber zum Siegesjubel war es noch zu früh, denn nach den beiden kamen noch sieben Paare.

Tatsächlich gab es auch eine weitere Amazone, die noch schneller ritt als Alexa: Tina Deuerer auf Clueso. Doch zu ihren 32,29 Sekunden gesellte sich ein Abwurf. Am Ende wurde Deuerer Vierte. Neben Alexa Stais gelang es nur noch Mario Stevens auf Landano und Patrick Stühlmeyer mit Chacgrano, fehlerfrei zu bleiben. Aber ihre Zeiten von 33,66 bzw. 33,86 Sekunden reichten bei weitem nicht, um den südafrikanischen Triumph zu verhindern. Stevens wurde Zweiter, Stühlmeyer Dritter.

Alexa Stais lebt schon lang ein Deutschland und trainiert mit Hilmar Meyer, der sie in einst in ihrer Heimat reiten sah und ihr dann anbot, nach der Schule zu ihm zu kommen. Das ließ Stais sich nicht zweimal sagen Ihr Talent ist bereits aufgefallen. Dieses Jahr wurde sie in die Young Riders Academy berufen, ein internationales Talentförderprogramm für junge Springreiter.

Faustus ist wieder da

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Sieg im Grand Prix Special von Verden 2019 für Dorothee Schneider und Faustus. (© Toffi-images.de)

Einst hatte der Falsterbo-Sohn Faustus Verden über die Reitpferdeauktion verlassen, nun kehrte er zurück und sicherte sich souverän den Grand Prix Special. Seit Dezember hatte Dorothee Schneider den elfjährigen Wallach nicht mehr auf dem Turnier vorgestellt gehabt. Im Grand Prix leisteten sie sich teure Patzer in den fliegenden Wechseln von Sprung zu Sprung. Damit mussten sie den Sieg Marcus Hermes und Abegglen überlassen. Heute drehten sie den Spieß um.

Mit 75,894 Prozent setzte die beiden sich gegen Hermes und seinen erst neunjährigen Westfalen Abegglen durch, die es auf 75,511 Prozent brachten. Abegglen verließ die westfälische Hauptkörung einst als Prämienhengst und zog auf dem Freiberger Hof ein, Hermes‘ Arbeitgeber. Doch da das Hengstsein des Ampere-Sohnes und der sportliche Einsatz nicht besonders gut vertrugen, wurde er gelegt. Seitdem zeigt die Erfolgskurve nach oben. Siebenjährig qualifizierte Abegglen sich für das Finale des Nürnberger Burg-Pokals, achtjährig für das im Louisdor-Preis. Und nun ist er international Grand Prix siegreich.

Verhältnismäßig jung ist mit seinen zehn Jahren auch der Drittplatzierte, der KWPN-Hengst Elastico v. Johnson unter der Niederländerin Saskia van Es. Die beiden kamen auf 72,511 Prozent.

Hannoveraner Championate – Springen

Der Rheinländer Campino MR v. Colestus-Clinton siegte unter Roman Duchac in der Springpferdeprüfung Kl. L, in der das Hannoveraner Springpferde-Championat der Vierjährigen entschieden wurde. Das „MR“ steht für den Züchter und Besitzer des Wallachs, Marius Rittsteig. Mit einer 8,7 setzte er sich gegen den besten Hannoveraner durch: Great Star v. Grey Top-Laptop (Z.: Detlef Jark), den Jens Goldfuß für das Landgestüt NRW vorstellte. Er kam auf eine 8,5. Dritter wurde Cash Royal v. Carrico-Uccello (Z.: Karl Döring) unter Enrico Süßenbach (8,4).

Bei den Fünfjährigen, die in einer Springpferdeprüfung der Klasse M* mit Stechen gegeneinander antraten, hatte Oak Grove’s Clown v. Cascadello-Balou du Rouet mit Harm Lahde im Sattel die Nase vorn. Cascadello brachte auch das Silberpferd: Code Red (Mutter v. Federweißer) mit Richard Vogel im Sattel. Bronze ging an den Messenger-Contagio-Sohn Mangoon unter Julia Müller-Rulfs.

