Schweden Olympiasieger im Springreiten, All In der Held von Tokio

Bildschirmfoto 2021-08-07 um 15.25.00

Sie konnten zu Ende führen, was sie bereits am ersten Tag der Wettbewerbe im Springreiten bei Olympia 2021 andeuteten. Mannschaftsgold für die schwedische Equipe! (© www.hippofoto.be)

In einem Stechen, das erst mit einem Ritt, der Geschichte schreiben wird mit dem letzten Starter entschieden wurde, sind die Schweden Olympiasieger im Mannschaftswettbewerb Springreiten in Tokio geworden. Die USA gewannen Silber vor Belgien. Deutschland landete auf Platz neun.

Wenn der kleine, etwas kurzbeinige All In in die Arena trabt, traut man ihm nicht viel zu. Aber mit Peder Fredricson ist der 15-Jährige belgische Wallach heute ein Stechen gegangen, wie es die Welt selten gesehen hat. Oder nie. Damit hat er Schweden zum Olympiasieger 2021 in Tokio gemacht.

Mit acht Fehlern lagen die Schweden und die US-Equipe punktgleich vorne nach dem regulären einen Umlauf, den das neue Format bei den Olympischen Spielen in Tokio vorsah. Also Stechen, alle drei Starter noch einmal ins Stadion – sieben Sprünge, vier davon umgebaut bzw. aus anderer Richtung anzureiten. Die US-Amerikaner nach Papierform schon deswegen im Vorteil, weil sie erstens ihren Ersatzreiter eingetauscht hatten – McLain Ward und der Fuchs Contagious hatten deutlich weniger Meter im Stadion auf dem Tacho als die anderen fünf Pferde. Und, zweitens waren ja alle drei schwedischen Teampferde im Stechen um die Einzelmedaillen am Start gewesen. Doch davon sah man ihnen nichts an.

Das Stechen: Wer wird Olympiasieger Springreiten?

Laura Kraut und Baloutinue, USA, waren die ersten. Fehlerfrei, 41,33 Sekunden – das sah nicht nur schnell aus, es war am Ende sogar der drittschnellste Ritt in der Entscheidung.

Dann kam Henrik von Eckermann für Schweden. Schon über dem ersten Sprung wendete er seinen Fuchs King Edward super eng. Der Belgier v. Edward galoppierte perfekt vor den Hilfen: Null – 42,00 Sekunden. Schweden also sieben Hundertstel hinter den USA. Deren nächste Reiterin, Jessica Springsteen lieferte einen Ritt, der stilistisch noch Luft nach oben hatte. Genau das hatte ihr Hengst Don Juan van den Donkhoeve v. Bamako de Muze aber an eigentlich jedem Sprung. 42,95 Sekunden, schnell aber unterm Strich die langsamste Runde.

Malin Baryard-Johnsson, deren Indiana im Umlauf am zweiten Sprung der Dreifachen Kombination einen Fehler gehabt hatte, ging aufs Ganze. Null, 41,89 Sekunden. Damit lastete viel Druck auf dem Abschlussreiter des Team USA. Aber McLain Ward kennt Druck und galoppierte mit dem DSP-Wallach Contagious v. Contangio (Z.: Andreas Eisenmenger) über den Parcours als gäbe es kein Morgen: Am vorletzten Sprung, einem Oxer in der Stadionmitte, nachdem es auf einer Rechtskurve zum Schlussoxer ging, wackelte die Stange gefährlich, blieb aber liegen. Die Uhr stoppte bei 39,92 Sekunden. Es sah nach diesem Ritt aus, als müsse Schweden sich wohl mit Silber zufrieden geben. 40,31 Sekunden hätte der Schwede reiten müssen für einen Gleichstand, Fehlerfreiheit vorausgesetzt. So sehenswert der Stechritt war, so hörenswert das Geräusch, das McLain Ward vorm Wassergraben ausstieß und den Fuchs über den vier Meter breiten Graben fliegen ließ.

