Piaff-Förderpreis 2020: Kronberg statt Warendorf wegen Corona-Quarantäne

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Der Schafhof beherbergt die 17 potenziellen Finalisten des Piaff-Förderpreis 2020 am letzten Juniwochenende 2020 (© Rau)

Das rund um die Fleischfabrik im 30 Kilometer entfernten Rheda-Wiedenbrück grassierende Corona-Virus zwingt die Veranstalter die erste Qualifikation zum Piaff-Förderpreis 2020 nicht in Warendorf durchzuführen. Statt des Landkreises im Lockdown heißt es nun: auf in den Taunus!

Gut, wenn man jemand hat, der schnell einspringen kann! Im Corona-gebeutelten Turnierjahr hätte eigentlich an diesem Wochenende die erste Qualifikation für den Piaff-Förderpreis 2020 auf dem Gelände des Bundesstützpunkts in Warendorf stattfinden sollen. Der Termin bleibt. Weil der Landkreis Warendorf unter Corona-Quarantäne steht, müssen die Teilnehmer nun auf das Gestüt Schafhof vor den Toren Frankfurts reisen. Familie Rath-Linsenhoff ist spontan eingesprungen. So müssen die Kandidatinnen und Kandidaten, die auf einen Startplatz im Finale in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyerhalle hoffen, gen Hessen fahren.

Semmieke Rothenberger reist in die Nachbarschaft

Es gibt einige einerseits neue, aber andererseits auch aus vorhergehenden Altersgruppen alte Gesichter im Teilnehmerfeld. So reitet Semmieke Rothenberger mit Dissertation erstmals auf U25-Niveau. Ziel: Piaff-Förderpreis 2020, schließlich gilt es an eine Familientradition anzuknüpfen. Für sie ist die Anreise aus dem heimatlichen Bad Homburg auf den Schafhof kaum mehr als ein Katzensprung. Dort waren nach dem verheerenden Brand auf dem Rothenberger Gestüt Erlenhof im Winter 2019 die geretteten Pferde untergekommen.

Eine Sichtung potenzieller Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatte im Februar stattgefunden. Die Bundestrainer Sebastian Heinze und Monica Theodorescu haben nach einem U25-Lehrgang nach dem ersten Corona-Lockdown Anfang Juni 17 Paare für die Qualifikation zum Piaff-Förderpreis 2020 nominiert.

Neu ist neben Semmieke Rothenberger zum Beispiel auch Paulina Holzknecht, 2019 mit Wells Fargo Mannschaftseuropameisterin.

Folgende Reiterinnen und Reiter werden auf dem Schafhof zur Qualifikation zum Piaff-Förderpreis 2020 ins Viereck gehen:

Aufatmen konnte Markus Scharmann, Leiter des Bundesstützpunktes, den die Entscheidung der NRW-Politik zum schnellen Handeln zwang: „Der Piaff-Förderpreis ist eine Veranstaltung mit Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet. Inzwischen haben einige Bundesländer Maßnahmen ergriffen, die die Einreise aus dem Kreis Warendorf erschweren. Um hier unnötige Komplikationen zu verhindern, haben wir uns dazu entschieden, die Prüfungen auf den Schafhof zu verlegen.“

Ob die in den kommenden Wochen geplanten weiteren Sichtungsturniere am Bundesstützpunkt in Warendorf stattfinden können, hängt von den aktuellen politischen Entscheidungen in NRW ab. Bisher gäbe es aber noch keine klare Aussage dazu, dass die Veranstaltungen nicht wie geplant stattfinden könnten, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Dem Bundesstützpunktleiter pflichtet Klaus Roeser, Vorsitzender des Dressurausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) bei. Sein Dank geht in Richtung Schafhof, sprich Familie Rath-Linsenhoff: „Das schnelle Einspringen macht den Start in den Piaff-Förderpreis 2020 nun doch noch möglich.“ Bei der Qualifikation geht es nicht nur um das Finale in Stuttgart, sondern auch die erste Sichtung für die U25-Europameisterschaft, die in Ungarn im August stattfinden soll.

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