Landgestüt Celle nennt WFFS-Träger, darunter u.a. Londonderry und Don Frederico

Londonderry – Hannoveraner Hengst des Jahres 2013

Londonderry war 2013 zum Hannoveraner Hengst des Jahres gewählt worden. (© www.hannoveraner.com)

Die Aufregung um WFFS schien gerade ein wenig nachzulassen. Nun hat auch das Landgestüt Celle seine Hengste testen lassen. Und den positiv getesteten Vererbern finden sich einige Namen, die nicht ganz unbekannt sind.

Wer sich für die Bedeckung seiner Stute durch einen Hengst aus dem Programm des niedersächsischen Landgestüts Celle entschieden hat, kann nun auf der Homepage erfahren, ob der gewünschte Hengst den Gendefekt Warmblood Fragile Foal Syndrome (lesen Sie hier die Hintergründe zu WFFS) in sich trägt. Einleitend schreibt das Gestüt auf seiner Internetpräsenz:

„Seit mehreren Monaten ist WFFS (Warmblood Fragile Foal Syndrome) in aller Munde. In den letzten Wochen haben wir unsere Hengste, die wir über Frisch- bzw. Tiefgefriersperma anbieten, testen lassen. Die Ergebnisse finden Sie auf unserer Homepage beim entsprechenden Hengst. Natürlich werden wir diese auch in unserem Hengstverteilungsplan 2019 veröffentlichen. Schließlich wollen wir nicht, dass Ihre Stute in Folge der Erbkrankheit WFFS ein lebensuntüchtiges Fohlen zur Welt bringt. Dies kann allerdings nur passieren, wenn zwei Träger des Gendefekts miteinander angepaart werden und auch dann besteht nur ein 25 prozentiges Risiko. Wir empfehlen Ihnen deshalb, Ihre Stute(n) ebenfalls testen zu lassen.“

Prominente Hengste wie Don Frederico und Londonderry WFFS-Träger

Im einzelnen sind folgende Hengste als Träger des Gensdefekt, der lebensunfähige Fohlen zur Folge hat, identifiziert worden:

DRESSUR

Don Frederico v. Donnerhall-Consul
Don Index v. Don Crusador-Wolkentanz I
Don Romanov v. Don Schufro-Romanov
Don Vino v. Donnerhall-Consul
Edward v. Embassy I-Fabriano
Londonderry v. Lauries Crusador xx-Warkant (der nach seinem Tod noch über TG-Samen verfügbar ist)
Londontime v. Londonderry-Walt Disney I
Quaterhall v. Quaterback-Donnerhall
Sarotti Mokka Sahne v. Soliman de Hus-Lauries Crusador xx

SPRINGEN

Balou Peggio v. Balou du Rouet-Arpeggio
Chivas v. Conteur-Escudo I
Comte v. Contendro I x Granulit

WFFS war im Frühjahr zwischenzeitlich zunächst durch intensive Berichterstattung im Internet zum Thema Nummer Eins in der Pferdezucht geworden. Immer mehr Hengsthalter hatten daraufhin das Genmaterial ihrer Hengste überprüft, darunter das Landgestüt Warendorf, der Westfalenhof, der Klosterhof Medingen und das Pferdestammbuch Westfalen. Die beiden Oldenburger Verbände (OLD und OS) sowie das Pferdestammbuch Westfalen verlangen bei den Köraspiranten für die nun zur Körung anstehenden Junghengste einen Nachweis, ob der Kandidat WFFS-Träger ist oder nicht. Dass Tests auch einmal falsche Ergebnisse hervorbringen können, zeigt der Fall des niederländischen Hengstes Apache, bei dem es zunächst geheißen hatte, er sei nicht betroffen. Als immer mehr seiner Nachkommen dann WFFS-Träger waren, wurde neu getestet und es hatte sich herausgestellt, dass der Grand Prix-Hengst den Defekt weitergibt.