Grand Prix Ankum: Die Nachwuchselite trifft sich, Werth und Superb siegen mit fast 80 Prozent

_MAX0928 Muenchen Pf Int 5 21Ph M Schreiner

Superb v. Surprice unter Isabell Werth in München 2021. (© Schreiner)

Mit einem Paukenschlag hat sich Isabell Werths Nachwuchs-Grand Prix Pferd Superb im Turniergeschehen zurückgemeldet. Im Grand Prix in Ankum mit starker Konkurrenz tanzte die Stute unter Werth zu beinahe 80 Prozent.

Gut besetzt war heute der Grand Prix in Ankum mit 23 Reiter-Pferd-Paaren. Darunter auch einige Paare, die in den vergangenen Jahren zu den besten Nachwuchs-Grand Prix-Pferden des Landes zählten.

Nachdem die Suprice-Tochter Superb sich im letzten Jahr in München für das Finale des Louisdor-Preises qualifizieren konnte, war es stiller um die Stute geworden. Wenige Wochen vor dem Finale wurde sie zurückgezogen und war auch seit München kein Turnier mehr gegangen. Bis heute. Die Hannoveraner Stute im Besitz von Madeleine Winter-Schulze ist in der Zwischenzeit weiter gereift und ging nun in Ankum den ersten Grand Prix überhaupt in ihrer Karriere. Und was für einen! Die Richter Ralph Schmidt (H), Ulrike Böckler (C) und Heinz-Holger Lammers (M) sahen das Paar allesamt vorne, und zwar mit deutlichem Abstand. Die erste Neun gab es bereits einmal beim Einreiten und Grüßen. Weitere sollten folgen für beispielsweise die Trabtraversale nach rechts und die Galopppirouette nach rechts. Ansonsten bewegte sich die Vorstellung des Paares überwiegend im 8er-Notenbereich. Insgesamt wurden es somit 79,533 Prozent für die nun zehnjährige Superb in ihrem ersten Grand Prix. An dieses Ergebnis vermochte kein anderes Paar auch nur annähernd heranzukommen.

Auf dem zweiten Rang platzierte sich ein ebenso prominentes Pferd: Die nun 13-jährige Stute Saphira Royal bestritt den Grand Prix unter der Bereiterin des Hofs Kasselmann, Nicole Wego-Engelmeyer. Zuvor hatte man die San Amour-Tochter letztmalig unter Kristina Bröring-Sprehe erlebt, als sie nämlich in Vechta vor einem knappen Jahr den zweiten Platz im Grand Prix belegten. Die nun fast einjährige Turnierpause scheint der Rheinländer-Stute nicht geschadet zu haben. Denn mit glatt 76 Prozent konnte sie ihr bisheriges Bestergebnis von 74,133 Prozent nun auch unter der neuen Reiterin Wego-Engelmeyer nochmal steigern. Auch bei diesem Paar herrschte in Ankum Einigkeit bei den drei Richtern über die Platzierung an zweiter Stelle.

Es folgt ein weiterer prominenter Name. Die nun wieder für Deutschland startende Sandra Nuxoll ging heute mit ihrem Louisdor-Preis-Sieger von 2020, dem nun zehnjährigen Bonheur de La Vie an den Start. Der KWPN-Wallach v. Bordeaux konnte in der vergangenen Saison schon etwas mehr Routine auf Grand Prix-Niveau sammeln und tat das bereits erfolgreich in Redefin und auch international in Hagen mit vorderen Platzierungen. Heute gab es für die Vorstellung des Paares 75,167 Prozent von den Richtern, was für den dritten Platz reichte.

Auch interessant

Die Österreicherin Victoria Max-Theurer stellte im Grand Prix den elfjährigen Württemberger Hengst Birkhof’s Topas FBW vor. Der Totilas-Sandro Hit-Sohn kam 2021 unter den Sattel von Max-Theurer. Gemeinsam konnte sich das Paar im November in Ising und zuvor in Ankum bereits im Grand Prix platzieren. So auch heute, denn mit dem Ergebnis von 74,567 Prozent wurde es Rang vier für die beiden.

Weiter gereift ist auch der Nürnberger Burg-Pokal-Sieger von 2020 unter seiner Reiterin Dorothee Schneider: First Romance v. Fürst Romancier. Der nun zwölfjährige Württemberger Wallach konnte im letzten Herbst seinen ersten internationalen Grand Prix-Sieg einfahren, damals mit gut 72 Prozent. Da konnte der Wallach mit Reitmeisterin Schneider im Sattel auf nationaler Ebene nun noch einen draufsetzen. 74,033 Prozent wurden es für das Paar. Das reichte für den fünften Platz.

Ebenfalls noch platzieren konnte sich die Finnin Emma Kanerva, und zwar mit gleich beiden Pferden, die sie in der Prüfung vorstellte! Das war zunächst mal Mist of Titanium OLD, jener zehnjährige Millenium-Sohn, der mit Kanerva Siebter im Finale des Louisdor-Preises 2021 geworden war. Heute bedachten die Richter die Vorstellung des Paares mit 72,667 Prozent: Platz sechs. Dicht auf den Fersen war Mist of Titanium seine Stallnachbarin Feldrose, auch keine Unbekannte, da als Nachrückerin für Destacado ebenfalls Finalteilnehmerin im Louisdor-Preis vergangenes Jahr. Die zehnjährige Feuerspiel-Tochter kam auf 72,367 Prozent und reihte sich somit auf dem siebten Platz ein.

Zwei Paare beendeten den Grand Prix nicht. Carde Meyer gab im Sattel von Surabaya M v. San Amour I auf, Anna-Christina Abbelen und ihr Samarant-Sohn Sam Donnerhall wurden disqualifiziert.

S-Dressur an Lia Welschof

Das Turnier im Ankumer Dressurclub war aber bereits gestern gestartet. Neben einigen Jungpferde-Prüfungen bot die S-Dressur am Nachmittag das Highlight des Tages. Platziert wurde in zwei Abteilung.

In der ersten Abteilung hatte die Vize-Europameisterin der Jungen Reiter von 2020 die Nase vorn, Lia Welschof. Die 22-Jährige saß dabei im Sattel des zehnjährigen Hengstes Dolcino. Für ihre Vorstellung erhielt das Paar die beste Bewertung des Tages, 73,175 Prozent. Zweite wurde Friederike Tebbel mit dem neunjährigen Don Finito von Don Schufro und 71,746 Prozent, gefolgt von Louisa Emmerich mit der 14-jährigen Daytona v. Dream On (70,952 Prozent).

Die zweite Abteilung entschied Kira Wulferding mit der 13-jährigen Stute Bohemian Rhapsodie v. Bellissimo M und 73,016 Prozent für sich, gefolgt von Andreas Eisbecker mit Late twenty eight (71,190 Prozent) und Anne-Catherine Schöffner mit Forever Fantastic (70,556 Prozent).

Alle Ergebnisse aus Ankum finden Sie hier.