USA Springreiter-Weltmeister, Deutschland gewinnt Bronzemedaille, Simone Blum führt in Einzelwertung

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Es hat gedauert, bis ihr Temperament in die richtigen Kanäle geleitet werden konnte, nun geht Simone Blum mit Alice als Führende ins Finale der Einzel-WM 2018! (© Pauline von Hardenberg)

Die US-Amerikaner sind neue Mannschaftsweltmeister der Springreiter. Zuletzt mussten sie mit den Schweden um die Goldmedaille stechen. Beide Teams lagen mit 20,59 Punkten nach drei Runden, dem Zeitspringen und den beiden Nationenpreisumläufen, gleichauf. Deutschland gewann Bronze.

Das US-Team aus Devin Ryan auf Eddie Blue, Adrienne Sternlicht auf Cristalline, Laura Kraut auf Zeremonie und McLain Ward auf Clinta kam mit 100,67 aus dem Stechparcours. Die Schweden bleiben ebenfalls fehlerfrei, in 103,70  Sekunden. Alle vier Reiter mussten jeweils noch einmal antreten, die Ergebnisse wurden addiert. Im schwedischen Team ritten Fredrik Jönson/Coldplay (7., 7,23), Europameister Peder Fredricson/Christian K (18., 10,16), Henrik von Eckerman/Mary Lou (21., 11,20) und Malin Baryard-Johnson/Indiana (30., 14,33). McLain Ward (ist nach einem Abwurf im zweiten Umlauf auf Rang fünf der beste US-Amerikaner (6,08). Die Nummer zwei in der US-Mannschaft ist Laura Kraut (17., 9,87). Adrienne Sternlicht, 20. (10,26), hat sich auch noch für das Einzelfinale qualifiziert.

Bronzemedaille für die deutsche Equipe

Die deutsche Mannschaft gewann Bronze, auch die Olympiaqualifikation (die ersten sechs Teams haben den Start 2010 in Tokio garantiert) ist damit gesichert. Simone Blum auf Alice übernahm mit 2,47 Punkten die Führung in der Einzelwertung, die am Sonntag in zwei weiteren Runden entschieden wird. Die elfjährige Fuchsstute ist nur eines von zwei Pferden der Weltmeisterschaft, das in drei schweren Parcours noch keinen einzigen Springfehler gemacht hat. Das andere ist Chardonnay unter dem Österreicher Max Kühner, mit 2.97 Punkten auf Zwischenrang zwei. Dritter ist der Schweizer Martin Fuchs mit Clooney (4,68). Auch Marcus Ehning auf Platz 12 (8,37) und Laura Klaphake mit Catch me if you can (22., 20,51) haben das Finale der 25 Besten erreicht. Maurice Tebbel ist mit 20,51 Fehlerpunkten, Rang 44, am Sonntag nicht mehr dabei.

Ehning rettet die Medaille

Nachdem Simone Blum auf Alice und Laura Klaphake auf Catch me if you Can mit einem Nullfehlerritt beziehungsweise vier Fehlern das Team von Bundestrainer Otto Becker vorübergehend auf den Silberrang gebracht hatte, zerstoben die Hoffnungen nach dem dritten Reiter, Maurice Tebbel auf Don Diarado. Wie schon in den vorhergehenden Runden tat sich der neunjährige Diarado-Sohn schwer mit breiten Oxern, blieb ein paar mal in der Luft stehen. Am Aussprung der Dreifachen ereilte ihn dann das Schicksal, hinzu kam ein Zeitfehler. „Ich kam zu sehr zurückwärts rein in die Dreifache, hatte dann keine Chance mehr über den letzten Oxer zukommen“, versuchte Tebbel eine Erklärung. „Trotzdem glaube ich, dass mein Pferd heute gut gesprungen ist. Ich hoffe, das Marcus die Medaille retten kann.“

Der Routinier des deutschen Teams enttäuschte nicht. Marcus Ehning als letzter Reiter ritt konzentriert ein,  hatte den 15-jährigen Pret A Tout sicher in der Hand. Der Fuchs sprang überlegen und sauber die Runde zu Ende. „Natürlich ist immer Druck drauf“, sagte er über seinen Ritt. „Aber mein Pferd hat mir heute ein sehr sicheres Gefühl gegeben. Natürlich fährt man zum Championat, um eine Medaille zu bekommen. Insofern bin ich mehr als zufrieden.“ Teamkollegin Simone Blum traut er für das Finale viel zu: „Die kann alles gehen, die hat bisher drei Superrunden gezeigt, also hat sie auch das Zeug dazu.“ Routinier Ehning lobte seine drei Kollegen im Team, für die es die erste Weltmeisterschaft war. „Die haben das verdammt gut gemacht, sonst hätten wir auch keine Medaille.“

Die Kurse des Allan Wade

Der Kurs, 545 Meter lang mit 14 Hindernissen und 17 Sprüngen, also einer Dreifachen Kombination  und einem Doppelsprung, ließ sich am Ende besser reiten als befürchtet. Schon in der ersten Gruppe, den Einzelreitern, die vor den Mannschaften starteten, gab es mehrere Nullfehlerritte, trotz sehr luftiger Bauweise, respektabler Maße bis 1,64 Meter, zum Teil sehr leichter Auflagen und einiger trickiger Distanzen. Kernpunkte des Parcours war eine Linie, die nahe an die Zuschauertribünen führte, bestehend aus einem Buschoxer, dann folgend einem Doppelsprung aus zwei  luftigen weißen Gattern, die auf ganz flachen Auflagen ruhten, quasi zum Runterpusten. Es gab keinen offenen Graben, stattdessen zwei überbaute Gräben. Die Dreifache in unauffälligem Beige-Tönen gehalten, die farblich mit dem Sand verschmolz und deswegen wenig  Kontrast bot, wurde den beiden deutschen Pferden Catch Me if you can und Don Diarado zum Verhängnis.

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