DM Luhmühlen: Julia Krajewski bleibt an der Spitze

AN5I4343

Julia Krajewski und ihr "Sam", Samourai du Thot, im Cross. (© Thomas Ix)

Im CCI4*-S Kurs in Luhmühlen hat Julia Krajewski ihre ganze Routine ausgespielt und ist auf Kurs in Sachen Titelverteidigung bei der Deutschen Meisterschaft. Auch die Plätze zwei und drei sind deutsch besetzt.

Mit einem schnellen, vor allem aber flüssigen Ritt sicherte sich Julia Krajewski in Luhmühlen auf Samourai du Thot weiter ihre Führung im CCI4*-S, zugleich offene Deutsche Meisterschaften (24,70). Sie hat damit gute Aussichten ihren nationalen Titel aus 2018 zu verteidigen und sich für das deutsche Team bei der Europameisterschaft Ende August an gleicher Stelle zu empfehlen. Dann hätte sie die Chance, die Serie unglücklicher Championatsauftritte endlich zu beenden. „Ich habe es am Anfang etwas ruhiger angehen lassen. Er guckte am Anfang etwas bei den Regenschirmen, aber dann wurden seine Galoppsprünge immer länger und er ließ sich ganz toll reiten. Er ist sehr rittig – das spart an jedem Sprung Zeit. Ich muss bei ihm immer darauf achten, ein gleichmäßig hohes Tempo zu reiten und an den Hindernissen keine Zeit zu verlieren“, sagte Krajewski nach ihrem Ritt. Das ist ihr perfekt gelungen.

Kopf an Kopf-Rennen

Auch Ingrid Klimke auf Asha P hielt ihren zweiten Platz aus der Dressur (24,80). Die erst achtjährige Brandenburger Stute flog leichtfüßig über die knapp 4000 Meter lange Strecke. „Sie sprang so mutig und ist ein schnelles Pferd, das hat richtig Spaß gemacht“, sagte Klimke. Vor dem Springen am morgigen Sonntag liegen die beiden Führenden also denkbar dicht beieinander. Schon eine kleine Zeitüberschreitung, für die es seit diesem Jahr nicht mehr einen Strafpunkt, sondern wie im Springsport nur noch 0,4 pro angefangene Sekunde gibt, könnte die Entscheidung bringen.

Michael Jung konnte sich mit dem holsteinisch gezogenen Highlighter v. Caretino-Landgraf I vom siebten Platz nach der Dressur auf den dritten vorarbeiten (28,30). Auch sein Pferd ist erst acht Jahre alt, Familie Jung entdeckte den Braunen in Irland. „Ich bin hochzufrieden mit meinem tollen jungen Pferd. Er braucht sicher noch etwas Zeit, aber wir haben ihn schonend aufgebaut und er hat sich toll gezeigt. Es war ein anspruchsvoller Kurs und er ist hier zum ersten Mal in die Zeit galoppiert.“

Jung stürzt mit erstem Pferd

Der dreifache Olympiasieger hatte drei Pferde am Start, nicht so glücklich lief es mit den beiden anderen. Die elfjährige irische Stute Creevagh Cooley stürzte am zweiten Element von Sprung 5 – einer Ecke, bei der das Pferd die Hinterbeine einsteckte und zu Boden ging, was das Aus gleich des ersten Starters bedeutete. „Sie sprang einfach zu weit rechts und hat dann die Balance verloren“, sagte Jung. Auch die Runde mit seinem dritten Pferd, der hocheleganten Hannoveraner Stute Corazon mit nicht gerade Busch-typischer Abstammung (v. Casillas-Sir Donnerhall) litt noch unter mangelnder Erfahrung und Kondition. Es gab einige Missverständnisse, eines vor der Buschhecke im letzten Wasser, was fast zu einem Vorbeiläufer geführt hätte. Am Ende wirkte das Pferd lustlos und müde und musste von seinem Reiter mit überdeutlichen Hilfen über die Sprünge geschoben werden.   

Auch die nächsten beiden Plätze werden von den Gastgebern gehalten. Der 25-jährige Felix Etzel, der zur Zeit in Warendorf als Mitglied der Perspektivgruppe Vielseitigkeit trainiert,  liegt mit dem elfjährigen Bandit v. Bethel xx-Preußenprinz (Hannoveraner) auf Platz vier (29,60). Bei ihm hat sich das fünfwöchige Training bei Chris Bartle sichtbar ausgezahlt. Dirk Schrade rangiert mit dem elfjährigen Selle Français-Wallach Unteam de la Cense v. Diamant de Semilly auf Platz fünf (31,10).

Auch interessant

Hinter dem deutschen Quintett setzte sich der Japaner Yoshiaki Oiwa mit dem 13-jährigen KWPN-Wallach Bart auf Platz sechs (31,3). Er wird von Dirk Schrade trainiert und hofft, sich für die Olympischen Spiele 2020 in seiner Heimat zu qualifizieren. Christoph Wahler auf Carjatan, an den sich nach seinem glanzvollen Sieg in Houghton Hall (GBR) viele Hoffnungen geknüpft hatten, schied aus nach einem Sturz an Hindernis 19 b, einem schmalen Sprung im Longines-Teich, was eine längere Reparatur erforderlich machte. Sieben der insgesamt 50 Reiter, die in den Cross starteten, blieben innerhalb des Zeitlimits von 6.55 Minuten.

Die CCI4*-S Ergebnisse finden Sie hier.

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.