Magengeschwür beim Pferd – Ergebnis unbemerkter Magenprobleme?

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Häufiges Flehmen kann auf ein Magengeschwür hindeuten. (© Jacques Toffi - www.toffiimages.de)

Auf den Magen geschlagen – Laut verschiedener Studien leiden etwa 50 Prozent der Fohlen, 60 Prozent der Sport- und Freizeitpferde und etwa 90 Prozent der Rennpferde unter Magengeschwüren. Dagegen sollen nur bis zu fünf Prozent der Weidepferde betroffen sein.

Erschreckende Zahlen! Und damit sind nicht etwa ausschließlich diejenigen gemeint, die ein Wochenende in Las Vegas und das Nächste in Abu Dhabi im Einsatz sind. Sondern es handelt sich hier oft vor allem um die ganz „normalen“ Reitpferde. Um diejenigen, die hauptsächlich im Stall gehalten werden, dazu stundenweise auf die Weide dürfen und ansonsten etwa einmal täglich rund eine Stunde geritten werden.

Das Magengeschwür ist demnach bei Pferden mittlerweile zu einer Art Zivilisationskrankheit geworden.

Unbemerkte Magenprobleme – kaum sichtbare Anzeichen

Ein Magengeschwür begegnet einem manchmal auch unter den verwandten Begriffen „Magenulzera“ oder „Magenulkus“ und in den meisten Fällen ist es eine ungenügende, nicht artgerechte Haltung bzw. Fütterung, die die Pferde krank macht. Aber nicht nur.

Einige der Pferde laufen ihr Leben lang mit mehr oder weniger schlimmen Magenproblemen herum, ohne dass es bemerkt wird. Das liegt zum einen daran, dass die Pferde in der Regel stumm leiden. Manche Pferde sind nur etwas matt und in sich gekehrt, was nicht unbedingt als Symptom für ein Magenproblem oder gar ein Magengeschwür erkannt wird.

Zum anderen gibt es aber auch Pferde, bei denen bei einer Magenspiegelung – einer Gastroskopie – zwar Magengeschwüre festgestellt werden können, die aber trotzdem keinerlei Schmerzsymptome zeigen, lebhaft sind, gut fressen, keine Verdauungsprobleme haben und überhaupt absolut fit sind.

Dr. Jan-Hein Swagemakers, Fachtierarzt für Pferde und Mannschaftstierarzt der deutschen Springreiter, sagt: „Ein gastroskopischer Befund muss sich nicht unbedingt klinisch auswirken. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen ein Magenleiden haben, ohne dass sie etwas davon ahnen. Solche Studien arbeiten natürlich mit gastroskopischen Diagnosen. Aber die Zahlen sind mit Vorsicht zu bewerten, weil sie nichts darüber aussagen, wie viele der positiv untersuchten Pferde auch tatsächlich Krankheitssymptome zeigen.“

Unauffällig auffällig

Manchmal beobachtet man allerdings beispielsweise ungewöhnlich häufiges Flehmen, was durchaus eine klassische Schmerzäußerung sein kann. Oft sieht man das Flehmen auch als Symptom bei einer Kolik. Eine Kolik wiederum kann, wenn sie gehäuft vorkommt, ebenfalls auf eine Magenproblematik hindeuten. So kommt das vermehrte Flehmen eben auch bei Magengeschwürpatienten, häufig nach dem Fressen vor. Aber auch Aufstoßen mit Mundgeruch oder nervöses Schweifschlagen während des Fressens, sollten den Pferdebesitzer an ein eventuelles Magengeschwür denken lassen. Magenschwüre beim Pferd anhand von bestimmten Symptomen eindeutig zu erkennen, ist also nicht so einfach wie bei manch anderen Krankheiten. Das Schmerzempfinden und der Ausdruck sind individuell von Pferd zu Pferd sehr verschieden.

