UPDATE! Onischenko verkauft 44 Pferde an Paul Schockemöhle, Rio-Start der Ukraine in Gefahr

Die siegreiche Nationenpreis-Mannschaft der Ukraine in Odense 2016 – ob sie bei den Olympischen Spielen antreten dürfen, ist fraglich.

(© Die siegreiche Nationenpreis-Mannschaft der Ukraine in Odense 2016 – ob sie bei den Olympischen Spielen antreten dürfen, ist fraglich.)

Wie Paul Schockemöhle gegenüber St.GEORG bestätigte, hat der ukrainische Oligarch Alexandr Onischenko 44 Pferde an ihn verkauft. Ob die Mannschaft noch in Rio bei den Olympischen Spielen an den Start gehen kann, ist fraglich.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Alexandr Onischenko wegen eines mutmaßlichen Korruptionsskandals angeklagt ist. Als Mitglied des Parlaments genoss er bislang Immunität. Die wurde nun aufgehoben, berichtete Schockemöhle. Darum konnte der Verkauf seiner Pferde, der schon länger zurück liegt, öffentlich gemacht werden. Schockemöhle erklärte weiter, er bemühe sich, dass die Reiter der Ukraine trotzdem an den Olympischen Spielen teilnehmen können. Unter den Reitern des Teams befinden sich viele, die aufgrund der Möglichkeiten, die ihnen das Geld von Onischenko geboten hat, die Nationalität gewechselt haben.

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Katahrina Offel und Paul Schockemöhle in den Farben der Ukraine bei den Olympischen Spielen von London 2012.  Foto: Julia Rau

Auch der ehemalige dreifache Deutsche Meister René Tebbel, im vergangenen Jahr bereits für das Onischenko-Team bei den Europameisterschaften in Aachen am Start, zählt zu den Reitern, die für die Ukraine nach Brasilien reisen sollten. Er bekleidete zwischenzeitlich das Amt des Bundestrainers der Equipe und ist nun, da Markus Fuchs als Coach engagiert wurde, auch selbst im Sattel aktiv. 2012 hatte noch Paul Schockemöhle als Trainer der Mannschaft fungiert. Sollte die Ukraine in Rio nicht dabei sein, würde Irland nachrücken. Wie die Sache ausgeht, ist noch unklar. Wir recherchieren derzeit und aktualisieren diese Meldung, sobald näheres bekannt ist.

Alexander Onischenko hat im Laufe der Zeit zahlreiche bekannte und bereits sehr erfolgreiche Pferde erworben. Darunter die folgenden:

Cassio Rivetti und Vivant bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen.

www.toffi-images.de (© www.toffi-images.de)

Vivant van de Heffinck, 18-jähriger BWP-Hengst v. Fuego du Prelet. Der Hengst war von dem Australier Chris Chugg in den Sport gebracht worden, der mit ihm 2010 noch beim Weltcupfinale in Genf und bei den Weltreiterspielen in Kentucky am Start war. Danach wurde er an Onischenko verkauft. Unter Katharina Offel nahm er an den Olympischen Spielen in London teil. Mit dem gebürtigen Brasilianer Cassio Rivetti ging er bei den Weltreiterspielen in der Normandie, wo die beiden Neunte der Einzelwertung wurden. Außerdem gehörten sie im vergangenen Jahr zur ukrainischen Mannschaft bei der EM in Aachen. In der Einzelwertung lagen Rivetti und Vivant sogar auf Medaillenkurs, aber Vivant fiel durch den Vetcheck und schied aus. Der Hengst wurde dieses Jahr aus dem Sport genommen.

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