Richard Vogel, der ja bis vor wenigen Monaten noch zum Bereiter-Team von Ludger Beerbaum gehört hatte und in Aachen zum zweiten Mal in Folge Deutschlands U25-Springpokal für sich entschieden hatte, stellte den Champion der Sechsjährigen im Parcours vor: Cartwright v. Cador-Quaid (Z.: Jost Alexander Schäfer). Silber wurde ein weiterer Erfolg für Alexa Stais, diesmal im Sattel von Nachwuchscrack Steenken v. Stakkato-Grannus (Z.: Wilhelm Ovelhey). René Dittmer, Bereiter im Stall von Markus und Meredith Michaels-Beerbaum, stellte die Pferde auf den Plätzen drei und vier vor: Lucato Mad Jo v. Ludwigs As-Stakkato (Z.: Jochen Meyer) und Crossover v. Cascadello-Chacco Blue (Z.: Harm Wiebusch).

Dressur

Bestes fünfjähriges Hannoveraner Dressurpferd wurde mit einer Gesamtnote von 8,7 Spökenkieker V v. Spörcken-Rotspon, den die Schweizerin Stephanie Leuenberger für das Gestüt Letter Berg vorstellte. Stolzer Züchter ist Alfred Reimann. Spökenkieker V glänzte mit 8,5 in allen drei Grundgangarten sowie jeweils einer 9,0 für Durchlässigkeit und Gesamteindruck.

Platz zwei ging mit 8,2 an Don Mateo v. Don Juan de Hus-Royal Highness aus der Zucht und im Besitz von Axel Windeler. Anna-Sophie Fiebelkorn stellte Don Mateo vor, der eine 9,0 im Trab, je 8,5 für Schritt und Galopp, 7,0 für die Durchlässigkeit und 8,0 für den Gesamteindruck erhielt.

Deutlich dahinter landete mit 7,2 Dimagico v. Dimaggio-Jazz Time (Z.: Manfred Dörries) unter Lena Waldmann auf Rang drei.

Den Abschluss dieses Wochenendes auf dem Verdener Viereck bildeten die sechsjährigen Dressurpferde. Hier siegte Quaterdance v. Quaterhall-Dancier unter Victoria Hecker mit einer 8,4. Der Dunkelfuchswallach aus der Zucht von Ulrich Meyer erhielt in allen Bereichen eine 8,5 bis auf die Durchlässigkeit. Hier gab es eine 8,0.

8,0 lautete auch das Gesamtergebnis für das Pferd auf dem Silberrang, Deodoro v. Desiderio-Münchhausen, gezogen und im Besitz von Ingo Pape, vorgestellt von Greta Heemsoth.

7,5 lautete das Ergebnis für den Bronzemedaillengewinner, Nymphenburgs Scofield v. Sir Donnerhall-Rubinstein (Z.: Marion Menck) unter Maja Schnakenberg.

Reitpferde

Rüchel

Das Siegerpaar der Qualifikation zu den Hannoveraner Reitpferd-Championaten in Verden: der dreijährige Hengst Danciero von Dancier mit Eva Möller. (© Rüchel)

Mit einer starken 8,8 sicherte sich Be Happy v. Belantis-Sunny Boy unter Beatrice Buchwald den Sieg auf dem Reitpferdeviereck der vierjährigen Stuten und Wallache. Das Gestüt Babiacki hatte die Stute gezogen und ist immer noch Besitzer. Hier konnte man sich über je 9,0 für Trab und Galopp sowie 9,5 für den Schritt freuen. Die Ausbildungsnote für die altersgemäße Erfüllung der Skala der Ausbildung lautete 8,0, die Bewertung fürs Exterieur 8,5.

Saniola v. San Amour-Fürst Romancier (Z.: Gestüt Lewitz) wurde von Nicole Wego zu Silber geritten. Sie erhielt eine 8,5 in allen Kriterien bis auf den Galopp, der mit 9,5 belohnt wurde. Machte eine 8,7 unter dem Strich.

