DJM Riesenbeck: Erster U18-Titel für Schmitz-Morkramer, klare Entscheidungen bei Ponys und Bundesnachwuchschampionat

Rose Oatley

Rose Oatley und Daddy Moon auf dem Weg zu ihrem zweiten Deutschen Meister-Titel in Riesenbeck 2020. (© Mirka Nilkens)

Mit einer kleinen Überraschung endete die Deutsche Meisterschaft der Junioren-Dressurreiter in Riesenbeck. Ziemlich im Erwartungshorizont lag hingegen die Titelvergabe in den anderen Altersklassen.

Mirka Nilkens

Allegra Schmitz-Morkramer und Lavissaro

Bei den Europameisterschaften in Pilisjaszfalu hatten Anna Middelberg auf Blickfang HC und Allegra Schmitz-Morkramer im Sattel von Lavissaro Seite an Seite mit Jana Lang und Valentina Pistner, die in Riesenbeck nicht am Start waren, Mannschaftsgold der Junioren geholt. Anna legte dann noch einen drauf und holte auch Einzelgold. Für Allegra blieb es bei der einen Medaille.

Anna war auch in Riesenbeck die große Favoritin auf den U18-DM-Titel. In der ersten Wertungsprüfung war sie mit ihrem neunjährigen Hannoveraner Blickfang HC auch noch das Maß der Dinge gewesen. Doch bereits in der zweiten Wertung konnten Allegra Schmitz-Morkramer und ihr erst achtjähriger Holsteiner Wallach Lavissaro v. Lissaro an ihr vorbeiziehen. Und heute in der Kür bewiesen die beiden Nervenstärke und setzten noch einen drauf: Sieg mit 79,425 Prozent und damit der DM-Titel!

Anna Middelberg und Blickfang wurden mit 77,750 Prozent Zweite in der Kür und gewannen Silber. Über Bronze freute sich bei ihrem ersten gemeinsamen Turnier die dreifache Pony-Europameisterin Lucie-Anouk Baumgürtel mit ihrem neuen Junioren-Pferd Farlana. Nach Rang zwei in der ersten Wertung, fügte sie zwei dritte Plätze in Einzelwertung und Kür hinzu.

Vierte der Gesamtwertung wurde mit Shona Benner eine weitere Pony-Umsteigerin. Sie stellte die Hannoveraner Burg-Pokal Finalistin Brisbane vor, die sie von Helen Langehanenberg übernommen hatte. Nach zwei vierten Plätzen folgte Rang sechs in der Kür.

Rose Oatley unschlagbar

Von der ersten bis zur letzten Prüfung ließen die beiden Mannschaftseuropameister und Bronzemedaillengewinner in der Kür bei den Ponys, Rose Oatley und Daddy Moon, keinen Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen. Die heutige Kür gewannen die Titelverteidiger mit 85,05 Prozent und sicherten sich so ihre zweite DM-Goldmedaille.

Über Silber konnten sich nach Platz zwei, drei und zwei Antonia Roth und Daily Pleasure freuen, die zusammen mit dem Siegerpaar zur erfolgreichen EM-Mannschafts in Pilisjaszfau gehört hatten und zudem Bronze in der Einzelwertung gewonnen hatten.

Die Bronzemedaille ging an Lana Pinou Baumgürtel mit Routinier Massimiliano, der vor Jahren schon Lana-Pinous Schwester Lucie-Anouk zur Europameisterin gemacht hatte. Nach Rang vier in der ersten Wertung arbeiteten sie sich dank einem zweiten Platz gestern und Rang drei in der heutigen Kür in die Medaillenränge vor.

Emily Rother überlegen

Mirka Nilkens

Emily Rother und Jasper

Das Bundesnachwuchschampionat der Dressurreiter wird im Finale der besten drei mit Pferdewechsel ausgetragen – eine große Herausforderung! Am besten gewachsen war dieser die frisch gebackene Children-Europameisterin Emily Rother aus Baden-Württemberg. Sie holte Gold mit 26 Punkten für Josephine Ruppert aus Bayern mit 25,1 Zählern und EM-Kollegin Carolina Miesner für den Landesverband Hannover (24,3).

