WBFSH-Rankings 2021: KWPN, Belgisches Warmblut und Selle Français an der Spitze, Holsteiner Verband holt auf

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Europameisterschaft Dressur Hagen 2021: Jessica von Bredow-Werndl und Dalera BB (© Pauline von Hardenberg)

Der Holsteiner Verband hat in den Wertungen der World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) gegenüber 2020 deutlich Boden gutgemacht. Dalera ist erfolgreichstes Dressurpferd und hält die Fahnen für den Trakehner Verband hoch.

Weniger überraschend führt in diesem Jahr das WBFSH-Züchter-Ranking der Dressurpferde die Trakehner Stute Dalera von Jessica von Bredow-Werndl an. Und das übrigens, während die Trakehner Zucht an nur 13. Stelle bei den Stutbüchern rangiert. Nicht nur konnte Dalera den auf ewig Bestand habenden Doppel-Olympiasieg erreichen, auch sonst gewann die Stute quasi alles, was es zu gewinnen gab. Mit ihren Erfolgen setzt sie sich jedoch deutlich von den Genossen ihres Zuchtverbandes ab. Das Ergebnis ehrt Züchterin Silke Druckenmüller damit erneut, im letzten Jahr war Dalera noch zweiterfolgreichstes Dressurpferd hinter Weihegold gewesen. Erlentanz, der in Großbritannien unter Sonnar Murray Brown unterwegs ist, folgt ihr erst auf Rang 118 als zweitbester Trakehner.

Das Westfälische Pferdestammbuch stellt das zweitbeste Pferd in der Dressur: Cathrin Dufours Bohemian v. Bordeaux, Silbermedaillengewinnerin der Europameisterschaft in Hagen in diesem Jahr. Hier kann sich Züchter Heinrich Langewellpott über den Erfolg des Wallachs freuen. Trotz seines jungen Alters von gerade einmal zehn Jahren konnte Charlotte Dujardins Gio v. Apache als drittbestes Pferd punkten. Hier dürfen sich die Züchter des KWPN-Wallachs, die Niederländer H. J. de Jong und A. Valk auf die Schulter klopfen.

Stutbücher Dressur

Genau wie im letzten Jahr steht auch dieses Mal wieder der Zuchtverband des Koninklijk Warmbloed Paard Nederland (KWPN) an der Spitze der Rangierung. Die Dressurpferde mit dem KWPN-Brand sammelten insgesamt 14.430 Punkte. Kein Wunder, denn die sechs erfolgreichsten Pferde sind alle durchweg bekannt: Charlotte Dujardins Gio, Charlotte Frys Everdale v. Lord Leatherdale und Carl Hesters Jazz-Sohn En Vogue. Allesamt unter der britischen Flagge unterwegs. Den elften Rang in der Gesamtwertung der Dressurpferde teilen sich Jessica von Bredow-Werndls Son De Niro-Tochter Zaire E und der unter Steffen Peters für die USA startende Suppenkasper v. Spielberg. Sechsterfolgreichstes Pferd des Stutbuchs KWPN war im zurückliegenden Jahr Buriel v. Osmium, vorgestellt von Juliette Ramel (SWE).

Auf 13.228 Punkte kam der Hannoveraner Verband im WBFSH-Stutbuch-Ranking, für den der Totilas-Sohn Total US (Edward Gal/NED) die meisten Punkte sammelte. Hinter ihm reihen sich Sabine Schut-Kerys Sanceo v. San Remo (das Überraschungs-Paar von Tokio) und Dorothee Schneiders Showtime v. Sandro Hit ein. Ihnen folgen Faustus v. Falsterbo, ebenfalls vorgestellt von Dorothee Schneider, Tarantino v. Toronto (Carina Scholz) und Freestyle v. Fidermark (Charlotte Dujardin/GBR).

Drittbester Zuchtverband mit 12.510 Punkten sind die Oldenburger, bei denen Isabell Werths Weihegold v. Blue Hors Don Schufro wie schon 2020 auch dieses Jahr das Ranking anführt. Die Stute wird nun jedoch aus dem Sport verabschiedet. Anschließend platzieren sich Dante Weltino v. Danone (Therese Nilshagen/SWE), Sir Donnerhall II v. Sandro Hit (Morgan Barbançon/FRA), Fiderdance vom Gestüt Bonhomme unter Lena Waldmann und Fidertraum (Florian Bacher/AUT), beide v. Fidertanz sowie Dono di Maggio v. Dimaggio (Emile Faurie/GBR).

