EM Vielseitigkeit Luhmühlen: Die Teilnehmerliste steht

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Ingrid Klimke und Hale Bob treten als Titelverteidiger bei der EM in der Heide an. (© Pauline von Hardenberg)

Die Europameisterschaften der Vielseitigkeitsreiter in Luhmühlen werfen ihre Schatten voraus. Vom 28. August bis 1. September wird in der Heide im Medaillen geritten – und um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, so die noch nicht gelungen ist. Ein Blick auf die Mannschaftsaufstellungen.

Die Generalprobe der deutschen Vielseitigkeitsreiter für ein Championat war in diesem Jahr einmal mehr der CHIO Aachen. Und die Ergebnisse sind vielversprechend: Die deutsche Equipe stand ganz vorn in der Siegerehrung. Es ritten Josefa Sommer mit Hamilton, Michael Jung mit Star Connection, Andreas Dibowski mit Corrida und Ingrid Klimke mit Hale Bob.

Und auch Platz eins und zwei in der Einzelwertung durch Klimke und Jung (hier allerdings mit Chipmunk) machen Hoffnung auf mehr – zumal Ingrid Klimke in Luhmühlen als Titelverteidigerin an den Start gehen wird.

Die vier Reiter der Equipe vom CHIO Aachen stehen auch auf der Teilnehmerliste für die Europameisterschaften. Die offiziellen Nominierungen wurden zwei Tage nach dem Nennungsschluss am 12. August in einer Pressemitteilung der Turnierveranstalter herausgegeben. Deutschland konnte zwölf Reiter-Pferd-Paare für die Europameisterschaften nominieren. Aus welchen der zwölf Paare Bundestrainer Hans Melzer sein Team für Luhmühlen formt, wird kurz vor der EM entschieden. Offiziell muss die Entscheidung bis spätestens nach der ersten Verfassungsprüfung gefallen sein.

An der Shortlist von Anfang August hat sich für die endgültige Nennungsliste nichts geändert. Dort stehen nun die folgenden Paare für Deutschland:

Ingrid Klimke mit Hale Bob v. Helikon xx, der sie vor zwei Jahren zum Einzeltitel bei der Europameisterschaft in Strzegom getragen hatte

Michael Jung mit Chipmunk v. Contendro, dem ehemaligen Championatspferd von Julia Krajewski, mit dem Jung nun das erste gemeinsame Championat anpeilt

Sandra Auffahrt mit Viamant du Matz v. Diamant de Semilly, Zukunftshoffnung der Doppel-Weltmeisterin von 2014, der sie auch schon nach Tryon begleitet hat, sich dort aber im Wasser irritieren ließ und das Gelände nicht beendete

Andreas Dibowski mit Corrida v. Contendro I, siegreich im CCI4*-S Marbach und im CCI4*-S Baborowko

Felix Etzel mit Bandit v. Bethel xx, Elfter im CCI4*-S Luhmühlen

Jörg Kurbel mit Entertain You v. El Bundy, Zweiter im CCI4*-S Kronenberg

Nadine Marzahl mit Valentine v. Valentino, Sechste im CCI4*-S Jardy

Andreas Ostholt mit Corvette v. Chacco-Blue, Zweite im CCI4*-S Baborowko, bestes deutsches Paar beim CCI5*-L Luhmühlen

Kai Rüder mit Colani Sunrise v. Chico’s Boy, Zehnter im CCI4*-S Aachen

Anna Siemer mit Butt’s Avondale v. Nobre xx, siegreich im CCI4*-S Renswoude

Anna Vogel mit Quintana P. v. Quality, Achte im CCI4*-S Marbach

Was man sich bei der Nominierung überlegt hatte, fasst Prof. Dr. Jens Adolphsen zusammen, der Vorsitzendes des Vielseitigkeitsausschusses im Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei:

„Wir haben bei der Auswahl der zwölf Reiter die Chance genutzt, neben den etablierten Reitern junge Leute ins Team aufzunehmen. Unsere erfahrenen Reiter reiten so grandios – und nun hatten wir die Möglichkeit, junge Reiter, die noch kein Championat bestritten haben, mit einzubeziehen. Aus meiner Sicht macht ein gutes Team aus, dass die Addition der Ergebnisse zu einem Top-Ergebnis führen kann. Außerdem spielt die Mannschaftszugehörigkeit eine Rolle – die interne gute Konkurrenz beflügelt letztendlich alle Teammitglieder. Wir haben definitiv versucht, so zu nominieren, dass ein Sieg möglich ist.“

Die Konkurrenz

Inzwischen ist die vollständige Teilnehmerliste für Luhmühlen online. Ein Blick auf die Konkurrenten der Deutschen zeigt: Das wird kein Spaziergang. Die Briten reisen als Mannschaftswelt- und Mannschaftseuropameister nach Luhmühlen, um Team-Gold erneut auf die Insel zu holen. Das Vereinigte Königreich schickt sechs Reiter ins Rennen:

Laura Collett mit London v. Landos, siegreich beim CCI4*-S in Chatsworth (GBR)

Kristina Cook mit Billy the Red v. Balou du Rouet, Siebte im CCI5*-L Badminton und Mannschaftseuropameisterin von 2017

Piggy French bzw. March mit Quarrycrest Echo v. Clover Echo, Vierter im CCI5*-L Kentucky

Kitty King mit Vendredi Biats v. Winningmood van de Arenberg, siegreich im CCI4*-L Braham 

Tom McEwen mit Toledo de Kerser v. Diamant de Semilly, Mannschaftsweltmeister in Tryon und Elfter im CCI5*-L Badminton

Oliver Townend mit Cooley Master Class v. Ramiro B, siegreich im CCI5*-L Kentucky 2018 und 2019

Der GBR-Equipechef Major Richard Waygood hat hoch fliegende Pläne für die EM: „Wir sind absolut überzeugt von unserem Team. In diesem Jahr haben wir erfahrene und weniger erfahrene Pferde nominiert, die alle großes Potenzial haben, bei diesem und auch zukünftigen Championaten zu brillieren. Die dazugehörigen Reiter haben alle Championatserfahrung und arbeiten toll als Team zusammen. Alle Reiter und Teammitglieder unterstützen sich und gehen dabei durch dick und dünn.