Magenschleimhautentzündung als Vorerkrankung

Magengeschwüre entwickeln sich meistens aus einer vorhergehenden Magenschleimhautentzündung („Gastritis“) heraus. Wird diese Gastritis nicht behandelt, entsteht oft ein Magengeschwür. Das wiederum kann chronisch werden oder in die Magenwand hineinwachsen und dort Blutgefäße verletzen. Unter Umständen kann es zu schweren Blutungen oder im schlimmsten Fall sogar zum Magendurchbruch führen.

Akute Magengeschwüre sind für das Pferd oft sehr schmerzhaft und können sich zunächst durch leichte Koliken äußern, die mehrfach hintereinander auftreten. Eine leichte Kolik, kann sich bei zu später Behandlung auch schnell zu einem schweren Fall mit einer Darmverlagerung oder Darmverschlingung entwickeln, der dann nur noch mit einer Kolikoperation zu lösen ist. Allerdings kann die Abhängigkeitsrichtung auch anders herum laufen. So können viele Koliken durch die häufige Reizung zu einem Magengeschwür führen.

Oft werden Schmerzmittel verabreicht, die diese Auswirkungen zunächst auch lindern. Doch sie packen das Übel meistens nicht an der Wurzel. Um eine dauerhafte Lösung des Problems zu erreichen sollte immer die spezielle Ursache gefunden und ausgeschaltet werden.

Grundsätzliche Ursachen für Magengeschwüre

Dies sind oft hauptsächlich falsche Fütterung und Stress, der aus den verschiedensten Richtungen kommen kann. Auch Medikamente, die das Pferd über einen längeren Zeitraum benötigt, können die Magenschleimhaut reizen (besonders nicht-steroidale Entzündungshemmer, NSAID). Ebenso können ein Befall mit Magendasseln oder verunreinigtes Pferdefutter verantwortlich sein.

In Sachen Prophylaxe und Behandlung geht es folglich darum, Fütterungsfehler zu vermeiden (wozu auch die Hygienekontrolle des Futters gehört!), potenzielle Stressoren auszuschalten und regelmäßig zu entwurmen.

Wichtig: Die richtige Pferdefütterung

Die Magenschleimhaut wird oft durch zu viel Kraft- und zu wenig Raufutter gereizt. Verunreinigtes Futter, die falsche Reihenfolge bei der Fütterung oder auch zu lange Fresspausen, werden ebenfalls häufig als Verursacher ausgemacht. Der Pferdemagen kann nur etwa maximal 18 Liter fassen. Deshalb ist das Steppentier darauf eingestellt, viele kleine Portionen zu sich zu nehmen.

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Heu ist die optimale Basis und hilft Magengeschwüren vorzubeugen. (© patb56 - Fotolia)

Dauerfresser

In der Natur beschäftigen die Pferde sich rund 16 Stunden lang mit der Nahrungsaufnahme. Nie haben sie eine Fresspause, die länger als vier Stunden anhält. Der Magen produziert ständig Säure, die den Verdauungsprozess begleitet. Ein notwendiger Umstand. Und eigentlich kein Problem, denn normalerweise neutralisiert der Speichel, der beim Kauen entsteht, die Säure. Doch wenn das Pferd nichts zu kauen hat und dementsprechend kein Speichelfluss statt findet, greift die Magensäure die Magenschleimhaut an.

Der Speichel hat im Wesentlichen zwei Aufgaben:

Zum einen können die Enzyme im nachfolgenden Verdauungsprozess umso besser arbeiten, je gründlicher das Futter eingespeichelt wurde. Zum anderen dient der Speichel als Säurepuffer, der die Magensäure neutralisieren soll. Ist dieser Puffer mangelhaft, kann ein Magengeschwür entstehen.