Des Weiteren schaffte es das Westfälische Pferdestammbuch mit 12.492 Punkten auf den vierten Platz. Hier holten Bohemian und Bella Rose v. Belissimo die meisten Punkte ein. Auch Bella Rose hat nun ihren letzten sportlichen Auftritt aber mittlerweile hinter sich.

Dahinter setzte sich das Dänische Warmblut mit 12.289 Punkten. Bei ihnen war es Heiline‘s Danciera v. Fürstenball (Carina Cassøe Krüth/DEN), die am erfolgreichsten war.

Springen

Für die Olympia-Goldstute Indiana v. Kashmir (Malin Baryard-Johnsson/SWE) geht die Ehrung der besten Züchter an die Herren W. Vanderlinden, van Turtelboom und Ruys als erfolgreichstes Springpferd nach Belgien. Genauso wie für den in Tokio so über sich hinauswachsenden King Edward v. Edward, der ja im Beritt des Schweden Henrik von Eckermann ebenfalls maßgeblichen Anteil am Mannschaftsgold bei Olympia hatte. Züchter ist hier Win Impens.

Krister Svedberg, ebenfalls aus Schweden, stellte das dritterfolgreichste Springpferd. Die Auszeichnung ging an Catch me not v. Cardento, ebenfalls ein Schwede, nämlich ein Schwedisches Warmblut. Und nicht zuletzt auch vorgestellt von einem Schweden, nämlich von Peder Fredericson.

Stutbücher Springen

Der Zuchtverband des Belgischen Warmblutpferdes brachte mit 7.387 Punkten dieses Jahr nicht nur die besten Einzelpferde hervor. An Indiana und King Edward, siehe oben, reihen sich Daniel Deußers Aachen-Siegerin Killer Queen v. Eldorado vd Zeshoek, Hello Jefferson v. Cooper van de Heffinck (Scott Brash/GBR) sowie Hester v. Wandor van de Mispelaere (Lucy Deslauriers/USA) und das EM- und Olympia-Pferd von Christian Kukuk, Mumbai v. Diamant de Semilly.

Mit Unick du Francport v. Zandor (John Whitaker/GBR) und Antidote de Mars v. Diamant de Semilly (Bliss Heers/USA) hat das Stud Book du Cheval Selle Français zwei Pferde unter den Top Ten. Außerdem haben die Erfolge von Urvoso du Roch v. Nervoso (Nicolas Delmotte/FRA), Vital Chance de la Roque v. Diamant de Semilly (Conor Swail/IRL), Bibici v. Norman pre Noir (Gregory Cottard/FRA) sowie Oak Grove‘s Enkidu v. Ensor vdh Pleville (Nicolas Pizarro/MEX) in die Endsumme von 6.664 Punkten mit auf das Gesamtergebnis eingezahlt.

Auf den dritten Rang schaffte es mit 6.390 Punkten ein deutscher Verband. Für den Verband der Holsteiner Züchter bedeutete das einen gewaltigen Sprung, hatten die Holsteiner im letzten Jahr doch noch auf dem achten Platz gelegen. Hier waren die erfolgreichsten Pferde C Vier v. Cardento, vorgestellt von David Will und Con Quidam v. Quinar (Sanne Thijssen/NED), im Gesamtranking der Springpferde auf den Plätzen acht und zehn zu finden. Ebenso waren das Pferd der EM-Mannschaftsbronzegewinner Belgien, Quel Homme de Hus v. Quidam de Revel (Jérôme Guery/BEL), außerdem Confu v. Contact Me (Laura Kraut/USA), Cochello v. Casall (Piergiorgio Bucci/ITA) sowie Bardolina v. Clarimo (Mario Deslauriers/CAN) am Erfolg des Holsteiner Verbandes beteiligt.