Natürlich haben wir uns das Ziel gesteckt, Teamgold und alle Einzelmedaillen zu gewinnen – gäbe es dieses Ziel nicht, würde es gar keinen Sinn machen, überhaupt anzureisen.“

Major Richard Waygood MBE

Frankreich

Die Mannschaftsolympiasieger aus Frankreich bringen ebenfalls sechs Reiter-Pferd-Paare an den Start:

Jean Lou Bigot mit Utrillo du Halage v. Kara du Halage, Platz zwei beim CCI4*-L in Saumur

Sidney Dufresne mit Tresor Mail v. Jaguar Mail, Mannschaftsbronze bei den WEG Tryon 2018

Alexis Goury mit Tromp L’Oeil d’Emery v. Imprevu de la Cour, Platz zehn CCI4*-S Luhmühlen

Christopher Six mit Totem de Brecey v. Mylord Carthago, Rang drei beim CCI4*-L Saumur

Nicolas Touzaint mit Absolut Gold v. Grafenstolz, Rang zwölf beim CCIO4*-S Aachen

Thibaut Vallette mit Qing du Briot v. Eolien II, das erfahrenste Paar des Teams, Doppel-Bronze bei der EM 2015, Mannschaftsgold Olympia 2016, Bronze WEG 2018 (und Sechster der Einzelwertung)

Equipechef Thierry Touzaint sagt: „Wir werden unser Bestes geben, eine Team-Medaille mit nach Hause zu nehmen. Welche Farbe sie haben wird, weiß ich noch nicht – aber ich glaube fest daran, dass wir mit diesem Team eine Medaille gewinnen können.

Schweden

Für Schweden geht es um die Olympiaqualifikation für Tokio 2020. Equipechef Fredrik Bergendorff ist etwas vorsichtiger in seinen Prognosen: „Wenn wir das abliefern, was wir können, wäre es toll, eine Medaille nach Hause zu bringen.“ Sechs Paare werden die Drei Kronen in Luhmühlen vertreten, eine Mischung aus championatserfahrenen Reitern und zwei Neulingen, die zum ersten Mal bei einem Seniorenchampionat dabei sind.

Ebba Adnervik (eine der Debütantinnen) mit Chippieh v. Carnaby, hier greift das Motto „junger Reiter, altes Pferd“. Der 17-jährige Holsteiner hatte schon Japans Kenki Sato 2012 zu den Olympischen Spielen in London begleitet. Mit Adnervik u. a. Platz drei beim CCI4*-L in Strzegom und Rang fünf beim CCI4*-S in Marbach.

Malin Josefsson auf Golden Midnight v. Goldmine, Platz 22 beim CCI5*-L in Badminton

Niklas Lindbäck mit Focus Filiocus v. Feliciano, gehörten beide zu den Championatsteams der EM 2017 (Mannschaftssilber) und der WEG 2018 (Rang neun mit der Equipe), Sieg beim CCIO4*-S in Pratoni

Philippa Magnusson mit Cesar v. Crelido, auch für die 40-Jährige ist es das erste Championat, dieses Jahr u. a. Rang elf beim CCIO3* in Strzegom.

Louise Romeike mit Waikiki v. Quinar, Mitglied des WEG-Teams in Tryon, 2019 u. a. Platz zwei CCIO4*-S Houghton Hall und Platz fünf CCI4*-S Wiesbaden

Ludwig Svennerstal mit El Kazir v. Capriano, dieses Jahr nur ein Turnier, der CCIO4*-S in Cappoquin, dort nicht beendet.

Niederlande

Die Olympischen Spiele in Tokio sind das große Ziel der Niederländer um ihre deutsche Trainerin Bettina Hoy. Sie hat folgende sechs Paare für Luhmühlen vorgesehen:

Merel Blom mit Chiccolino v. Chico’s Boy – das ist eine kleine Überraschung. Merel Blom gehört zu den erfahrensten Reitern des Teams, reitet aber nicht ihren langjährigen Erfolgspartner Rumour Has It, sondern den Holsteiner Chiccolino, der noch keine Championatserfahrung hat. Dieses Jahr Platz vier beim CCI4*-L Dunakeszi (HUN)

Laura Hoogeveen mit Wicro Quibus v. Quasimodo Z, u. a. Platz 13 und 15 bei den CCIO4*-S in Houghton Hall und Strzegom

Ilonka Kluytmans mit Image of Roses v. Sheyenne de Baugy, u. a. Rang drei beim CCI4*-L Dunakeszi (HUN)

Raf Kooremans mit Henri Z v. Heraldik xx, Mitglied der WEG-Mannschaft 2018

Tim Lips mit Bayro v. Casantos, Mitglied der Olympiamannschaft in Rio 2016 (Team Platz sechs, Einzel 21.), 2019 Siege beim CCI4*-S Strzegom und CCI4*-L in Sopot

Aliene Ruyter mit Bomba v. Verdi, Mitglied der Silbermannschaft bei der U21-EM 2017, 2019 u.a. Elfte beim CCI4*-L in Strzegom

Die vollständige Teilnehmerliste finden Sie hier.

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