Zu viel Kraftfutter

Unverhältnismäßig viel Kraftfutter ist nicht so ratsam, weil darin Stärke und Kohlenhydrate stecken, bei deren Abbau sich Milchsäure bildet. Und auch diese muss durch den Speichel neutralisiert werden. Damit sich ausreichend Speichel bilden kann, sollte also Heu vor Hafer gefüttert werden. Denn die Pferde fressen Hafer etwa vier bis fünfmal so schnell wie Heu und kauen das Körnerfutter signifikant weniger gründlich, wodurch auch weniger Speichel als Säurepuffer zur Verfügung steht.

Das kann man verhindern, indem man das Raufutter mindestens 15 Minuten vor dem Kraftfutter reicht bzw. dieses zur freien, permanenten Verfügung (ad libitum) stellt. So ist der Magen bereits gut mit Speichel gefüllt, wenn der Hafer in die Krippe kommt.

Schließlich kann auch eine plötzliche Futterumstellung Magenprobleme verursachen.

Magengeschwür durch Stress und Medikamente

Internistische Probleme wie Magengeschwüre, aber auch Dünn- und Dickdarmentzündungen nehmen zu, das ist die Erfahrung, die Dr. Ina Gösmeier, Expertin in Sachen Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) für die deutschen Championatsteams, gemacht hat. Das liege einerseits daran, dass unsere Pferde immer älter werden. Aber auch daran, dass sie anderen Belastungen ausgesetzt sind als früher, beispielsweise einem großen Reisestress. Gleichzeitig werden die Pferde immer sensibler und „packen den Alltag einfach nicht mehr so weg“, sagt Gösmeier.

Mögliche Stressfaktoren

Es gibt vieles, was Pferden Stress bereiten kann – immer Ärger mit dem Boxennachbarn, allgemeines Mobbing in der Gruppe, ein Umzug in eine neue Umgebung, Überforderung beim Training, Reisestress, bei Fohlen das Absetzen von der Mutter, Krankheiten, Trauer um einen toten Freund.

Das alles kann auch deshalb auf den Magen schlagen, weil in so einem Fall die Zellen in der Magenwand nicht mehr ausreichend durchblutet werden und dann weniger schützenden Schleim produzieren. Wenn es vermeidbar ist, sollte man Stress von den Pferden weitest gehend fernhalten.

Dauerhafter Stress kann bei Pferden ein Magengeschwür auslösen

Stress in jeder Form kann als Auslöser für ein Magengeschwür in Frage kommen. (© zuzule - Fotolia)

Kein komplett stressfreies Leben

Dr. Carsten Rohde, Mannschaftstierarzt der deutschen Vielseitigkeitsreiter mit eigener Klinik bei Bonn, sagt: „Problematisch wird es, wenn der Stress der Pferde für uns Menschen nicht wahrzunehmen ist. Denn oft fühlen Pferde sich unwohl, ohne dass sie es nach außen zeigen.“ Dann ist geduldiges Versuch-und-Irrtum- Spielen gefragt.

Dr. Jan-Hein Swagemakers gibt zu bedenken: „Ein Leben ohne Stress ist nicht möglich. Nicht nur Sportpferde sind betroffen. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Lebewesen auch Stress auszustehen hat – auch Wildpferde, weil sie ständig auf der Hut vor Fressfeinden sind, oder Weidepferde, die in Rangkämpfe verwickelt sind. In welchem Maße eine Belastung das Pferd anficht, ist auch immer individuell unterschiedlich.“

Dr. Volker Sill von der Tierklinik Bargteheide ergänzt: „Es kommt darauf an, dass man verantwortungsvoll handelt. Die allermeisten Besitzer tun alles, um ihren Pferden das Leben so angenehm wie möglich zu machen.“

Dazu gehört vor allen Dingen, Haltung und Fütterung so artgerecht wie möglich zu gestalten und so an dieser Stelle schon mal einen potenziellen Stressfaktor auszuschalten.