Das überragende Pferd von Olympiasieger Ben Maher, Explosion W v. Chacco-Blue war für das KWPN-Stutbuch am erfolgreichsten. Das KWPN kam insgesamt auf 6.144 Punkte und somit Rang vier. Daran schließt sich das Stutbuch Zangersheide an, dessen erfolgreichstes Pferd Daniel Deußers Tobago Z v. Tangelo vd Zuuthoeve war. Bei den Springpferden schafft es der Hannoveraner Verband erst auf Rang sechs (5.159 Punkte). Am meisten Punkte holte hier Baloutinue v. Balou du Rouet mit Laura Kraut aus Amerika.

Vielseitigkeit

Erfolgreichstes Vielseitigkeitspferd war in diesem Jahr ein Holsteiner unter britischer Flagge, nämlich London v. Landos, der von Laura Collett vorgestellt wird. Für seine Zucht ausgezeichnet wird somit Ocke Riewerts. Toledo de Kerser v. Diamant de Semilly ist das zweiterfolgreichste Pferd dieser Liste. Gezüchtet von Kerstin Drevet, wurde der Wallach von dem Briten Tom McEwen zu seinem Erfolg geführt – und was für einem! Bei Olympia wurde es beispielsweise Einzel-Silber für das Paar.

Das Stutbuch Français du Cheval Anglo-Arabe kann sich zwar im Gesamtranking erst auf dem zwölften Platz wiederfinden, stellt aber das drittbeste Pferd. Andrew Hoys Vassily de Lassos, gezogen von M. Jerome Berges, Mille Sonia Eyraud und Jean-Louis Beth, brachte diesem die meisten Punkte.

Auf Platz fünf findet sich hier übrigens Wild Wave v. Water Dance xx von Michael Jung, auf dem neunten Rang sein Stallnachbar Chipmunk v. Contendro I (Hannoveraner). Dazwischen reiht sich noch jene Selle Français Stute ein, die mit Julia Krajewski den Einzel-Olympiasieg in diesem Jahr holte: Amande de B‘Neville v. Oscar des Fontaines.

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Stutbücher Vielseitigkeit

1.494 Punkte kann das Stud Book du Cheval Selle Français verzeichnen. Toledo de Kerser, siehe oben und Amande de B‘Neville v. Oscar des Fontaines (Julia Krajewski) konnten die meisten Erfolge und Punkte verbuchen. Ebenso zahlten auch die Ergebnisse von Api du Libaire v. Fusain du Defey (Maxime Livio/FRA), Toubleu de Rueire v. Mr.Blue (Mélody Johner/SUI), Banzai du Loir v. Nouma D‘Auzay (Yasmin Ingham/GBR) und Vendredi Biats v. Winningmood (Kitty King/GBR) bedeutsam auf die Summe mit ein.

London (siehe oben), Michael Jungs Wild Wave v. Water Dance xx sowie Nicola Wilsons Dublin v. Diarado sind Pferde, die es unter die Top Ten der Holsteiner schafften und den eingetragenen Verein auf den zweiten Rang hoben. Cartania v. Cartani (Jennie Juhlin Lundström/SWE), Carjatan v. Clearway (Christoph Wahler) und Casino v. Casillas (Dirk Schrade) waren ebenso für den Zuchtverband erfolgreich. So kamen die Holsteiner auf 1.477 Punkte.

Mit Brookfield Inocent v. Inocent (Piggy March/GBR) und Grovine de Reve v. Hermea de Reve, vorgestellt von Jonelle Price (NZL) hat das Stutbuch der Irish Sport Horses zwei Pferde unter den besten Zehn. Das Stutbuch kann 1.343 Punkte verzeichnen. Oliver Townends (GBR) Ballaghmore Class v. Courage II, Off the Record v. Arkansas (William Coleman/USA), Piggy Marchs (GBR) Vanir Kamira v. Camiro de Haar und Gortfadda Diamond v. Water Valley Cool Diamond (Emilie Chandler/GBR) brachten dabei ebenfalls viele Punkte ein.

Der Hannoveraner Verband setzte sich auf den vierten Rang. Michael Jungs Chipmunk v. Contendro I brachte am meisten Punkte ein. Letztendlich waren es 1.082 Punkte. Bester Repräsentant bei den Deutschen Sportpferden ist Lea Siegls (AUT) Fighting Line v. Ostermond. Bei den Oldenburgern ist es Corouet v. Balou du Rouet (Sarah Bullimore/GBR).

Alle Ergebnisse des WBFSH-Rankings finden Sie hier.