Die vorletzten WBFSH-Rankings 2014

Vom Ersatzpferd zur Nummer eins – offenbar nicht nur auf der Zuchtweltrangliste: Michael Jungs Rocana.

(© Pauline von Hardenberg)

die World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) hat die Zuchtweltranglisten in den drei olympischen Disziplinen aktualisiert. Gezählt wurden die Ergebnisse bis zum 31. August.

Die Stammbücher

In der Dressur hält sich das KWPN nach wie vor überlegen an der Spitze mit 15.365 Punkten zu den 12.913 Zählern des Verfolgers Hannover. Spitzenverdiener der Niederlande ist Charlotte Dujardins Valegro vor Undercover von Edward Gal, Totilas, Parzival, Siro und Johnson. Es finden sich also zwei Jazz- (Parzival und Johnson) und zwei Gribaldi-Kinder (Totilas und Siro) unter den Spitzenreitern in Holland sowie ein direkter Farro-Nachkomme (Undercover) und ein Enkel (Valegro über Negro).

Für Hannover punktete vor allem Kristina Sprehes Desperados mit 2477 Punkten sowie Don Auriello von Tinne Vilhelmson-Silfvén (SWE), Don Johnson unter Isabell Werth, D’Agostino mit Fabienne Lütkemeier, Santana, der mit Minna Telde ebenfalls für Schweden geht, sowie Sancette von Mary Hanna aus Australien. Damit führen vier der sechs Topverdiener das Donerhall-D im Blut, zwei davon über De Niro (Desperados und D’Agostino), einer über Don Davidoff (Don Auriello) und einer über Don Frederico (Don Johnson). Ansonsten kam hier zweimal Sandro Hit zum Zuge.

Das Westfälische Pferdestammbuch nimmt mit 12.598 Punkten Rang drei ein. Hier trumpfte vor allem Damon Hill von Helen Langehanenberg auf, noch ein direkter Donnerhall-Sohn. Isabell Werths Bella Rose hat sich rasant nach vorne gearbeitet. Dahinter rangiert Steffen Peters‚ (USA) Legolas vor Fabriano von Renate Voglsang (AUT), Lennox mit der Schwedin Cecilia Andren-Dorselius und Fernandez, der zunächst unter Carl Hester und Charlotte Dujardin ging, jetzt aber mit der Norwegerin Cathrine Rasmussen unterwegs ist. Somit stammen zwei Pferde (Fabriano und Fernandez) direkt vom rheinischen Stempelhengst Florestan ab. Belissimo M stellte mit Bella Rose eines der Spitzenpferde, und auf den Vollblüter Lauries Crusador xx gehen einmal über Laomedon und einmal über Laurentianer zwei Pferde zurück, nämlich Legolas und Lennox.

Und auch bei den Springern hat Holland die Nase vorn wenn auch nicht ganz so überlegen wie in der Dressur. Nichtsdestotrotz: 6253 Punkte zu 6076 von den Belgiern. Für Holland war vor allem Maikel van der Vleutens Verdi erfolgreich, noch ein direkter Quidam de Revel-Nachkomme. Es folgt Ludger Beerbaums Baloubet du Rouet-Sohn Chaman vor Zigali unter Eric Lamaze (CAN), Vindicat W von Jessica Springsteen (USA), Silvana Hdc unter Kevin Staut (FRA) und Voyeur von Kent Farrington (USA). Über Corland und Tolano fondet sich zweimal (Silvana und Voyeur) das Blut des großen Cor de la Bryère in den Pedigrees. Zweimal taucht Quidam de Revel auf der Vaterseite auf bei Verdi direkt und bei Vindicat über Guidam. Chaman geht auf Almé Z zurück über Baloubet du Rouet und Zigalis Vater Kigali ist ein Enkel des Holsteiners Farn über den KWPN-Hengst Wolfgang.

Das belgische Stutbuch SBS, le cheval de Sport Belge, nimmt Platz zwei ein, vor allem Dank des unglaublichen Hello Sanctos von Scott Brash, der auch insgesamt uneinholbar das erfolgreichste Pferd ist. Ansonsten punkten hier Rothchild von McLain Ward (USA), Utamaro d’Ecaussines mit Joe Clee (GBR), Barron unter Lucy Davis (USA), Toscan de Sainte Hermelle mit Constant van Paesschen und Riesling du Monselet unter Gregory Wathelet (BEL). In dieser Reihe findet sich vielfach Quidam de Revel in den Stammbäumen entweder als Urgroßvater auf der Vaterseite wie von Riesling du Monselet, oder aber auch in der mütterlichen Linie wie bei Utamaro d’Ecaussines (v. Diamant de Semilly), Barron (v. For Pleasure) und Hello Sanctos (v. Quasimodo van de Molendreef). Sowohl Rothchild, als auch Toscan de Sainte Hermelle führen einen weiteren großen Franzosen: Almé Z, der seinerseits bekanntlich wiederum Großvater Quidam de Revels ist.