Probleme durch Medikamente

Genauso gibt es Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, die bei längerer Anwendung in hoher Dosierung in die Bildung der Magenschleimhaut angreifen können. Durch die zu geringe Schleimbildung ist die Magenwand nicht mehr ausreichend geschützt und wird von der Magensäure attackiert. Ein Magengeschwür im drüsenhaltigen Teil hat daher auch oft seine Ursache in der Gabe von Medikamenten.

Magengeschwüre erkennen und behandeln

Wenn sich Verhaltensauffälligkeiten wie vermehrtes Flehmen, verkrampfen und aufstoßen, auffällig häufiges Gähnen oder knirschen mit den Zähnen beobachten lassen, das Pferd vielleicht noch chronischen Durchfall hat oder nicht richtig fressen will, dann kann es sinnvoll sein auch auf ein Magengeschwür hin zu untersuchen. Wenn sich dann der Anfangsverdacht durch eine Gastroskopie bestätigt, kann man den Magengeschwürpatienten aber recht schnell helfen.

Denn es gibt Medikamente und Kräuter, die sowohl therapeutisch als auch prophylaktisch eingesetzt werden können.

Der am häufigsten verwendete Wirkstoff und sowohl international als auch national auf Turnieren zugelassen ist Omeprazol (mit dem Markennamen GastroGard). Ein deutlich günstigerer Wirkstoff ist das Cimetidin, das allerdings nur international auf Turnieren zugelassen ist. Manch einer erinnert sich dabei vermutlich auch an die Probleme, die dadurch Isabell Werth und El Santo 2013 entstanden sind.

Dr. Volker Sill: „Die Wirkweise bei Cimetidin und Omeprazol ist ähnlich. Aber bei Omeprazol tritt sie spontaner ein.“

Durch die Medikamente wird die Säureproduktion gehemmt und die schützende Schleimhautschicht im Magen kann sich regenerieren. Vorbeugend und zur Nachbehandlung kann man Zusatzfuttermittel geben, die den Magen vor Übersäuerung schützen und die Magenschleimhaut stabilisieren.

Doch alle Medikamente nützen nichts, wenn die Ursache für die Magenprobleme nicht abgestellt wird. Die Suche danach kann mühsam sein. Dr. Carsten Rohde: „Dadurch, dass die Pferde oft nach außen nicht zu erkennen geben, was ihnen Unbehagen bereitet, wird nichts geändert und deshalb kann es zu Rückfällen kommen.“

Akupunktur, Akupressur und chinesische Kräuter

Auch Akupunktur hat bei einem Magengeschwür bereits mehrfach gut helfen können. Wer jetzt aber denkt, dass lediglich Turnierpferde Stress haben, irrt. Dr. Ina Gösmeier warnt: „Auch das Leben in einem Aktivstall kann eine Strapaze sein fürs Pferd!“

In der traditionellen Chinesischen Medizin geht man davon aus, dass physische und psychische Probleme sich gegenseitig bedingen. Das ist gerade bei Magengeschwüren recht offenkundig.

Denn fühlt sich ein Pferd in seiner Herde nicht wohl, hat es permanenten Stress, der auch zu Magenproblemen führen kann. Auf längere Sicht kann somit die gesamte Konstitution des Pferdes geschwächt werden. Hieraus wiederum kann sich eine erhöhte Ängstlichkeit entwickeln, weil das Pferd als Fluchttier auf seinen funktionierenden Körper angewiesen ist.

Schulmedizin und traditionell chinesische Medizin Hand in Hand

Wichtig zu bedenken ist auch, dass ein Magengeschwür beim Pferd selten allein kommt, sondern in der Regel mit einer Reihe von Begleiterscheinungen. Darum ist es bei einer vorhergehenden Kolik auch immer wichtig die Ursache abzuklären. Hängt sie nur mit einem Magengeschwür zusammen oder lässt sich eine Form der Darmkolik, wie eine Sand- oder Gaskolik erkennen, die noch andere Ursachen hat? So wirken sich beispielsweise Organerkrankungen auf den gesamten Organismus aus.

