Rotterdam: Schweden gewinnt Nationenpreis, deutsche Springreiter im Pech

FEI Nations Cup CHIO Rotterdam

Die siegreichen Schweden von Rotterdam: Henrik von Eckermann, Douglas Lindelöw, Peder Fredricson, Equipechef Henrik Ankarcrona, Rolf-Göran Bengtsson. (© FEI/Christophe Tanière)

Es fing so gut an für die Deutschen beim Nationenpreis in Rotterdam. Aber der besteht nun mal aus zwei Umläufen. So siegte am Ende die schwedische Equipe. Bundestrainer Otto Becker war aber trotzdem zufrieden.

Rotterdam war die fünfte von insgesamt acht Nationenpreisstationen der Westeuropa-Liga. Nach dem ersten Umlauf lag das deutsche Quartett noch gemeinsam mit Schweden, Irland und der Schweiz gemeinsam auf Rang eins. Für einen Nationenpreis gab es im ersten Umlauf ungewöhnlich viele Null-Fehler-Ritte. Also schraubte Parcourschef Luis Konickx die Anforderungen in der zweiten Runde etwas höher bzw. an den Oxern breiter. Der Parcours selbst ist stets derselbe in beiden Umläufen. Aber mit den höheren Hindernissen häuften sich tatsächlich auch die Fehler. Leider auch für die deutsche Mannschaft.

Bundestrainer Otto Becker hatte ein gemischtes Team aus zwei alten Hasen und zwei nachrückenden Talenten zusammengestellt. Marcus Ehning und Pret a Tout gelangen zwei fehlerfreie Umläufe. Marco Kutscher war mit seinem elfjährigen Carinue-Sohn Clenur ohne Abwurf über die erste Runde gekommen, aber im zweiten Umlauf fielen zwei Stangen. Ebenso erging es den beiden Rookies im Team. Der Deutsche Meister von 2016, Andreas Kreuzer auf dem zehnjährigen Calvaro Z-Sohn Calvilot, war in Runde eins das Streichergebnis gewesen mit einem Abwurf. Als er zum zweiten Mal die Ziellinie überquerte, hatte Kreuzer ebenso acht Strafpunkte auf dem Konto wie die zuvor null gerittene neue Deutsche Amazonen-Meisterin Laura Klaphake (übrigens unsere Titelheldin im neuen Heft. Hier geht’s zur Vorschau!) auf der erst neunjährigen OS-Stute Catch Me If You Can v. Catoki. So kamen 16 Fehler zusammen. Das bedeutete den fünften Platz in der Endabrechnung zusammen mit den Niederlanden und Irland.

Bundestrainer Otto Becker sagte nach der Entscheidung: „Wir wussten ja, dass wir mit einer gemischten Truppe nach Rotterdam fahren. Mit den beiden erfahrenen Reitern Marcus Ehning und Marco Kutscher und dazu zwei jungen Leuten, Laura und Andreas, die Erfahrungen sammeln müssen. Und dass bei ihnen Fehler passieren, ist doch ganz normal. Aber die beiden Youngster haben das gut gemacht.“

Für die Niederlande ritt ein erfahrenes Team: Harrie Smolders/Don VHP Z (0/0) , Gerco Schröder/Cognac Champblanc (0/8), Jur Vrieling/Glasgow v. Merelsnest (4/4) und Marc Houtzager/Sterrehof’s Calimero (4/8). Die irischen Fahnen hielten hoch Shane Breen/Golden Hawk (4/8), Darragh Kenny/Charly Chaplin (0/8), Bertram Allen/Hector van d’Abdijhoeve (0/0) und Cian O’Connor/Good Luck (0/8).

Platz eins bis drei

FEI/Christophe Tanière

Schwedens Nationenpreishelden von Rotterdam: Henrik von Eckermann und Cantinero. (© FEI/Christophe Tanière)

Am Ende hatten die Schweden den längsten Atem. Henrik von Eckermann und Cantinero bildeten mit zwei fehlerfreien Umläufen die Grundlage für den Erfolg. Rolf-Göran Bengtsson war mit dem Holsteiner Verbandshengst Clarimo im ersten Umlauf ohne Strafpunkte ins Ziel gekommen und nahm am zweiten gar nicht mehr teil. Der einzige Fehler, den die Skandinavier sich anrechnen lassen mussten, kam von Douglas Lindelöw und Zacramento in Runde zwei nach strafpunktfreiem ersten Umlauf. Das Olympia-Silberpaar Peder Fredricson/All In konnte die erste Schicht schwänzen und lieferte in der zweiten Runde eine gewohnte Nullrunde ab.

Herausragendes Paar bei den zweitplatzierten Schweizern waren Steve Guerdat und die supertalentierte Balou du Rouet-Tochter Bianca. Die elfjährige in Schweden gezogene Stute kam auch nicht in die Nähe einer Stange. Romain Duguet und Twentytwo Des Biches, seine Weltcup-Zweite v. Mylord Carthago, waren mit acht Fehlern in Runde zwei nach strafpunktfreiem ersten Umlauf das Streichergebnis. Für Werner Muff und Daimler v. Canturano und Martin Fuchs mit Clooney wurde es jeweils ein Abwurf in der zweiten Runde. Muff war zuvor fehlerfrei geblieben. Fuchs musste gar nicht starten.

Rang drei teilten sich die Mannschaften aus Spanien und Italien. Die Italiener, die in Rom und St. Gallen siegreich gewesen waren, hatten Piergiorgio Bucci/Casallo Z (0/4), Luca Marziani/Tokyo du Soleil (4/8), Emanuele Gaudiano/Caspar (16/4) sowie Lorenzo de Luca mit Armitages Boy (0/0) an den Start gebracht.

Für Spanien ritten: Manuel Fernandez Saro/U Watch (4/0), Pilar Lucrecia Cordon/Galine La Cour Zichelhof (12/19), Eduardo Alvarez Aznar/Rokfeller de Pleville Bois Margot (0/0) und Sergio Alvarez Moya/Arrayan (0/8).

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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