Die Holsteiner haben sich wieder auf Platz drei vorarbeiten können. Das vor allem Dank Ludger Beerbaums Chiara, aber auch Casall mit Rolf-Göran Bengtsson (SWE), Carinjo unter Patrice Delaveau (FRA), Catwalk von Robert Whitaker, Cristallo von Richard Spooner (USA) sowie noch einmal ein Pferd von Patrice Delaveau, diesmal Lacrimoso. Chiara, Casall, Carinjo und Cristallo führen allesamt das Blut des Cor de la Bryère auf der Vaterseite. Catwalk geht auf Capitol zurück, Lacrimoso auf Landgraf.

In der Vielseitigkeit haben die Franzosen sich mit dem Selle Français den Spitzenplatz erobert. Sandra Auffarths Opgun Louvo ist Spitzenverdiener, gefolgt von Maxime Livios (FRA) Qalao des Mers, der bei den Weltreiterspielen aufgrund einer auf Acepromazin (ein Beruhigungsmittel) positiven Dopingprobe auffiel. Die beiden waren Fünfte insgesamt. Da die Substanz als kontrollierte Medikation gilt, wurde Livio nicht automatisch disqualifiziert. Das wird das FEI Tribunal noch entscheiden. Zurück zu den WBFSH-Rankings: Dritter in der Spitzengruppe ist Minos de Petra von Pascal Leroy (FRA) vor Manoir de Carneville unter Sinead Halpin, Sirocco du Gers mit Thomas Carlile (FRA) und Quella Langonnaise mit der Belgierin Lara de Liedekerke.
Auch bei den Buschpferden ist Almé Z reichlich vertreten, in den Pedigrees von Qalao des Mers, Sirocco du Gers und Quella Lagonnaise.

Platz zwei geht an die sonst meist in Führung liegenden Iren mit Paul Tapners (AUS) Kilronan, Paulank Brockagh von Sam Griffiths (AUS), Ballynoe Castle von Bruce Davidson (USA), Electric Cruise von Joseph Murphy (IRL), High Kingdom unter Zara Phillips (GBR) und Fernhill Fearless mit Kimberly Severson (USA). Neben den Vollblutkindern in dieser Gruppe gibt es mit Paulank Brockagh einen weiteren Beweis der Qualitäten des Almé Z und mit Ballynoe Castle der Qualitäten des Cor de la Bryère. Honzu kommt Electric Cruise als Vertreter des großartigen, gerade verstorbenen Cruising.

Die Holsteiner liegen hier an dritter Stelle mit Barny von Peter Thomsen, CP Qualified von Shane Rose (AUS), Under Suspection von Sharon White (USA), Leonidas II von Mark Todd (NZL), Cato mit Claas Hermann Romeike und Anna Bella unter Kurt Agardy Martin (USA). Cor de la Bryères C und das Blut des Almé Z sind hier gehäuft vertreten, zusammen mit Barnaul xx als Vater von Barny und dem Landgraf-Enkel Landos als Vater von Leonidas II.

Die Pferde

Bei den Dressurpferden nimmt KWPN-Wallach Valegro v. Negro-Gerschwin die unangefochtene Spitzenstellung ein, gefolgt vom Westfalen Damon Hill v. Donnerhall-Rubinstein und dem Ferro-Donnerhall-Sohn Undercover, letzterer wieder ein Vertreter der Niederlande.

Gewinnreichstes Springpferd war der SBS-Wallach Hello Sanctos v. Quasimodo van de Molendreef-Nabab de Reve vor Marcus Ehnings westfälischem Cornet Obolensky-Acobat-Sohn Cornado und dem französischen Diamant de Semilly-Laudanum xx-Sohn Quickly de Kreisker.

In der Vielseitigkeit geben interessanterweise deutsche Pferde den Ton an, allen voran die Deutsche Sportpferde-Stute Sandra Auffarth und das deutsche Team UPDATE – Bilder und Zitate“ href=“https://www.st-georg.de/?p=46856″>Rocana v. Ituango xx-Carismo unter Michael Jung. Andreas Ostholts Westfale So is et v. Sunlight xx-Rotarier folgt auf Platz zwei vor dem Hannoveraner Star Regent xx-Der Clou-Sohn Shamwari (Ludwig Svennerstal/SWE, Phillip Dutton/USA, Boyd Martin/USA).

Weitere Infos unter www.wbfsh.org

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