„Bei Magen- oder Lungenerkrankungen verändern sich die Bewegungen der Organe“, erklärt Dr. Gösmeier. „Da sie an die Wirbelsäule angeheftet sind, üben sie Zug aus. Das Pferd hält sich fest und verspannt sich. Viele Reiter denken: ,Der muss da jetzt mal durch!’ und arbeiten weiter. Das Pferd verspannt sich immer mehr, hat immer größere Schmerzen, immer mehr Stress und immer mehr Magenprobleme.“

Zunächst wird dann meistens mit der klassischen Schulmedizin und der Gabe eines entsprechenden Medikaments dem angegriffenen Magen geholfen. Danach kann es durchaus sinnvoll sein, zu alternativen Methoden wie der traditionellen chinesischen Medizin oder auch der Homöopathie zu greifen, um vorzubeugen und den Pferdekörper wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Kräuter zur Unterstützung bei Magengeschwüren

Kräuter können den gestressten Magen unterstützen. (© Marina Lohrbach - Fotolia)

Zusammenspiel von Akupunktur und Kräutern

Optimal sei eine Kombination aus Akupunktur und Phytotherapie, sagt Gösmeier. Akupunktur normalisiere die Sekrete des Körpers und könne die Schmerzen nehmen, so dass sich das Pferd nicht nur physisch, sondern auch psychisch besser fühlt. Kräuter wirken akuten Entzündungen entgegen und können prophylaktisch eingesetzt werden. Chinesische Kräutermischungen werden nach einem ganz bestimmten Prinzip aufeinander abgestimmt, so dass sich die Wirkstoffe gegenseitig beeinflussen und ergänzen.

Es gibt immer einen Hauptwirkstoff, das sogenannte Kaiser-Kraut. Dann dessen Unterstützer, das sogenannte „Minister-Kraut“, sowie ein „Helfer-“ oder auch „Adjutanten“-Kraut, das unerwünschte Nebenwirkungen des Kaiser-Krautes ausgleichen soll.

Manchen Rezepturen ist auch noch ein Botenkraut beigemischt, das die Wirkung der Rezeptur auf einen bestimmten Körperteil hinleiten soll.

Hierbei sollten sich die Pferdebesitzer unbedingt mit einem Experten abstimmen.

Schüßler Salze, Bachblüten und heimische Kräuter

Die alternative Heilkunde bietet bei Pferden eine ganze Palette an Möglichkeiten, Patienten mit einem Magenschwür zu helfen – nicht nur mit ihren körperlichen, sondern auch mit ihren seelischen Problemen. Mit Naturheilmitteln können Besitzer betroffener Pferde oft selbst erste Hilfe leisten.

Man sollte aber trotzdem einen Naturheilkundler zu Rate ziehen, der eine umfassende Anamnese durchführt und eine individuell auf das Pferd abgestimmte Behandlung ausarbeitet.

Kräuter

Bei Magenpatienten haben sich des Öfteren folgende Mittel bewährt:

  • Hopfen (gegen nervöse Magenbeschwerden, allgemeine Krämpfe, Blähungen, Nieren- und Blasenleiden) Anwendung: Tropfen aus der Apotheke, täglich 2 mal 25 Tropfen in Wasser aufgelöst (Verhältnis: 2:5), z.B. übers Futter geben.
  • Echte Kamille (krampflösend und beruhigend, besonders bei Magenproblemen, nervösen Bauchkrämpfen, Blähungen und Durchfall) Anwendung: ca. sechs Esslöffel getrocknete Kamilleblüten mit ein bis zwei Liter kochendem Wasser übergießen und 20 Minuten abgedeckt stehen lassen. Blüten abseihen und den Tee handwarm über das Kraftfutter geben
  • Kümmel (hilft gegen Blähungen, krampflösend und Verdauungsfördernd) Anwendung: Einen Esslöffel getrocknete und zerquetschte Kümmelsamen mit einem Liter kochendem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Tee abseihen und handwarm übers Futter geben.
  • Passionsblume (wirkt beruhigend, nervenstärkend, entspannend, krampflösend, leicht schmerzstillend, blutdrucksenkend und besonders auch bei Ängstlichkeit) Anwendung: Gibt es als fertige Teemischung in der Apotheke zu kaufen, sollte bei Magengeschwüren als Sechs-Wochen-Kur zum Einsatz kommen.