Ein Stechen für die Geschichtsbücher

Aber dann kam der Mann des Abends, nein, der Mann der Olympischen Springwettbewerbe von Tokio: Peder Fredricson, der schon beim Parcoursabgehen fokussierter als alle anderen Reiter erschien, wendete schon über Sprung eins in der Luft und dann gab es nur noch ein Devise: Maximalgeschwindigkeit, Warp 2 hieße es wohl beim Raumschiff Enterpreise, aber dennoch nie unkontrolliert. Der schwedische Wallach huschte über die Sprünge. Zur Mauer, dem drittletzten Sprung, hatte schon McLain Ward eine Ideallinie geritten. Fredricson machte es noch besser. In der Linkswendung landend, gab er Gas. Hin zu dem mächtigen Oxer, der beim US-Reiter so gefährlich gewackelt hatte. All In sprang weit vorher ab. Unfassbar, wie dieser nicht eben hünenhafte Wallach aus dieser Grundgeschwindigkeit noch so viel Kraft entwickeln kann. Das Publikum hielt die Luft an. Die Sensation lag in der Luft. Und als sich das eingespielte Duo dann mit einem Riesensatz in Ziel hechtete, standen unglaubliche 39,01 Sekunden auf der Anzeigetafel. Keine Frage, hätten diese Olympischen Spiele mit Publikum stattgefunden, das Stadion hätte ein mittelschweres Erdbeben in der Region ausgelöst. All In hatte im Umlauf einen Springfehler gehabt, ausgerechnet am letzten Sprung mit dem Motto Paris 2024.

Silber in der Einzelwertung, Gold mit dem Team und dann noch Einzelsilber in Rio – All In ist der Platz in der Hall of Fame des Reitsports sicher!

Pech für die Franzosen

Bis zu ihrer dritten Reiterin hatten die Franzosen, Matthieu Billot und Simon Delestre, noch mit nur zwei Zeitfehlern in Führung gelegen. Penelope Leprevost hätte also einen Fehler machen können, ohne den erneuten Olympiasieg der Equipe Tricolore zu gefährden. Doch schnell stand fest: Daraus wird nichts. Sie kam unpassend zur Zweifachen Kombination, Hindernis 3. Der Hengst fußte ein, die Stangen flogen, am Folgesprung blieb er stehen. Beim erneuten Anreiten bremste der Toulon-Sohn dann hartnäckig. Aus der Traum für die Franzosen. Die USA und Schweden, beide mit acht Fehlerpunkten, mussten um die Goldmedaille stechen. Frankreich beendete das Unternehmen Olympia auf Rang acht.

Bronze für starke belgische Equipe

Aus dem Strahlen kamen die Belgier nicht mehr heraus: Pieter Devos mit Claire Z, ein Abwurf und Jerome Guery mit Quel Homme de Hus, der sich von Sprung zu Sprung im Kurs steigerte, null Fehler, hatten gut vorgelegt. Schlussreiter Gregory Wathelet und Nevado S wirkten zwar energisch, aber die Selbstverständlichkeit der Vortage fehlte in diesem Parcours. Auch diese beiden mussten Fehler an den beiden Hauptfehlerquellen, der Dreifachen und der zweiten Zweifachen Kombination, hinnehmen. Nach Fehlern der anderen Nationen war es unterm Strich die Bronzemedaille – „ein tolles Team, ein historischer Moment für das Pferdeland Belgien, auf den wir lange hingearbeitet haben“, so Pieter Devos. Seine Teamkollegen nickten zustimmend. 1976 hatten die Belgier das letzte Mal eine Olympiamedaille gewonnen. „Das Format wird für immer in Erinnerung bleibenl Nichts durfte schief gehen, da standen wir schon unter viel Druck“

Belgien landeten vor den Niederlanden (4./16) und der Schweiz (5./28). Brasilien (29) und Argentinien (46) folgten.

Und Deutschland?

André Thieme und Chakaria begannen super. Hohes Tempo aber sicher. „Draußen“ so Bundestrainer Otto Becker, „sprang Andrés Pferd am besten von allen, voll auf Zug.“. Das setzte sich drinnen fort. Bis Sprung elf. Dann musste Thieme nach diesem Oxer viel arbeiten. Er ritt sechs Galoppsprünge, andere ritten die Distanz zur Zweifachen Kombination forscher auf fünf Galoppsprünge. Thieme ereilte das Schicksal am Aussprung und dann fiel auch noch die Stange am folgenden Oxer. Nicht der erhoffte Auftakt für Team Deutschland. André Thieme wusste hinterher natürlich genau, woran es gelegen hat: „Es fing super an, es war ein ganz tolles Gefühl. Das Pferd war insgesamt viel lockerer, auch schon auf dem Abreiteplatz. Wir hatten das Gefühl: Heute geht hier richtig was! Leider hatten wir uns natürlich auch einen Plan gemacht beim Parcours abgehen und haben für mein Pferd entschieden, aufgrund der letzten Tage, dass wir dort in die letzte Linie einen Galoppsprung mehr machen. Und bei dem Plan bin ich geblieben, da hätte ich aber einfach flexibler sein müssen, weil das Pferd so locker durchsprang, dass die Entscheidung mit einem weniger da rein zu gehen sehr viel einfacher gewesen wäre.“ Hinterher sei man eben immer schlauer. Das Unternehmen Olympia habe er schlussendlich vielleicht doch ein wenig unterschätzt, so Thieme: „Ich bin dann doch eines Besseren belehrt worden, wie viel am Ende doch zusammenpassen muss, damit das dann eben auch erfolgreich abläuft. Ein ganz klein wenig kam es vielleicht doch zu früh für das Pferd. Aber das konnte auch keiner wissen, weil die Vorresultate so gut und beständig waren.“