8,6 war die Gesamtnote für den drittplatzierten Costa Brava v. Christ-Londontime (Z.: Branken Hof). Bei ihm war die 8,5 ebenfalls die dominierende Note. Lediglich in der Ausbilungsbewertung gab es eine 9,0, über die sich besonders Reiterin Kira Wulferding gefreut haben dürfte.

Bei den dreijährigen Stuten und Wallachen setzte sich mit 8,3 Dantiamo v. Dante Weltino-Londonderry (Z.: Dr. Christine Feuchtinger) unter Jo Anne Meyer durch. Trab 9,0, Galopp 8,5, Schritt 8,0, Ausbildung und Körperbau ebenfalls 8,0 lauteten seine Bewertungen.

Barcelona v. Borsalino-Danone aus der Zucht und im Besitzer der Familie Schenk, vorgestellt von Jacob Schenk, holte Silber mit 8,2. Die Stute kam auf exakt dieselben Bewertungen wie der Sieger, lediglich im Schritt gab es eine 7,5.

Dritter wurde mit 8,1 Vento v. Vivaldi-Fürst Romancier (Z.: Hans Heinrich Janßen), den Kristina Straeten-Winkler den Richtern präsentierte. Die gab eine 8,0 für alle Teilbereiche außer der Ausbildung, die sie mit einer 8,5 würdigten.

Favoritensiege gab es bei den Hengsten. Die Konkurrenz der Vierjährigen war eine klare Entscheidung für den Finest-Quaterback-Sohn Frizzantino (Z.: Hermann Ulbrich) mit Borja Carrascosa im Sattel. Der Dunkelbraune überzeugte mit je einer 9,0 für Trab und Galopp. Im Schritt gab es eine 8,0, in der Ausbildung eine 7,5 und die Bewertung des Körperbaus lautete 8,5. Summa summarum ergab das eine 8,4 für den Sieger.

Silber holte Don Olympus v. Don Olymbrio L-Dancier (Z.: Manfred Kregel) unter Janina Tietze ins Landgestüt Celle. Hier gab es eine 8,2 mit 8,5 für den Trab, 8,0 im Galopp, 7,5 im Schritt und je 8,5 für Ausbildung und Exterieur.

Den Bronzerang vergaben die Richter an Zackson v. Zack-Wolkenball (Z.: Edgar Gutierrez Perez), den Maik Schemmann für eine 7,9 vorstellte, zusammengesetzt aus 8,0 in allen Teilbereichen bis auf den Schritt, für den es eine 7,5 gab.

Überflieger des Tages auf dem Reitpferdeviereck war der haushohe Favorit Danciero v. Dancier-Floriscount. Der Rappe hatte schon anlässlich seiner Körung in Münster-Handorf begeistert, wo er als Siegerhengst gefeiert und anschließend an den Stall Helgstrand verkauft wurde. Für den wird er nun von Eva Möller geritten, so auch in Verden. Der Hengst kam auf eine Gesamtnote von 9,4. Für Trab und Galopp gab es die Höchstnote 10,0. Der Schritt erhielt eine glatte 9, die Ausbildung eine 9,5. 8,5 lautete die Wertnote fürs Exterieur.

Das Nachsehen hatte mit einer glatten 9,0 der Danone-Fidertanz-Sohn Damaschino, geboren auf dem Klosterhof Medingen und dort auch stationiert. Unter Hannah Laser glänzte der Dunkelfuchs mit je einer 9,0 für Trab, Ausbildung und Exterieur, 9,5 im Galopp und 8,5 im Schritt.

8,8 war das Endergebnis für den Bronze-geschmückten Bon Courage v. Bon Coeur-Vivaldi (Z. u. B.: Dr. Christine Feuchtinger) Jessica Lynn Thomas. Hier zückten die Richter die 9,5 für die schicke Erscheinung des Dunkelfuchses, ebenso wie für Trab und Galopp. Im Schritt kam er auf eine 8,0, in der Ausbildung auf 7,5.

Alle Ergebnisse aus Verden finden Sie hier.

 

 

 

 

 

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