Bachblüten für Pferde

Auch die Bachblüten kommen bei vielen Pferden gerne zum Einsatz, um innere Ruhe und Gelassenheit zu stärken. Da es auch bei den Bachblüten unterschiedliche Mischungen gibt, hier einmal ein kleiner Überblick:

◆ Agrimony bei Sorgen und Kummer

◆ Beech bei wenig Toleranz und Verständnis

◆ Cherry-Plum bei übermäßigem Druck und starker Verspannung, Unruhe

◆ Holly bei Reizbarkeit, Unausgeglichenheit, Misstrauen

◆ Star of Bethlehem als Seelentröster

Das Mittel der Wahl bei allen psychischen Disharmonien: Rescue Tropfen, die von Dr. Bach als 39. Bachblüte original zusammengestellte Mischung aus Clematis, Cherry Plum, Impatiens, Rock Rose und Star of Bethlehem.

Schüßler-Salze im Einsatz

Ein anderes alternativmedizinisches Mittel sind die sogenannten Schüßler-Salze, Mineralsalze in homöopathischer Dosierung. Die Therapie wurde von Heinrich-Wilhelm Schüßler „erfunden“. Dieser ging davon aus, dass Krankheiten durch Störungen des Mineralhaushaltes im Körper entstehen. Schüßler-Salze, die oft bei Magenproblemen zum Einsatz kommen sind beispielsweise:

KALIUM PHOSPHORICUM D 6

Bei diesem Schüßler-Salz gilt der Merksatz „Kalium wie Valium“, der daran erinnert, wie es wirkt. Wichtiges Salz bei allen psychischen wie physischen Erschöpfungszuständen, Turnierstress, Auktionen etc.; Ruhe und Wärme wirken sich positiv aus.

Dosis: Zweimal täglich fünf bis zehn Globuli, je nach psychischer Belastung individuell anzupassen. Bei Stresssituationen kann die Dosis kurzfristig für einige Stunden oder Tage erhöht werden.

MAGNESIUM PHOSPHORICUM D 6/D 12

Das Hauptmittel bei allen Krampf- und Schmerzzuständen, wichtigstes basenbildendes Schüßler-Salz, wirkt auch einer Übersäuerung entgegen. Dosis ähnlich wie Nr. 5 individuell anpassen und ggf. kurzzeitig für ein paar Stunden erhöhen.

NATRIUM CHLORATUM D 6

Ein wichtiges Mittel bei Magenschleimhautproblemen durch Übersäuerung. Ein Mangel zeigt sich bei Pferden, die extrem misstrauisch sind, negative Erfahrungen gemacht haben und dadurch sehr stressanfällig sind. In Verbindung mit Salz Nr. 5 und Nr. 7 gut zu kombinieren, 2x täglich 5 bis 8 Globuli.

Achtung: Homöopathika sind zwar Naturheilmittel, dennoch sollte man einen Experten zu Rate ziehen, der die Dosierung und die Auswahl individuell anpasst! Außerdem stehen auch einige Naturheilmittel auf der Dopingliste, also Vorsicht!

Die Mittel sollten über mindestens ein bis zwei Monate lang mehrmals täglich gegeben werden. Wichtig ist dabei, auch die Persönlichkeit des Pferdes gut zu kennen.

 

© Info: Verwendung von Texten der Autorin Dominique Wehrmann

 

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