CICO*** Aachen: Die deutschen Buschis haben geliefert

Michael Jung Aachen 2015

Was Dressurreiter und Reiner sich erhofft hatten, haben die Vielseitigkeitsreiter im Nationenpreis (CICO3*) klar gemacht: den Sieg mit der Mannschaft. Und als i-Tüpfelchen gab es dann noch Einzelsieg und Platz zwei für Ingrid Klimke sowie Rang drei für Sandra Auffarth.

Premiere für Ingrid Klimke. Zum ersten Mal in ihrer Karriere hat sie den Sieg in der Aachener Soers geholt. „Mein größter Wunsch war es, einmal auf der Siegertafel in Aachen zu stehen – und nun habe ich es geschafft“, sagte die Reiterin nach ihrem Ritt strahlend. Mit der Hannoveraner Stute Escada lag sie schon nach Dressur und Springen in Führung. Im Gelände leistete sich das Paar nicht einen einzigen Wackler und kam punktgenau in der optimalen Zeit ins Ziel. Sieg mit 32,1 Minuspunkten. Und das war nicht der einzige Triumph. Im Sattel des Oldenburgers Hale Bob, Bobby, war Klimke fürs Team gesetzt und wurde in der Einzelwertung Zweite. Auch der Helikon xx-Sohn beließ es bei seinem Dressurergebnis von 37,0 Minuspunkten. Im Gelände blieb er neun Sekunden unter der Bestzeit. „Bobby suchte im Gelände die Sprünge. Ich hatte das Gefühl, er war im Ziel richtig enttäuscht, dass es schon vorbei war.“

Rolex

Rolex (© Toffi)

Die zweite im Team war Doppelweltmeisterin Sandra Auffarth mit Opgun Louvo, der in Aachen erst sein zweites Turnier in diesem Jahr bestritt. Der Selle Français Wallach war fit auf den Punkt, schnurrte nur so durchs Gelände und „war zu 100 Prozent perfekt“, wie Sandra Auffarth ihr Gefühl im Gelände beschrieb. „Wolle ist einfach der Beste.“ 37,2 Minuspunkten bedeuteten Platz drei in der Einzelwertung. Michael Jung und Halunke v. Heraldik xx, das dritte Paar für die Mannschaft, waren mit einem Abwurf im Parcours und 43,9 Minuspunkten ins Gelände gestartet. Sie kamen etwas über der Zeit in den Zieleinlauf und mussten sich noch 2,4 Zeitstrafpunkte anrechnen lassen. Im Endklassement waren das 46,3 Minuspunkte und Rang neun.

Das Streichergebnis von 47,60 Minuspunkten, das in anderen teilnehmenden Mannschaften die beste Leistung des Teams war, lieferten Dirk Schrade und Hop and Skip. Sie waren mit 43,60 Minuspunkten aus der Dressur in den Springparcours gegangen und leisteten sich dort einen Abwurf. Dabei blieb es dann aber auch. Er habe heute einen super Ritt gehabt, meinte Schrade hinterher, und fuhr fort: „Für die Zuschauer mag es lustig aussehen, wie Hop and Skip springt. Aber ich kann versichern, dass es oben drauf ein super Gefühl ist. Das Gelände ist einfach seine Leidenschaft. Er liebt es und macht es mir einfach.“ Am Ende belegte das Paar Rang zehn.

Platz zwei belegte das Team aus Neuseeland, das voll des Lobes über den Kurs von Rüdiger Schwarz war. Bester Reiter für die Kiwis war der Sieger des CCI4* in Luhmühlen 2014, Tim Price auf Wesko. Er wurde Vierter der Einzelwertung mit seinem Dressurergebnis von 40,20 Minuspunkten. Seine Frau Jonelle belegte auf Faerie Dianimo Rang sechs (41,0), Mark Todd wurde auf Campino Achter (45,60). Jonathan Paget und Clifton Lush schieden aus.

Auf Rang drei fanden sich unverhofft die US-Amerikaner wieder. Zunächst hatte es so ausgesehen, dass die Briten Dritte werden würden. Doch nach einer Videoanalyse des Rittes des letzten Paares, Holly Woodhead auf Lupison, entschieden die Richter, dass diese das Hindernis 20 nicht zwischen den Flaggen überwunden hatte und disqualifizierten sie. Damit war das Team geplatzt, denn auch Flora Harris und Bayano waren ausgeschieden. Die lachenden Dritten waren somit die Gäste aus Übersee mit Philip Dutton/Fernhill Cubalawn (48,80, Platz 12), Lauren Kieffer/Veronica (54,00, Rang 15), Lynn Symansky/Donner (90,10/27) sowie Colleen Rutledge/Covert Rights. Letztere schied allerdings im Gelände aus.

Die deutschen Einzelstarter

Platz fünf ging an Michael Jung auf dem erst achtjährigen Anglo-Araber Takinou, seinem Favoriten für die EM in Blair Castle, wie er sagt. Und er sei auch Hans Melzers Favorit verrät er, fügt aber auch direkt hinzu: „Ich weiß nicht, wie weit man da vorgreifen darf.“ Die endgültige Entscheidung, wer mit welchem Pferd Deutschland bei den Europameisterschaften vertreten darf, fällt morgen. Heute tagt noch einmal der Vielseitigkeitsausschuss, morgen wird es noch einmal einen internen Vet-Check geben. Danach werden die Paare benannt.

Auf der Longlist für Blair steht beispielsweise auch Bettina Hoy mit Designer, die heute Elfte wurde (48,80). Mannschaftsolympiasieger Peter Thomsen brachte Barny mit 52 Minuspunkten als 13. ins Ziel. Andreas Dibowski hatte mit Butts Avedon eine Verweigerung an Hindernis 16b und wurde 26. Die beiden Youngsters im deutschen Aufgebot, Niklas Bschorer auf Tom Tom Go und Claas Hermann Romeike mit Cato, konnten die Prüfung beide nicht beenden. Bei ersterem versagte der Navi heute. Tom Tom Go hatte mehrere Vorbeiläufer. Claas Romeike dachte eigentlich, er sei null gewesen als er ins Ziel kam. Doch auch bei ihm ergab die Videoanalyse später, dass sein Cato v. Contendro das schmale Element hinter dem Normandiewall nicht zwischen, sondern neben den Fahnen überwunden hat. Aber alles in allem können die Deutschen der Titelverteidigung in Blair Castle doch optimistisch entgegensehen. Auch wenn Bundestrainer Hans Melzer in bester Bayern-München-Manier zu bedenken gab, dass auch die Franzosen stark seien und die Briten in Blair zwölf Paare an den Start bringen dürften.

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