Maurice Tebbel und Don Diarado sind ein routiniertes Paar. Der Auftakt der Runde, wie schon gestern, stilpreisverdächtig. Einmal berührte der Hengst eine Stange in der Dreifachen Kombination leicht. Danach sah alles richtig gut aus. Doch dann reichte die Weite auch am Aussprung der Zweifachen Kombination, dem 1,54 Meter hohen und 1,65 Meter weiten Fächeroxer nicht mehr. Vier Punkte zusätzlich zu den acht von Thieme – 12 Punkte, Deutschland nach zwei von drei Reitern damit auf Rang sechs. Die Franzosen lagen zu diesem Zeitpunkt in Front (2), vor Schweden, den USA und Belgien (jeweils 4) – die Niederlande (9) mit dem eingewechselten Harrie Smolders vor der deutschen Equipe.

Auch Maurice Tebbel begab sich nach seinem Ritt auf Fehlersuche: „Ich glaube, ich kam ein bisschen zu weit auf die Innenlinie vielleicht. Mein Pferd tendiert ein bisschen dazu, nach rechts zu springen. Wenn ich den Parcours nochmal reiten würde, würde ich es vielleicht mit fünf Galoppsprüngen probieren. Aber eigentlich sprang er am Einsprung gut ab, aber das Hindernis ist ja auch nicht nur 1,20 Meter breit, da fehlten vielleicht zwei Zentimeter am Ende.“ Ein bisschen enttäuscht sei er insgesamt, dass das Glück heute nicht auf der Seite der deutschen Equipe war. Das nächste Ziel sei nun Paris 2024, „und davor ist ja auch noch ein bisschen was“.

Ein Nullfehlerritt von Daniel Deußer und Killer Queen hätte das Team eventuell noch in die Nähe einer Medaille bringen können. Die beiden starteten souverän, waren gut unterwegs. Doch vor der Dreifachen erschreckte sich die Stute kurz. Die Distanz passte nicht, Fehler am Einsprung, vor dem nächsten parierte Deußer durch. Er drehte ab, sprang einen Gehorsamssprung. Das war es. Das deutsche Springteam beendete den Olympischen Springwettbewerb auf Platz neun. Wieso es zu dem Fehler kam, kann sich Deußer selbst noch nicht wirklich erklären. Killer Queen habe das vorher so noch nie gemacht. Es habe für ihn aber auf der Hand gelegen, es damit gut sein zu lassen: „Wenn ihr Vertrauen in diesem Moment nicht mehr so ist, wie es hätte sein sollen, dann macht es keinen Sinn den Parcours weiterzureiten.“ Das Ergebnis sei nicht das, was Deußer erwartet habe, „aber wir müssen das abhaken und nach vorne gucken.“ Nun sei es erstmal wichtig, dass seine Stute den Rückflug gut überstehe und gesund wieder Zuhause ankommt.

Die Briten zogen ihren Olympiasieger Ben Maher und Explosion zurück, nachdem Holly Smith und Harry Charles bereits 24 Strafpunkte gesammelt hatten.