Emily hatte mit allen drei Finalpferden das beste Ergebnis. Auf Carolina Miesners Angelina erhielt sie sogar ein glattes Sehr gut von den Richtern Dr. Dietrich Plewa und Ulrike Nivelle. Mit Bella Donna von Josephine hatte sie eine 8,2 – dieselbe Note, wie die eigene Reiterin. Und ihren eigenen Wallach Jasper stellte Emily für eine 8,8 vor.

Auch Josephine Ruppert kam offenbar wunderbar mit den Pferden der Konkurrenz zurecht: 8,5 auf Angelina, 8,4 auf Jasper. Carolina ritt ihre Angelina zu einer starken 8,7 und hatte auch mit Jasper eine 8,6. Nur mit Bella Donna stand keine Acht vor dem Komma, was am Ende den Ausschlag gab: 7,0.

Collin neue U21-Meisterin

Mirka Nilkens

Luca Sophia Collin und Descolari

Auch bei Luca Sophia Collin gab es von Tag eins an kein Vertun – da wollte jemand den Titel! Die Junge Reiterin hatte ja gerade ihr Championatsdebüt bei der EM in Pilisjaszfalu gegeben mit ihrem zehnjährigen Hannoveraner Desperados-Sohn Descolari, der im Stall von Isabell Werth bis zur schweren Klasse ausgebildet worden war. Bei der EM hatte sie sich in der Einzelwertung noch erfahreneren Paaren beugen müssen, doch dieses Wochenende passte alles. Collin gewann alle drei Wertungsprüfungen, die heutige Kür mit 78,450 Prozent und Platz eins von allen Richtern. Damit stand sie als neue Deutsche Meisterin fest.

Silber ging an die verhinderte EM-Reiterin Jana Schrödter, für die dies die erste Junge Reiter-Saison ist. Im vergangenen Jahr hatte sie als Nachrückerin bei der Junioren-Europameisterschaft drei Goldmedaillen gewonnen. Mit dem Wechsel ins Junge Reiter-Lager hat sie von ihrer Mutter die achtjährige westfälische Fürstenball-Tochter Frau Holle übernommen, mit der sie dieses Jahr einen Erfolg an den nächsten reihte, aber dann in Pilisjaszfalu doch nicht starten konnte, weil der obligatorische Medikationstest vor dem Championat bei Frau Holle nach einer Tierarztbehandlung positiv ausgefallen war. Dafür sicherte sich die erst 19-jährige Jana kurz nach der EM in Donaueschingen das Ticket zum Finale des Nürnberger Burg-Pokals. In Riesenbeck sammelten Jana Schrödter und Frau Holle zwei zweite Plätze und mussten sich heute in der Kür nur der dreifachen EM-Silbermedaillengewinnerin Lia Welschof geschlagen geben – Platz drei mit 75,80 Prozent, aber dennoch Rang zwei in der Gesamtwertung.

Lia Welschof hatte nicht ihren EM-Partner First Class mit nach Riesenbeck gebracht, sondern ihren inzwischen 18-jährigen Routinier Don Windsor, der Florine Kienbaum gehört. Nach Rang fünf in der ersten Wertungsprüfung und Platz vier in der zweiten konnten sie heute mit mit 76,50 Prozent in der Kür (Rang zwei) doch noch aufs Treppchen springen.

Das Nachsehen hatte die Bayerin Cosima von Fircks auf Easy Fellow, die zweimal Dritte geworden war, aber deren 74,98 Prozent (Rang vier) in der heutigen Kür nicht reichten, um die Bronzmedaille zu verteidigen.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Ehrungen

Die Deutschen Meisterschaften boten auch den passenden Rahmen, um die Frau zu ehren, die maßgeblichen Anteil an satten 141 Medaillen der deutschen Pony-Dressurreiter hatte: Cornelia Endres aka „Pony-Conny“. Die Erfolgstrainerin verabschiedet sich nach dieser Saison in den Ruhestand und wurde heute von DOKR-Geschäftsführer Dr. Dennis Peiler für ihre großen Verdienste mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold geehrt, einer der größten Auszeichnungen, die die FN zu vergeben hat.

Auch für Kerstin Holthaus, langjährige Dressurverantwortliche in der Bundesjugendleitung und stellvertretende Bundesjugendwartin, heißt es demnächst Abschied nehmen. Sie tritt nicht mehr zur Wiederwahl an. Auch sie wurde für ihre zahlreichen Verdienste ausgezeichnet – mit dem Deutschen Reiterkreuz in Silber.

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.