Mehr zum Thema

Fazit Otto Becker: „Es lief nicht“

Auch die Erwartungen des Bundestrainers waren nach dem sehr guten Auftritt der deutschen Equipe gestern in der Mannschaftsqualifikation eher nicht geschmälert worden, sondern im Gegenteil. Eine Medaille wäre heute drin gewesen für das deutsche Team. Aber jeder Springreiter weiß auch: Fehler passieren schnell, wie bei Thieme, der vielleicht einen Galoppsprung zu viel ritt, oder bei Tebbel, dessen Don Diarado wahrlich nur einen leichten Netzroller hatte. Otto Becker: „Und wenn es dann nicht läuft, dann passiert auch noch sowas wie mit Daniel, der auch sehr gut angefangen hat. Ich habe eben kurz mit ihm gesprochen. Aber so richtig kann ich Moment nicht erklären, was da passiert ist. Er war bis dahin sehr gut unterwegs. Und wenn er so nach Hause gekommen wäre, hätten wir ja noch um den dritten oder vierten Platz mitreiten können. Es lief nicht. Aber Springreiten heißt auch null reiten, das haben wir leider nicht geschafft. Insofern ist die Enttäuschung erstmal da.“

Der Olympiakader der Springreiter befinde sich derzeit im Umbruch, so Becker weiter. Das habe er nun bei Olympia 2021 nochmal ein bisschen analysiert. „Wir waren in Rio mit fünf gestandenen Weltklasse-Paaren. Hier haben wir nur noch eins mit Daniel. Die anderen sind auf dem Weg in die Weltspitze, aber die sind noch nicht so weit, um diese Leistung konstant abzurufen. Insofern haben wir einen kleinen Umbruch. Und diese Reiter, die lernen aus diesen Erfahrungen.“ Und die gebe es in diesem Jahr mit den Europameisterschaften in Riesenbeck, dem CHIO Aachen und dann im nächsten Jahr mit Weltreiterspielen und Qualifikationen für Olympia 2024 ja zur Genüge.

Und der Modus?

Zum neuen Modus bei den Olympischen Spielen mit nur drei Reitern und folglich keinem Streichergebnis fand Bundestrainer Otto Becker klare Worte: „Ich würde mir wünschen, dass erst wieder das Team ist, dann das Einzel. Und dass wir im Team auch wieder mit vier Reitern, also mit Streichergebnis reiten können. Auch alleine dem Pferd, unserem Partner, gegenüber. Deswegen fand ich zum Beispiel auch die Entscheidung von Daniel nicht weiterzureiten genau richtig.“

Die Ergebnisse im Mannschaftsfinale Springreiten Olympia 2021

GOLD: Schweden

Peder FredricsonAll In4/77,630/39,01
Henrik von EckermannKing Edward0/78,050/42,00
Malin Baryard-JohnssonIndiana4/79,970/41,89

SILBER: USA

McLain WardContagious4/78,980/39,92
Laura KrautBaloutinue0/79,330/41,33
Jessica SpringsteenDon Juan van de Donkhoeve4/78,890/42,95

BRONZE: Belgien

Jérôme GueryQuel Homme de Hus0/81,33
Pieter DevosClaire Z4/80,63
Gregory WatheletNevados S8/80,06

4. Platz: Niederlande

Harrie SmoldersBingo du Parc0/81,98
Maikel van der VleutenBeauville Z8/78,94
Marc HoutzageerDante9/82,43

5. Platz: Schweiz

Steve GuerdatVenard de Cerisy4/81,03
Martin FuchsClooney8/78,69
Bryan BalsigerTwentytwo des Biches16/78,46

6. Platz: Brasilien

Yurii MansurAlfons Santo Antonio4/81,14
Marlon Modolo ZanotelliEdgar12/79,62
Pedro VenissQuabri de L’Isle13/83,25

7. Platz: Argentinien

Martin DopazoQuintino13/85,45
Fabian SejanesEmir14/89,74
Matias AlbarracinCannavaro22/87,88

8. Platz: Frankreich

Mathieu BillotQuel Filou1/83,85
Simon DelestreBerlux Z1/84,61
Penelope LeprevostVancouver de Lanloreausgeschieden

9. Platz: Deutschland

Maurice TebbelDon Diarado4/81,40
André ThiemeChakaria8/78,74
Daniel DeußerKiller Queenaufgegeben

10. Platz: Großbritannien

Harry CharlesRomeo8/80,80
Holly SmithDenver16/81,66
Ben MaherExplosion Wnicht angetreten

  1. Helmold Baron von Plessen

    dreimal Chapeau, verehrter Herr Tonnies, zu diesem Bericht ueber das Finale im olympischen Nationenpreis/ Springreiten – Tokio 20220, durchgefuehrt 2021. Sie haben, vor allem bei der Schilderung des Stechens zwischen den USA u. Schweden, einem alten Mann im fernen Paraguay, die Gaensehautwellen nur so die Arme herunter gejagt. Ansonsten konzentriere ich mich beim Lesen der St.Georg News mehr auf die Blogs meiner verehrten Brieffreundin Gabriele Pochhammer, aber diesen Bericht haette auch sie nicht packender abfassen koennen. Ueberhaupt, das Team St. Georg hat waehrend der letzten zwei Wochen journalistisch Olympisches geleistet und damit den Totalausfall von ClipMyHorse auf diesem Gebiet zumindest in Schrift und Ton ausgleichen koennen. Nochmals – Respekt und ein herzliches Dankeschoen !

    Zum Springen selber : keinem Team und keinem Land goenne ich die Goldmedaille mehr als dem mir seid jeher freundschaftlich verbundenen Schweden. Ohne die Leistungen der beiden anderen Teamreiter/innen in irgend einer Weise schmaelern zu wollen, aber was der Schlussreiter unter diesem extremen Druck da abgerufen, um’s neudeutsch ausdruecken, hat,ist einfach unglaublich. „All IN“ im wahrsten Sinne des Wortes. Hinzu kommt die Superhorsemanchipche Leistung, diesen eher vom Exteruieur her eher unbedeutend wirkenden „Charger“ , sprich das Zweitpferd eines Kavallerieoffiziers, der heute immerhin 15 Lenze zaehlt, ueber zwei olympische Spiele hinweg so gesund, fit und motiviert zu erhalten, dass er Solches vollbringt. Das haben ausser ihm m.W. nur Sir M. Todd/Charisma – M. Jung/Sam u. ein Hollaender zwischen den beiden Weltkriegen, alle i.d. Military, geschafft. Echte Pferdeleute eben. Fredricson kommt ebenfalls a.d. Vielseitigkeitsreiterei und zwar ziemlich erfolgreich ! Fuer Schweden, mit seiner grossen reiterlichen Tradition in allen Disziplinen, freut es mich besonders, dass es nach langer Durststrecke im Springsport, wieder i.d. absoluten Weltspitze angekommen ist u. sich dort auch hoffentlich noch lange halten werden.

    Fuer die Deutschen ist es, vor allem nach den ueberzeugenden Runden i.d. Qualifikation schon sehr bitter, i Finale so gluecklos agiert zu haben. Die Entscheidung, von Deusser, seinen Ritt ab zu brechen, war, genau wie die der Briten, ihren Einzelolympiasieger nicht noch einmal ueber den Spruengen explodieren zu lassen, absolut richtig. Pferdegerecht. Horsemanchip im besten Sinne des Wortes. Die goldenen Zeiten der Kavallerieschule Hannover u. der Wiederaufstieg n.d. zweiten Weltkrieg von Thiedemannn – Winkler – Schridde – Schockemoehle & Co. bis hin zu Beerbaum (aus dessen Kaderschmiede immerhin ein Mannschaftslympiasieger in Tokio kommt) u. Ehning sind wohl erst mal vorbei. Der Bundestrainer sieht ja auch, sicher zu recht, einen Umbruch und der braucht Zeit, wie man in allen Sportarten immer wieder sieht. So werden Halla auf ihrem Sockel i. Warendorf u. Meteor auf dem Seinen a.d. Kieler Foerde, wohl noch ein Weilchen ihre Blicke i.d. Ferne schweifen lassen muessen, bevor die Nachfolger/innen in ihre Fussstapfen treten. Der Blick wird nach vorne gerichtet sein und das ist gut so.

    Morgen gibt’s wieder Galopprennen a.d. Traditionsbahn i. Berlin/Hoppegarten. Gruppe I – Grosser Preis von Berlin. Die werden zum Glueck von ClipMyHorse uebertragen.

    In diesem Sinne – herzliche Gruesse an das gesamte St. Georg Team

  2. Helmold Baron von Plessen

    Ergaenzung : Der Niederlaender, dem es gelungen ist mit dem selben Pferd zweimal hintereinander bei Olympischen Spielen i.d. Vielseitigkeit Gold zu gewinnen (1928 – 1932), war Charles Pahoud de Mortagnes mit Macroix. Allerdings ist es ihm nicht nur gelungen Einzelgold zu holen, sondern auch mit dem Team. Damit steht er wohl einzig da.


Schreibe einen neuen Kommentar